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Tibetischer Grenzschutz hält Niemandsland für 500 Tage

Datum: 05.09.2016,09:18:22 Quelle: China Tibet Online

Es sind fast 500 Tage seit dem großen Erdbeben am 25. April 2015 vergangen, aber die chinesisch-nepalesische Grenzstadt Dram ist immer noch eine Geisterstadt. Nach dem Erdbeben wurde es von den Anwohnern verlassen, die bis heute nicht zurückgekehrt sind. Nur die hier stationierten Grenzsoldaten sind dortgeblieben.

Die Grenzstadt südlich des Himalaya-Gebirges ist der einzige nationale Überlandrouten-Vertragshafen Kategorie 1 des Autonomen Gebiets (AG) Tibet. Vor dem Erdbeben wurden über 90% des Grenzhandels und über 90% von Chinas Handel mit Nepal dort durchgeführt. Der Reichtum der Stadt versehte ihr den Ruf als "kleines Hong Kong". 

Statistiken des Grenzpostens zeigen, dass Dram nach dem Erdbeben in verschiedenem Maße zusammenstürzte und es über 30 Erdrutsche gab, den letzten am 05. Juli 2016. Wegen mehrtägiger starker Regenschauer stieg der Grenzfluss Poi Qu stark an und schwemmte über den Berg direkt zum Lager an der vom Grenzposten bewachten Freundschaftsbrücke an der chinesisch-nepalesischen Grenze, wodurch die Straßen auf beiden Seiten der Brücke zusammenstürzten. Im Moment kann das Lager an der Freundschaftsbrücke nur zu Fuß beliefert werden. 

Auf der zum Dram untergeordneten Nyalam gehörenden Bergstraße sind die Straßenverhältnisse eher schlecht. Erdrutsche, Stromausfälle, Wasserausfälle und Internetausfälle ließen Dram zu einer Geisterstadt werden. 

"Die Natur gibt uns keine Sicherheit, also müssen wir uns selbst absichern. Wir, die das Erdbeben und die Bergflut vom 5. Juli durchgemacht haben, kümmern uns gar nicht um den Tod. Über viele Sachen kann man nur noch lachen.", so der Grenzsoldat Li Xingping aus Gansu, der zugleich Saxophonist der Militärkapelle ist. Er meint, dass es dieses Jahr mehr Veranstaltungen am Grenzposten gibt und sogar einen psychologischen Mentor, obwohl der Druck hauptsächlich durch die gegenseitigen Aufmunterungen der Soldaten abgelassen wird.

Dieses Jahr wurden mit einem Budget von 100.000 Yuan (etwa 13.000 Euro) Instrumente wie Klavier, Zither und Geige gekauft und außerdem eine Bibliothek im Lager eingerichtet. Wie in den Vorjahren werden Lesungen des Daodejing, Taichi- und Yogagruppen organisiert. Es bildete sich auch eine Pop-Band.

Der Ausbilder Xu Yang hat es auf dem sozialen Netzwerk WeChat so ausgedrückt: Ein Mann, eine Stadt, das ist Liebe. Eine Gruppe, eine Geisterstadt, das ist die Pflicht.

(Editor: Rita Li)

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