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Mobiler Kingdergarten in der Steppe in Qinghai

Datum: 15.09.2016,10:13:48 Quelle: China Tibet Online

Um 5:00 Uhr in der Frühe war es immer noch dunkel draußen. Der 32-jährige Tsering Dorje ist schnell aufgestanden, hat ein paar Male an einem Dampfbrötchen gebissen. Danach ist er mit dem alten Auto, das den Reporter trug, aufgebrochen. 

Weniger als 10 Minuten nach der Abfahrt wurde der Weg hoprig. Dadurch sprangen die Lehrgegenstände und das Spielzeug im Laderaum des Öfteren hoch. Tsering Dorje traute sich nicht, zu langsam zu fahren, denn er wusste, dass die Kinder in der Steppe gerade auf ihn warten. Der Kreis Zêkog befindet sich im Südosten des Hochplateaus Qinghai-Tibet und liegt im Durchschnitt nahezu 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Es ist eine der Regionen mit den härtesten Naturbedingungen. Das Gebiet hat eine riesige Fläche und  ist dünn besiedelt. Überdies hat das Gebiet nur eine schlechte Verkehrsanbindung. Dies ist zur größten Hürde der dortigen Vorschulbildung geworden.

Vor fünf Jahren gab es in Zêkog kaum Vorschulbildung. Da die Einwohner des nomadischen Gebiets sehr verstreut wohnen, können nur wenige Eltern jeden Tag die Kinder zur Schule bringen und abholen. Außerdem wollen nur wenige Menschen die eigenen Kinder von den Familien trennen.

Im Jahr 2012 hat der Kreis über 20 Lehrer der zentralen Schulen der untergeordneten Gemeinden zu Vorschullehrern ernannt und sie mit Lehrgegenständen sowie alten Autos ausgestattet. Dies setzt sich bis heute fort. Innerhalb eines Jahres wurde ein System der mobilen Kindergärten, die 67 Lehrerstellen im nomadischen Gebiet abdecken, aufgebaut.

“Jeden Monat muss ich zu vier oder fünf Dörfern fahren und in jedem Dorf im Schnitt drei bis fünf Tage bleiben. Darüber hinaus muss ich täglich einige Siedlungsgebiete besuchen. Täglich arbeite ich über acht Stunden”, erzählte Tsering Dorje. Nach einigen Jahren zeichnet sich die Wirkung der Kindergärten schon deutlich ab.

“Anfangs wollten manche Eltern ihre Kinder nicht zum mobilen Kindergarten schicken. Sie dachten,  die Kinder würden einfach nur miteinander spielen. Doch jetzt sehen viele Eltern, dass die Kinder anderer Familien einiges gelernt haben. Dies finden sie toll. Daher laden sie mich aus eigenem Antrieb zum Unterricht bei ihnen ein. So muss ich die Familien  eine nach der anderen besuchen”, sagte Tsering Dorje.

Während des 12. Fünf-Jahres-Planes hat die Provinz Qinghai mehr als zwei Milliarden Yuan (rund 267 Millionen Euro) in die Entwicklung des Bildungswesens investiert. Seit dem Anfang des Jahres 2016 verfolgt die Provinz QInghai in allen nomadischen Gebieten und bei den bedürftigen Einwohnern die Politik der kostenlosten, 15-jährigen Bildung. Dabei ist die 3-jährige Vorschulbildung in aller Deutlichkeit berücksichtigt. Derzeit beträgt der Anteil der Kinder, die die 3-jährige Vorschulbildung abdeckt, in der ganzen Provinz 80,74 %, und dies liegt weit über dem nationalen Durchschnitt.

“Das Pendeln zwischen den Dörfern, Einwohnergemeinschaften und  Haushalten der Nomaden ist in der Tat anstrengend, aber meine Müdigkeit verschwindet, sobald ich die unschuldigen Gesichter der Kinder sehe. Ich hoffe, dass sich uns mehr jüngere Lehrer und Freiwillige anschließen, damit sich die Kinder der nomadischen Gebiete nicht mehr einsam fühlen müssen”, sagte Tsering Dorje. 

(Editor: Daniel Yang)

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