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Große Veränderungen in einem kleinen Dorf

Datum: 24.10.2016,10:04:33 Quelle: China Tibet Online

Das Dorf Xisuo liegt in Zhuokeji, Barkam, Aba, wo sich Nationalstraße 317 und Provinzstraße 210 kreuzen. Es bedeckt eine Fläche von 95 km², liegt auf einer Höhe von 2660 Metern und ist an einen Berg gebaut. Die Gebäude sehen tibetisch aus, sind aus unregelmäßigen Steinen gebaut und meist drei- oder vierstöckig. Bis aufs Dach und die Fensterrahmen sind sie weiß angestrichen. Tür und Fensterrahmen sind mit rot-blau-grünen Mustern bemalt, während an den Wänden die nackten Steine zu sehen sind, was die Gebäude schlicht wirken lässt.

Im Juli 1935 übernachtete eine Expedition von Mao Zedong und zentralen Behörden auch eine Woche in der Festung des Fürstes von Zhuokeji. Während der seitdem vergangenen 80 Jahre hat sich das Dorf unglaublich verändert.

Vor den Türen der Häuser stehen überall Schilder: "Hostel", "mit WLAN". Einige Herbergen haben auch eigene Cafés. Die Häuser sind in leuchtenden Farben angestrichen, auf den Dachüberhängen stehen Topfblumen, vor und im Haus ist Feuerholz gestapelt, neben dem rustikalen Charme wirkt das Dorf auch städtisch. 

Der über 70 Jahre alte Tibeter Lu Yekang bereitet zuhause ein Zimmer für Gäste vor. 2003 betrieb er als erster Dörfler im eigenen Haus eine Herberge, was nicht nur sein eigenes Leben veränderte, sondern auch die anderen Dörfler zur Tourismusorientierung veranlasste.

In den letzten Jahren konnte Xisuo mit der Unterstützung der Lokalregierung jährlich einen Zuwachs an Touristen verzeichnen. Derzeit stellen die Dörfler zusammen bereits 280 Betten für Touristen zur Verfügung. Während der Sommerferien ist das Dorf manchmal trotzdem ausgebucht. 2015 konnte Xisuo ein Tourismuseinkommen von über einer Million Yuan (etwa 135.000 Euro) erzielen.

Der 27-jährige Sanlang Luoerwu führt in Barkam das immaterielle Kulturerbe der Thangka-Malerei fort. Meistens malt er im Dorf langsam an einem Thangka und wenn er wieder aufsteht ist der Tag schon vorbei.

Sanlang Luoerwus Interesse für die Thangka-Kunst wurde schon mit 9 Jahren geweckt und so lernte er neben der Schule mit den Dorfmalern wie man Thangkas malt. Nach dem Mittelschulabschluss machte er eine Ausbildung an einer Thangka-Schule in Qinghai. Vor vier Jahren kehrte er wieder nach Xisuo zurück und eröffnete sein eigenes Atelier. Nun lehrt er selbst kostenfrei die Thangka-Malerei, was viele Schüler anzieht. Auch Kunststudenten aus Peking und Shanghai kommen jährlich nach Xisuo, um von ihm zu lernen. Sanlang Luoerwu hofft in Xisuo Wurzeln zu schlagen und durch Ausdauer und Anstrengungen die authentische Thangka-Kunst weiterzuvermitteln.

Von einem Weideland am Bergeshang zur Wiederaufforstung, von einem abgelegenen Bergdorf zum beliebten Reiseziel: Das Leben der Dörfler hat sich geändert und leise hat sich auch ihr Dorf mit ihnen verändert.

(Editor: Rita Li)  

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