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Nomaden Qinghais profitieren vom Elektrohandel

Datum: 21.03.2017,15:21:04 Quelle:China Tibet Online

Um 9:00 Uhr am Vormittag des 13. März hat Doula angefangen, mit dem Handy die Onlineaufträge von der vergangenen Nacht zu checken und mit Käufern zu kommunizieren. Da er erst vor Kurzem Tippen gelernt hatte, konnte sie nur relativ langsam auf die Kunden antworten. Manchmal benötigte er das Telefon. Unweit von ihm lagen Koffer und verpackte Güter unterschiedlicher Größen ordentlich nebeneinander. Sie sollten bald in unterschiedene Teile Chinas verschickt werden.

Der 36-jährige Doula ist ein Nomade der Großgemeinde Shaliuhe im Kreis Gangca des Autonomen Bezirks Haibei der Tibeter in der Provinz Qinghai. In der Freizeit, wenn er kein Vieh nicht herumtreiben muss, fertigt er oft zu Hause Thangka aus Metalldrähten. Im September  2016 hat er einen Onlineshop eröffnet und versucht, die eigenen Werke zu verkaufen.

Doula sagte, dass ein kleines Thangka-Werk 200 Yuan (rund 27 Euro) koste und ein großes 500 Yuan (etwa 67 Euro). Einen Monat nach der Eröffnung waren all seine Werke, die er in den Jahren davor angefertigt hatte, ausverkauft. Die Kunsthandwerke, die seiner Meinung nach eigentlich gar nicht abgestoßen werden könnten, sind heute zu heiß begehrten Objekten geworden.

Noch erstaunlicher ist, dass die Schaf-Exkremente und die schwarze Erde auf dem Hochplateau Qinghai-Tibet zu wertvollen Schätzen geworden sind. Viele Blumenliebhaber anderer Gebiete Chinas fragten ihn, ob er relevante Waren ins Netz stellen kann. Daraufhin hat Doula begonnen, sein Sortiment zu erweitern. Er hat  Pulu-Teppiche, ausgestopfte Schafe und Rinder, tibetische Trachten usw. in sein Warenangebot aufgenommen. Allmählich hat das Monatseinkommen seines Ladens die Marke von 4000 Yuan (etwa 539 Euro) überschritten.

Doula meint, dass die meisten Nomaden in seiner Näher vor einem Jahr noch sehr wenig über das Internet Bescheid wussten. Sie wussten nur, dass es etwas schwer Verständliches und etwas Feines sei. Ganz wenige von ihnen trauten sich, damit in Kontakt zu kommen. Noch weniger glaubten sie daran, dass man damit Geld verdienen könnte.

Am Anfang des letzten Jahres hat die Regierung des Autonomen Bezirks Haibei begonnen, die jüngeren Leute, die bestimmte Grundkenntnisse besaßen, in Elektrohandel zu schulen. Die Nomaden, die Handwerke erlernt haben oder bestimmte Techniken beherrschen, bekommen Schwerpunkt-Förderung. Nach mehreren Schulungen hat sich die Einstellung zum Internet Doulas und vieler anderer Leute in seiner Nähe gewaltig verändert.

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Nomaden im Bezirk Haibei, die Online-Unternehmen gegründet haben. Dorje, Vizebürgermeister des Bezirks Heibei, sagte, dass der Bezirk im Oktober des letzten Jahres die erste chinesisch-tibetische Elektrohandelsplattform Chinas aufgebaut habe, damit manche Tibeter, die kein Chinesisch könnten, auch vom Internet profitieren könnten. Außerdem dass Nomaden Ihre Läden gratis auf der Plattform eröffnen dürfen, bietet die Plattform noch Service wie Informationsveröffentlichung, Heimservice, rabattierte Industrieprodukte etc. für das Land an.

Laut Luozang, Geschäftsführer der Plattform, hat die Plattform bisher schon über 30 Unternehmen aus vielen Orten sowie über 100 private Läden untergebracht. Inzwischen hat der Umsatz 200.000 Yuan (rund 26.977 Euro) überschritten. Viele bezeichnen die Plattform als Taobao der tibetischen Region. 

(Editor: Daniel Yang)

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