Thema:
Startseite > Aktuelles > Bilder im Fokus

Sieben falsche Klischees über Chinesen

Datum: 13.10.2016,09:48:19 Quelle: german.china.org.cn

 

Grace Jacobsen, unsere Bloggerin aus den USA, äußert ihre Version falscher Stereotypen. Jeder ist zur Diskussion eingeladen!

Grace Jacobsen (USA)

Trotz der Tatsache, dass ich in meiner Kindheit eine beachtliche Zeit in Asien gelebt habe, hatte ich immer noch einige vorgefasste Meinungen über China, bevor ich dorthin gezogen bin. Ich denke, Schuld an meinen fürchterlichen Klischees sind Chinatown, Mulan und die Medien. Tatsächlich kann ich nur mich selbst dafür verantwortlich machen, dass ich nicht vorher die Augen geöffnet habe. Nach einem Jahr im guten alten Beijing möchte ich meine mittlerweile widerlegten Klischees darlegen.

Ich bin fast hundertprozentig sicher, dass es in jedem Film/jeder Fernsehsendung, die jemals produziert wurde, einen Streber gab, der von einem asiatischen Kind gespielt wurde. Ich bin auch ziemlich sicher, dass jeder Austauschschüler aus Asien, der in mein Gymnasium kam, ein Genie war. Jeder weiß einfach, dass chinesische Schüler gut in Mathe und Naturwissenschaften sind. Und chinesische Bildung macht es nicht möglich, frei und kreativ zu denken.

 

Nachdem ich im vergangenen Jahr im Bildungssystem von Beijing gearbeitet habe, kann ich sagen, dass das Schwarzmalerei ist. Ich habe so viele Schüler, die Kunst, Theater und Musik lieben. Einer von ihnen zeichnet gern, und es sieht großartig aus. Ich habe Schüler, die Mathe und Naturwissenschaften hassen. Sie und ich jammern zusammen über die fürchterlichen Hausaufgaben. Man sollte nicht meinen, dass nur weil es Chinesen sind, sie alle gleich sind. Sie sind Individuen.

        Sieben falsche Klischees über Chinesen: 1. Chinesen sind nur gut in Mathe und Naturwissenschaften 

Ich habe oft mit meinen Freunden Witze darüber gemacht, dass wenn Katzen in unserer Nachbarschaft verschwanden, dies bedeute, dass die chinesischen Restaurants Frischfleisch bekommen hätten. Ich weiß, dass ich eine schreckliche Person bin. Ich schlage allerdings eine neue Seite auf. Chinesisches Essen ist toll. Mir ist es egal, ob es amerikanisiert ist oder authentisch – es ist ganz einfach lecker. Und, zur Mitschrift, ich persönlich habe noch nie in China Katzen oder Hunde gegessen.

In Thailand ist es anders. Naja, man muss nachsichtig sein, schließlich gibt es dort eine Million fies aussehende streunende Hunde.

        Sieben falsche Klischees über Chinesen: 2. Chinesische Restaurants servieren Hunde und Katzen.

Ich finde, dass in den USA die Leute unglaublich unterschiedlich untereinander aussehen. Wir haben unterschiedliche Haarfarben, unterschiedliche Augenfarben, unterschiedliche Körperformen und eine unterschiedliche Gesichtsstruktur. Wenn wir Asiaten sehen, könnte man sofort denken: “Wow! Die sehen alle gleich aus!”

Was ich allerdings mittlerweile weiß, ist, dass wir Ausländer nach den falschen Unterscheidungsmerkmalen suchen. Chinesen haben unterschiedliche Augenformen, unterschiedliche Frisuren und unterschiedliche Haut- und Haarnuancen. Sie sehen überhaupt nicht gleich aus, man guckt nur einfach nicht nach dem, was sie unterscheidet. Sobald man anfängt, richtig hinzusehen, nimmt man das wirklich wahr.

        Sieben falsche Klischees über Chinesen: 3. Chinesen sehen alle gleich aus.

Das alte China überschattet häufig das moderne China in den Augen der Welt. Wir sehen eine traditionelle Kultur, die scheinbar in einem längst vergangenen Zeitalter gefangen ist. Wir erinnern uns an Geschichten über Frauen, die ihre Füße abschnüren, arrangierte Heiraten und von Männern dominierte Haushalte.

Ich habe gemerkt, dass China sich ständig entwickelt. Beijing ist voll von Männern und Frauen, die zur U-Bahn strömen, um zur Arbeit zu fahren. Es ist möglich, dass auf dem Lande von Frauen immer noch erwartet wird, still und unterwürfig zu sein. Aber das ist weit entfernt von der Realität in lebhaften Städten wie Beijing. Chinesinnen sind mit unglaublicher Kompetenz in die Erwerbsbevölkerung eingetreten und nehmen zunehmend wichtige Rollen in der Gesellschaft ein.

        Sieben falsche Klischees über Chinesen: 4. Chinesinnen ordnen sich Männern unter.

Das Christentum ist eine legale Religion in China. Die Kommunistische Partei, die eine atheistische Organisation bleibt, erlaubt derzeit nur fünf Religionen in China: Buddhismus, Taoismus, Islam, Protestantismus und Katholizismus. Die Idee, dass Chinesen nicht Christen sein dürfen, ist ganz einfach falsch.

        Sieben falsche Klischees über Chinesen: 5. Chinesen dürfen keine Christen sein.

Während chinesische Studenten im Ausland meist zum ruhigen, fleißigen Typ gehören, ist dies häufig weit entfernt von dem Fall in China. Meine Schüler sind ein Beweis dafür. Sie lieben es, in die Klasse zu rufen und lachen aus voller Kehle. Im Laden bin ich mir oft nicht sicher, ob die Leute freundlich sind oder sich streiten. Egal, ob sie gerade ihr letztes Spiel Chinesisches Schach diskutieren oder den nächsten Weltkrieg planen – sie reden so, dass jeder es hören kann. In den U-Bahnen spricht jeder laut ins Handy, spielt iPad-Spiele mit voller Lautstärke und schädigt seine Ohren, indem er viel zu laut Musik hört.

Als ich im Alter von elf Jahren in China war, gab es noch kaum Autos auf den Straßen. Die Straßen waren voll von Hunderten, wenn nicht Tausenden von Fahrrädern. Rund zwölf Jahre später haben sich die Straßen von Beijing definitiv verändert. Mein Mann Leif und ich sind einige der wenigen Fahrradfahrer, die es noch auf den Straßen gibt. Es stimmt, dass zu einem gewissen Grad die Autofahrer in Beijing jung sind und vielleicht weniger erfahren als die typischen amerikanischen Autofahrer.

        Sieben falsche Klischees über Chinesen: 6. Chinesen sind zurückhaltend

Meine Frage ist, wer die verrückteren Autofahrer sind. Die Chinesen, die ihre Kinder nicht im Alter von unter 18 Jahren fahren lassen? Oder die Amerikaner, die ihren Kindern erlauben, im verrückten Alter von 15 oder 16 Jahren zu fahren? Darüber hinaus sieht man ziemlich selten ein Auto auf den Straßen von Beijing nach 22 oder 23 Uhr. Damit kann man ziemlich sicher sein, dass weniger betrunkene oder übermüdete Autofahrer unterwegs sind. Vielleicht gibt es nicht dieselben Verkehrsgesetze in China wie in Amerika, aber es gibt sicherlich eine Ebbe und Flut, die in dieser Stadt Wunder wirkt.

        Sieben falsche Klischees über Chinesen: 7. Chinesen können nicht gut Auto fahren.

(Editor: Rita Li)

Menschen

Mehr>>
Tibetischer Bergsteiger dokumentiert Bergsteigen Aufstiege auf Mt. Qomolangma Grundschüler an der tibetischen Grenze lernen das Leben außerhalb der Berge kennen Nyima Tashi, Vater der tibetischen IT Tibetischer Maler schafft Mikro-Thangka-Werke Thangka-Ausstellung der Gamagachi-Schule in Lhasa
12345
  

Auch interessant