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Regisseur Zhang Wei – Vom Fabrikboss zur großen Umwandlung

Datum: 06.05.2016,15:11:09 Quelle: http://german.people.com.cn/n3/2016/0506/c209053-9054169.html

Zehn Jahre lang war der heute über 50-jährige Zhang Wei Geschäftsmann. Video-Gegensprechanlagen. Damit hat Zhang in Shenzhen sein Geld gemacht. Und zwar scheinbar eine gute Menge davon. Aber seine Leidenschaft war immer die Kunst und das Kino. Nach einigen finanziellen Investitionen in Filme studierte Zhang, nicht mehr der Jüngste, Regie an der Beijinger Film Akademie und erfüllte sich damit einen Traum. Seinen ersten Spielfilm drehte er dann 2011 mit „Shadow" selbst, 2013 folgte „Factory Boss". Mit seinen Filmen versucht Zhang, das Leben und den Umgang von Chinesen mit dem schnellen Wandel ihres Landes einzufangen. Die Spielfilme kratzen regelmäßig stark am Dokumentarfilm. So handelte „Factory Boss" von Fabrikarbeitern. Statt aber, wie man vielleicht erwarten würde, mit dem Finger auf Schuldige zeigen zu wollen, entschied sich Zhang für einen anderen Weg: Den Chef zum Menschen machen. Der Chef einer Spielzeugfabrik kommt unter massiven Druck, als er seine Firma und sich selbst vor der immer größeren Konkurrenz schützen muss. Auch die Medien, die Behörden und sogar die eigene Familie stellen sich gegen ihn, solang, bis er alles verliert. Obwohl er selbst mal Firmenchef war, sei der Film nicht autobiographisch, sagt Zhang. Die einzige Gemeinsamkeit sei, dass er auch ein Chef war.

„Factory Boss" lief auch in einigen wenigen chinesischen Kinos, hatte aber, wie viele unbekannte Werke, Mühe, sich gegen die allgegenwärtigen Blockbuster durchzusetzen. Da war der Film auf internationalen Festivals, so beispielsweise in Montreal, wo er auch einen Preis gewann, besser aufgehoben.

Zhang ist einer von einigen ehemaligen chinesischen Chefs, die sich nach einer erfolgreichen Karriere ein bisschen am Film versuchen. Doch im Unterschied zur Mehrheit ist da bei Zhang eine Leidenschaft und tägliche Arbeitswut, die Ergebnisse bringt, die sich sehen lassen können. Dabei bleibt immer die Sorge um soziale Brennpunkte bestehen: Autismus, Blindheit, Rassismus. „Ich will Geschichten verwirklichen, an die sich sonst keiner herantraut", sagt Zhang.

Das nächste Projekt geht dann auch denkbar mit der Zeit: Ein Junge glaubt, er wäre besser als Mädchen geboren worden. Nach Angaben des Regisseurs wurde der Dreh in der Provinz Zhejiang bereits erlaubt, nächstes Jahr soll es losgehen. Das wäre dann offiziell der erste Film mit Transgender-Thematik aus China.

Text: Emilie Cherlet

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