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Chinas Hightech-Standorte zeigen sich optimistisch

Datum: 15.08.2016,16:23:27 Quelle: http://german.people.com.cn/n3/2016/0815/c209052-9100260.html

Beijing, Shanghai und Shenzhen sind Heimat der innovativsten Unternehmen Chinas. Tausende von Firmen haben sich an diesen drei Standorten angesiedelt und genießen das gute Investitionsklima.

Chinas Innovationsdrang führte zur Entstehung von drei ausgewiesenen Regionen in den entwickelten Küstenprovinzen im Osten des Landes, die alle zum nächsten Silicon Valley avancieren möchte. Die drei Regionen sind der Beijinger Stadtbezirk Haidian mit seinem Hightech-Standort Zhongguancun, der Zhangjiang-Technikpark in Shanghai und der Stadtbezirk Nanshan in der boomenden südchinesischen Metropole Shenzhen.

Die Wurzeln der frühesten Hightech-Firmen Chinas, einschließlich des PC-Herstellers Lenovo, der Suchmaschine Baidu und des Onlineportals Sina lassen sich die 1990er Jahre zurückverfolgen und liegen in Haidian. Der Stadtbezirk ist seit dieser Zeit Brutstätte für Spitzenunternehmen der Internet- und Hightech-Branche.

Offiziellen Daten zufolge wurden im ersten Quartal diesen Jahres jeden Tag durchschnittlich 33 neue Hightech-Start-Ups in Haidian gegründet. Der Standort ist Heimat von 22 Unternehmen, die sich zu sogenannten Einhörner gewandelt haben und innerhalb von fünf Jahren einen Unternehmenswert von einer Milliarde US-Dollar erreicht haben.

Zu diesen Einhörnern gehört auch der chinesische Fahrdienstvermittler Didi, der seinen Konkurrenten Uber Anfang des Monats in China übernahm und von den Internetriesen Baidu, Alibaba und Tencent sowie von Apple aus den USA unterstützt wird.

Ksyun, ein Tochterunternehmen für Cloud-Computing von Kingsoft, konnte annähernd 50 Millionen US-Dollar in seiner letzten Finanzierungsrunde im Mai aufbringen und stieg damit zum jüngsten Zhongguancun-Start-Up mit über einer Milliarde US-Dollar auf.

„Die Region bringt herausragende Start-Ups schneller hervor als sonst irgendwo“, meint Wang Delu, Präsident des Beijing Greatwall Enterprise Institute. „Startkapitalfonds, Beteiligungskapital und staatliche Unterstützung stehen alle bereit, um in das nächste Einhorn-Start-Up in Haidian zu investieren.“

Der Stadtbezirk beherbergt über 1.500 Fonds, die auf Eigenkapitalfinanzierung spezialisiert sind. „Viele Unternehmer, die ich hier treffe, sagen mir, dass sie ihre Geschäfte schneller als in anderen Ländern finanzieren konnten“, berichtet Mao Daqing, Gründer der Gründerwerkstatt UR Work.

Zhangjiang, ein Hightech-Park im Osten der Shanghaier Innenstadt, vermarktete sich lange als Chinas Silicon Valley und auch als Pharmazie-Standort, da es eine große Zahl von Chip-Herstellern und Pharmaunternehmen beherbergte. Auch die Semiconductor Manufacturing International Corporation ist dort ansässig, der viertgrößte Chip-Hersteller der Welt, die 2015 mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden US-Dollar aufwarten konnte.

Mehr als 300 Medikamente werden derzeit am Standort entwickelt. Jedes dritte von der Nationalen Behörde für Lebens- und Arzneimittel zugelassene Medikament stammt aus Zhangjiang. Der Hightech-Park beherbergt zudem 133 Forschungs- und Entwicklungszentren multinationaler Unternehmen.

„Die Innovation hält sich an den globalen Maßstab und das trifft insbesondere für Shanghai zu, wo aus- und inländische Talente zusammenarbeiten. Die große Zahl der Spitzenkrankenhäuser, Forschungseinrichtungen und Entwicklungszentren bilden eine vollständige industrielle Kette“, erklärt Du Ying, Vorstandsvorsitzender von Zai Lab, eines biotechnologischen Unternehmen mit Sitz in Zhangjiang.

Als Chinas kleinste Hightech-Zone erstreckt sich Nanshan in Shenzhen nur über eine Fläche von 11,5 Quadratkilometern, was rund einem Prozent der Fläche Hongkongs entspricht. Trotzdem haben sich dort 7.000 Unternehmen angesiedelt, einschließlich 84 börsennotierter Unternehmen. DJI, ein Drohnenhersteller, war ein Pionierunternehmen und hat einen Anteil von 70 Prozent auf dem weltweiten Drohnenmarkt für Privatverbraucher. Zusätzlich sind in Nanshan auch Telekommunikationsriesen wie Huawei, ZTE und Tencent ansässig, allesamt Weltführer in ihren jeweiligen Tätigkeitsbereichen.

Die Nähe des Hightech-Standorts zum größten IT-Produktionsstandort Chinas hat es den Unternehmen auch möglich gemacht, Spitzentechnologie in erschwingliche Verbraucherelektronik zu verwandeln. Der Nanshaner Firma Appotronics war es beispielsweise möglich, Laser-Displays für 100-Zoll-Fernseher für 10.000 Yuan anzubieten. Damit stellt es das erste Unternehmen der Welt dar, welches diese Technologie in Massenproduktion herstellt.

Die Aufholjagd geht weiter

Die drei Regionen haben jedoch auch ihre Schwachpunkte. Shenzhen mangelt es an Spitzenuniversitäten und Forschungsinstituten, was wiederum die Nachhaltigkeit des Innovationsstandorts Nanshan infrage stellt. Huaweis Geschäftsführer Ren Zhengfei erklärte Anfang des Jahres auf einer Landeskonferenz zur technologischen Innovation, dass das Unternehmen technologisches Neuland betreten habe und es an Orientierung fehle. Der Grund sei die unzureichende wissenschaftliche Forschung.

Um diesem Problem zu begegnen, hat Shenzhen Spitzenuniversitäten aus aller Welt eingeladen, sich in der Stadt anzusiedeln. Die Stadt plant in den nächsten zehn Jahren 20 Hochschuleinrichtungen aufzuweisen.

In Zhangjiang wird die medizinische Forschung von ausländischen Pharmaunternehmen beherrscht. Selbst bei der gemeinschaftlichen Entwicklung, gestaltet es sich für die chinesische Seite schwierig, sich die Schlüsseltechnologien anzueignen.

Auch Beijings Stadtbezirk Haidian hat trotz seiner vielen innovativen Start-Up-Unternehmen immer noch einen langen Weg vor sich, bevor es im Bereich der Innovation mit Silicon Valley mithalten kann. „Unternehmen hier in Haidian orientieren sich immer noch an ihren Vorgängern im Silicon Valley“, verrät Cheng Fang, Präsident von Tsinghua Technology & Innovation Holdings. „Silicon Valley hat Hightech-Riesen und Weltmarktführer wie Apple, Google, Cisco und Oracle hervorgebracht. Unternehmen aus Haidian können sich damit noch nicht messen lassen.“

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