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Chinesische Lernfreude kennt keine Altersgrenze

Datum: 28.12.2016,10:55:59 Quelle: http://german.people.com.cn/n3/2016/1228/c209053-9160028.html

Mehr als sieben Millionen Senioren studieren in China an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen. Ihre Beweggründe dafür sind unterschiedlich, doch einen Großteil verbindet die Liebe zum lebenslangen Lernen.

Kalligraphieunterricht an der Senioren-Universität Hebei. (Foto: Zhang Yu, China Daily)

Teng Junying hat keine Ahnung was sie 2017 machen soll, wenn sie keinen Platz an der Senioren-Universität Hebei, einer staatlich finanzierten Schule, gewinnen kann. Die 57-Jährige verbrachte die letzten zwei Jahre in den Klassenzimmern der Universität und lernte Singen und Tanzen.

Aber jetzt fürchtet sie, dass die Änderung der Zulassungsregeln ihr eine Enttäuschung bereiten könnte. „Es fühlt sich wie eine Lotterie an“, erklärt Teng mit Bezug auf die Ankündigung, dass die 4.000 Hochschulplätze fortan nach dem Zufallsprinzip vergeben werden.

Die Hochschule wurde 1987 in Shijiazhuang, der Hauptstadt der Provinz Hebei, gegründet und nach dem Windhund-Prinzip betrieben, was regelmäßig zu langen Schlangen vor der Zulassungsstelle führte.

„Immer mehr Menschen wollen an der Schule studieren“, erklärt Li Lin, die in der Zulassungsstelle der Hochschule arbeitet. Vor allem ab dem nächsten Jahr wird ein Ansturm erwartet, da die Schule dann auf alle Studiengebühren verzichten wird. Dies ist Teil der Bemühungen der Regierung, die Weiterbildung unter älteren Bürgern vermehrt zu fördern.

Mehr als 20.000 Anmeldungen seien seit Anfang Dezember an der Schule eingegangen, so Li. „Die neue Auswahlmethode soll sicherstellen, dass alle Bewerber die gleichen Chancen haben.“

Kritik an der Hochschul-„Lotterie“

Die Neuigkeiten sorgen Teng. Sie konnte sich zwei Jahre in Folge erfolgreich um einen Platz bewerben, da sie willens war, dafür früher anzustehen als andere Bewerber.

„Ältere Menschen sind heutzutage dazu bereit, neue Dinge zu lernen, ihre geistige Gesundheit zu bereichern und ihre Zeit im Ruhestand zu nutzen“, meint Teng.

Teng war mit 50 Jahren in Rente gegangen und verbrachte fünf Jahre damit, ihrer Tochter mit dem Großziehen ihres Kindes zu helfen. Dadurch hat sie sich nützlich gefühlt. „Mein Enkel braucht nun keine tägliche Pflege mehr und so habe ich viel Zeit zum Totschlagen.“

Das Studium an der Universität, die 21 Kurse vom Tanzen über Kalligraphie bis zum Bilddesign bietet, habe ihr ein belebendes und verjüngendes Gefühl gegeben, sagt sie. Sie wisse nicht, was sie machen werde, falls sie keinen Platz bekommen sollte.

Mit dieser Sorge ist sie nicht allein. Der 60-jährige ehemalige Ingenieur Liu Pinghai, der im letztem Monat in Rente gegangen war, gab am Mittwoch seine Bewerbung ab. „Ich halte es nicht aus, den ganzen Tag nichts zu tun zu haben.“

Obwohl es seit rund 30 Jahren Bildungseinrichtungen für Senioren gebe – mit mindestens einer solchen in jedem Bezirk und jeder Stadt – übertreffe die Nachfrage immer noch das Angebot, wie Liu Bingxing, Vizepräsident der Universität in Hebei, erklärt. „Die Entwicklung muss zur rapiden Alterung der Bevölkerung aufholen.“

In China gab es 2015 222 Millionen Menschen über 60 Jahren, die 16 Prozent der Bevölkerung stellten. Die Zahl soll sich den Prognosen des Bildungsentwicklungsplans für Senioren des Staatsrats zufolge bis 2020 auf 243 Millionen erhöhen.

Derzeit studieren 3,2 Prozent der Senioren, mehr als sieben Millionen, an Schulen und anderen Bildungsinstitutionen. Der Plan des Staatsrats sieht vor, ihre Anzahl in den nächsten fünf Jahren auf 20 Prozent zu erhöhen.

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