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Mehr Unterstützung für Menschen mit berufsbedingten Erkrankungen

Datum: 11.01.2017,16:59:08 Quelle: http://german.people.com.cn/n3/2017/0111/c209053-9165647.html

Jährlich kommt es in China zu 30.000 neuen Fällen von berufsbedingten Erkrankungen. Ein neuer Plan der Regierung sieht vor, dass Lokalverwaltungen und Unternehmen ihre Vorbeugemaßnahmen verbessern.

Der Plan, welcher Teil des 13. Fünfjahresplans (2016 – 2020) ist, wurde vom Staatsrat am 4. Januar veröffentlicht und soll die Gesundheitsversorgung für jene verbessern, die unter harschen Bedingungen arbeiten. Die Maßnahmen richten sich besonders an jene, die an Krankheiten wie Staublunge leiden oder radioaktiver Strahlung und chemischer Vergiftung ausgesetzt waren.

Dem Plan zufolge sollen Patienten, die zu Versicherungsleistungen für kritische Krankheiten und medizinische Unterstützung berechtigt sind, ebenfalls Vorteile erhalten. Zudem will die Regierung Familien armer Patienten finanziell unterstützen. Diese Schritte werden von Experten als Schlüssel dazu angesehen, bessere Sozialleistungen für Millionen von Patienten landesweit zu ermöglichen.

Der Plan konzentriert sich darauf, die Ursachen für Erkrankungen einzudämmen, indem Firmen dazu angehalten werden, ihre Technik und Arbeitsbedingungen zu modernisieren, Verwaltungsmechanismen für berufliche Gesundheitsversorgung einzuführen, gezieltes Training anzubieten und effektive Vergiftungszentralen aufzubauen.

Der Plan sieht strengere und wirksamere staatliche Kontrollen über Unternehmen vor, die Vergiftungsrichtlinien nicht erfüllen. Lokalverwaltungen sollen zukünftig vermehrt eingreifen, um schädliche Vorgänge zu stoppen oder gegebenenfalls auch die Betriebe schließen.

Das Aufkommen von berufsbedingten Erkrankungen in China kann mit mehr als 30.000 neuen Fälle pro Jahr als schwerwiegend eingestuft werden, wie im Plan angemerkt wird. Auf den Kohle-Bergbau, die chemische Verfahrenstechnik und Nichteisenmetallindustrie entfallen dabei die meisten Patienten.

Zusätzlich verlangt der Plan von Krankenhäusern und professionellen Überwachungsinstituten, dass diese hochqualitative Dienstleistungen anbieten, einschließlich der Diagnose, Risikoanalyse und Behandlung von Berufskrankheiten. Die wissenschaftliche Forschung soll die Entwicklung von ungiftigen Produktionstechniken und Materialien fördern.

Han Shichun, ein Anwalt bei der Beijing Legal Aid Foundation, hilft seit Jahren Staublungenpatienten durch Rechtsbeistand. Arbeiter sind ihm zufolge weitaus verwundbarer an Arbeitsorten wie Minen oder Nichteisenmetallfabriken. Fälle von Staublunge seien für rund 90 Prozent der berufsbedingten Erkrankungen in China verantwortlich und der Plan werde dabei helfen, die Erkrankungen einzudämmen, falls er effektiv umgesetzt werde, da er die Wichtigkeit von Vorbeugemaßnahmen und verbesserten Arbeitsbedingungen betone, so Han.

Besonders Wanderarbeiter seien mit einer großen Herausforderung konfrontiert, da nur wenige Verträge mit ihren Arbeitgebern abschließen und dies wiederum ihre Fähigkeit einschränke, Kompensationen oder Behandlungskosten einzufordern. „Die rechtliche Unterstützung durch den Plan ist für die Patienten wichtiger als die eigentlichen Schutzmaßnahmen“, meint Han.

Staublungenpatienten könnten sich zu den größten Nutznießern entwickeln, da bis Ende 2015 mehr als 720.000 Menschen mit dieser Krankheit diagnostiziert wurden. Laut „Love & Save Pneumoconiosis“, einer Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Beijing, leiden rund sechs Millionen Menschen im Land an der Krankheit.

Oft erkranken Minenarbeiter an ihr, die keine ausreichenden Schutzvorkehrungen besitzen, um das Einatmen von Staub zu verhindern. Vor sechs Jahre wurde berichtet, dass 100 Bauern in einem verarmten Kreis von Gulang in der nordwestchinesischen Provinz Gansu der Krankheit erlagen, nachdem sie jahrelang in einer Goldmine gearbeitet hatten.

Einer der Bauern namens Zhang Yuesheng starb 2010 mit 47 Jahren an der Krankheit, als sein Sohn Zhang Long gerade in der Mittelschule war. „Das Einkommen meines Vaters war die finanzielle Stütze meiner Familie, während meine Mutter nur ein wenig Mais und Weizen anpflanzen konnte, um uns zu ernähren. Meine Schwester und ich konnten kein Geld verdienen, weil wir beide zur Schule gingen“, berichtet der mittlerweile 20-jährige Student Zhang Long.

Nachdem Zhang Yueshengs Geschichte in der China Daily veröffentlicht wurde, spendeten Leser seinem Sohn Geld, um seinen Besuch der Mittelschule und seine jetzigen Anstrengungen um einen Bachelor-Abschluss zu unterstützen. „Jetzt verstehe ich die Wichtigkeit der Schutzmaßnahmen für Minenarbeiter. Mein Vater wäre nicht gestorben, wenn er solchen Schutz erhalten hätte“, wie der 20-Jährige erklärt.

Zhang hofft, dass der Plan das Gesundheitsbewusstsein unter Wanderarbeitern erhöhen und Arbeitgeber dazu bringen könne, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

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