Thema:
Startseite > Aktuelles > Newsticker

Oberflächliche Koproduktionen lassen Kinogänger kalt

Datum: 21.04.2017,22:38:56 Quelle: http://german.people.com.cn/n3/2017/0421/c209053-9206031.html

Koproduktionen sollen helfen, die Kinokassen klingeln zu lassen. Besonders der große chinesische Markt wirkt auf viele unwiderstehlich. Neben der reinen Finanzierung kommt jedoch oft der kulturelle Austausch zu kurz.

Unter den internationalen Filmemachern auf dem derzeit laufenden Beijinger Filmfestival denken viele über das Marktpotenzial von gemeinsamen Filmproduktionen und über bessere Kooperationsformen nach.

Nach Angaben der Festivalveranstalter sind von den 700 chinesischen Filmen, die 2016 produziert wurden, 73 chinesisch-ausländische Koproduktionen mit 14 Ländern und Regionen, die mit China Filmproduktionsvereinbarungen besitzen.

Die Kassenerfolge der gemeinsamen Produktionen waren jedoch häufig nicht gerade beeindruckend. Laut dem Beijinger Unternehmen EntGroup, welches auf Untersuchungen des Unterhaltungsmarkts spezialisiert ist, haben die meisten filmischen Gemeinschaftsproduktionen sogar Verluste eingefahren, wie beispielsweise die chinesisch-französische Koproduktion „The Warriors Gate“ und der epische Action-Abenteuerfilm „The Great Wall“ von Regisseur Zhang Yimou.

Trauriger Tiefpunkt auf der Liste ist „Rock Dog“ von Dreamworks und der Huayi Brothers Media Group, welcher mit einem Budget von 410 Millionen Yuan (60 Millionen US-Dollar) lediglich 40 Millionen Yuan (5,81 Millionen US-Dollar) in China einspielte.

Schuld daran soll nicht zuletzt das gegenwärtige System der Koproduktionen sein, wie auf dem Filmfestival kritisiert wurde. Laut dem Filmkritiker Han Haoyue sind viele der Werke nur dem Namen nach Koproduktionen. „Einige Kooperationen umfassten nur Finanzierung und Vertrieb“, so Han. Ihm zufolge ist es Kultur statt nur Investitionen, was China der Weltfilmindustrie bieten sollte. „Die Zusammenarbeit sollte auf gleicher Basis stattfinden. Man sollte von den Stärken des anderen lernen. Ansonsten ist es nichts als ein Lippenbekenntnis“, so Han.

Chinesen kennen Aamir Khan, einen indischen Schauspieler und Regisseur, vor allem durch seine Komödie „3 Idiots“. Khan zufolge kann ein Film nationale und kulturelle Grenzen transzendieren, solange eine gute Geschichte erzählt wird.

Hinsichtlich dessen stimmte auch Rob Cohen, Schöpfer der „Fast and the Furious“-Filmreihe, mit Khan überein. Laut Cohen hat ihn Chen Kaiges „Lebewohl, meine Konkubine“ den Reichtum und die Schönheit der chinesischen Kultur näher gebracht, die ihm nicht vertraut gewesen war. Er selbst gebe sich viel Mühe, fremde Kulturen in seinen eigenen Filmen zu präsentieren, so Cohen.

Über chinesisch-ausländische Film-Koproduktionen sagte der berühmte chinesische Regisseur Chen Kaige auf dem Filmfestival, dass dazu beide Seiten benötigt werden, um ein „Gefühl des Verliebens“ miteinander zu teilen. „Wenn Produzenten aus verschiedenen Ländern das Gefühl hätten, sich zu verlieben, würden sie ihre Liebe und ihre Leidenschaft dem Projekt widmen.“ Manche Koproduktionen zeigen nur einige exotische Elemente oder einen einzigen Schauspieler als Gastdarsteller, um einen bestimmten Markt für sich zu gewinnen, so Chen.

Seit einigen Jahren arbeitet Chen bereits an der chinesisch-japanischen Koproduktion „Kukai“, die bis Ende des Jahres zur Veröffentlichung freigegeben werden soll. Die Vorbereitungen für den Film haben sechs Jahre in Anspruch genommen. Im Film, welcher auf einem Roman von Baku Yumemakura basiert, spielen sowohl chinesische als auch japanische Schauspieler mit.

Seiner Unreife zum Trotz bleibt der chinesische Markt für filmische Koproduktionen weiterhin verlockend. Chinesen kauften 2016 insgesamt 1,4 Milliarden Kinokarten, mehr als die US-amerikanischen und kanadischen Kinobesucher zusammen. Nach Angaben des Staatlichen Hauptamts für Presse, Publikation, Radio, Film und Fernsehen erreichten Chinas Kinokassenumsätze 2016 insgesamt 45,7 Milliarden Yuan (rund 6,2 Milliarden Euro), was ein Plus von 3,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt.

Menschen

Mehr>>
Drolkar: Verbreitung der tibetischen Kultur mit Pensionen Assistenzärztin in Tibet Xinlin HOU: Pädiaterin und Mutter Tenzin Norbu: Schneeberg und grüner Sportplatz Junge Tibeter gründen die Unternehmen mit sozialer Verantwortung Weg zum Reichtum des junge Raupenpilz-Jungen
12345
  

Auch interessant