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[Weißbuch] Schutz und Entwicklung der tibetischen Kultur

Datum: 01.02.2016,09:44:57 Quelle: China Tibet Online

Vorwort

China ist ein vereinigter Vielvölkerstaat. Tibet ist ein unabtrennbarer Teil Chinas und die tibetische Nationalität ist ein wichtiges Mitglied der großen Familie der chinesischen Nation. Die tibetische Nationalität verfügt über eine lange Geschichte und eine großartige Kultur. Die tibetische Kultur ist sowohl eine glänzende Perle der chinesischen Kultur als auch ein wertvoller Schatz der Weltkultur.

 

Die Tibeter leben seit vielen Generationen auf dem Qinghai-Tibet-Hochplateau. Angesichts der speziellen natürlichen Bedingungen und des harten Lebensumfeldes haben die Tibeter eine unerschütterliche Lebenskraft bewiesen und unermüdlich nach einem glücklichen Leben gestrebt. Während des langen historischen Prozesses der Erkenntnis, Anpassung und Umgestaltung sowie der Entwicklung der Natur, Gesellschaft und der Menschen selbst, im Verlauf des kulturellen Austauschs, der Integration und der gegenseitigen kulturellen Bereicherung mit der Han-Nationalität und anderen Volksgruppen aus China und aus Süd- und Westasien, haben die Tibeter eine reichhaltige Kultur mit auffallenden Besonderheiten und vielfältigen Formen entwickelt. Zu den Charakteristika der tibetischen Kultur zählen unter anderem ihre Sprache und Schrift, Philosophie und Religion, tibetische Medizin und Pharmazie, astronomische Zeitrechnung, Musik und Tanz, Oper und volkstümlicher Gesang sowie andere vortragende Kunstformen, Architektur, Bildhauerei, Malerei und Kunsthandwerk. Die tibetische Kultur dient den Tibetern seit Generationen als geistige Stütze. Sie hat sich durch die gegenseitige Beeinflussung und die Integration mit anderen Kulturen, insbesondere mit der Kultur der Han-Nationalität, entwickelt.

 

Im Verlauf seiner Geschichte hat Tibet eine theokratische Gesellschaft mit feudaler Leibeigenschaft erlebt, die dunkler als das europäische Mittelalter war. Diese Situation bestand bis Mitte des letzten Jahrhunderts. Vor 1959 hatte der 14. Dalai Lama als Oberhaupt des Tibetischen Buddhismus und Chef der lokalen Regierung die politische und religiöse Macht inne. Die Halter von Leibeigenen hatten einen Anteil von unter 5% an der Gesamtbevölkerung, verfügten aber über alle Produktionsmittel, kulturellen Ressourcen und Bildungsressourcen. Sie monopolisierten den materiellen und den geistigen Reichtum Tibets, während die Leibeigenen und Sklaven, die über 95% der Bevölkerung ausmachten, weder Produktionsmittel noch persönliche Freiheit besaßen. Sie litten unter grausamer Unterdrückung und Ausbeutung. Ihre Lebensbedingungen waren unerträglich und sie hatten keinen Anspruch auf Kultur und Bildung. Die lange theokratische Herrschaft und die feudale Leibeigenschaft haben die Vitalität der tibetischen Gesellschaft erstickt und die tibetische Kultur mehr und mehr zu Verfall und Untergang geführt.

 

Die Gründung der Volksrepublik China brachte der tibetischen Kultur Hoffnung auf Schutz und Entwicklung. 1951 wurde Tibet friedlich befreit. Die Aggression und das Joch des Imperialismus wurden abgeschüttelt. Die langjährige Abgeschlossenheit und Stagnation wurde durchbrochen. Die grundlegenden Vorbedingungen für gemeinsamen Fortschritt und das gemeinsame Aufblühen der tibetischen Kultur und der Kultur im ganzen Land wurden geschaffen. Nach der friedlichen Befreiung hat die Zentrale Volksregierung Tibet aktiv dabei unterstützt, die traditionelle Kultur zu schützen und zu bewahren und ein modernes Kultur-, Bildungs- und Gesundheitswesen zu entwickeln. Damit begann für die tibetische Kultur ein völlig neuer Entwicklungsverlauf. Durch die demokratische Reform Tibets im Jahr 1959 wurden Theokratie und feudale Leibeigenschaft abgeschafft. Die Zeit, in der wenige Feudalherren und Mönche aus der Oberschicht Kultur und Bildung monopolisierten, ging zu Ende. Die Massen der Leibeigenen und Sklaven befreiten sich politisch, wirtschaftlich und geistig und wurden zum Schutzherrn über Entwicklung und Genuss der tibetischen Kultur. Damit wurde die tibetische Kultur zu einer Kultur des Volks und es eröffneten sich ihr vielfältige Entwicklungsperspektiven.

 

Seit einem halben Jahrhundert, besonders seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik, legt die chinesische Regierung großen Wert auf den Schutz und die Entwicklung der tibetischen Kultur. Gemäß der Verfassung der Volksrepublik China und dem Gesetz über die regionale Autonomie der nationalen Minderheiten hat die chinesische Regierung mit großartiger Leidenschaft und hohem Verantwortungsbewusstsein umfangreiche menschliche, materielle und finanzielle Ressourcen eingesetzt und alles getan, um die hervorragende traditionelle Kultur Tibets zu schützten und zu verbreiten. Gleichzeitig entwickelt sie das moderne Wissenschafts-, Bildungs- und Kulturwesen Tibets kräftig. Durch diese Maßnahmen erhält die tibetische Kultur Schutz und Entwicklung wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.

 

Dieses Weißbuch wird veröffentlicht, um das Verständnis der internationalen Gemeinschaft über Schutz und Entwicklung der tibetischen Kultur zu verbessern, die von der Dalai-Clique fabrizierte Lüge über das "Aussterben der tibetischen Kultur" zu entlarven und das Wesen der von der Dalai-Clique geforderten, so genannten "kulturellen Autonomie Tibets" ans Tageslicht zu bringen. Darüber hinaus soll es helfen, den Schutz und die Entwicklung der tibetischen Kultur weiter voranzutreiben.

 

I. Lehre, Gebrauch und Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift

 

Die tibetische Sprache und Schrift gehört zu den sino-tibetischen Sprachen. Seit Tausenden von Jahren ist sie ein wichtiges Kommunikationsmittel des tibetischen Volks und bedeutendes Symbol und Träger der tibetischen Kultur. Sie nimmt einen besonderen Platz in der vielfältigen Sprachkultur der chinesischen Nation ein. Seit mehr als einem halben Jahrhundert legt die chinesische Regierung großen Wert auf die Gewährleistung des Rechts des tibetischen Volks auf die Lehre und den Gebrauch der tibetischen Sprache und Schrift und bemüht sich, Lehre, Gebrauch und Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift voranzutreiben. Dabei wurden wichtige Erfolge erzielt.

 

Lehre und Gebrauch der tibetischen Sprache und Schrift sind gesetzlich geschützt. In der Verfassung und in dem Gesetz über die regionale Autonomie der nationalen Minderheiten Chinas wird deutlich festgelegt, dass die Freiheit der nationalen Minderheiten zum Gebrauch ihrer eigenen Sprache und Schrift zu gewährleisten ist. In den Jahren 1987 und 1988 hat das Autonome Gebiet Tibet die Vorläufigen Bestimmungen über die Lehre, den Gebrauch und die Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift sowie die Detaillierten Vorschriften über die Durchführung der Bestimmungen über die Lehre, den Gebrauch und die Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift veröffentlicht und durchgeführt. In diesen Bestimmungen wird festgelegt, dass im Autonomen Gebiet Tibet Tibetisch und Chinesisch gleichgestellt sind, aber Tibetisch als erste Sprache gelehrt werden soll. 2002 wurden die Vorläufigen Bestimmungen über die Lehre, den Gebrauch und die Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift zu Bestimmungen über die Lehre, den Gebrauch und die Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift abgeändert. Damit haben Lehre, Gebrauch und Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift eine zuverlässige gesetzliche Gewährleistung erhalten. Um die Entfaltung dieser Arbeit zu fördern, wurde im Autonomen Gebiet Tibet im Jahr 1988 ein spezieller Ausschuss des Autonomen Gebiets Tibet zur Betreuung der Lehre, des Gebrauchs und der Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift gegründet, der heute Arbeitsausschuss für Lehre, Gebrauch und Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift des Autonomen Gebiets Tibet heißt. Verschiedene Regionen, Städte und Kreise haben nacheinander Organe zur Redaktion und Übersetzung der tibetischen Sprache und Schrift eingerichtet. Zurzeit gibt es in Tibet mehr als 100 Übersetzungsorgane für tibetische Sprache und Schrift. Rund 1000 Fachkräfte beschäftigen sich mit verschiedenen Übersetzungsarbeiten im Bereich der tibetischen Sprache und Schrift.

 

Die tibetische Sprache und Schrift wird weithin gelehrt und verbreitet. Im alten Tibet hatten nur Adelige aus der Oberschicht und wenige Mönche das Privileg, die tibetische Sprache und Schrift zu lernen. Für die breite Masse der Leibeigenen und Sklaven, die über 95% der tibetischen Gesamtbevölkerung ausmachten, war dies unmöglich. Seit dem Tag der Befreiung schenkt die Zentrale Volksregierung der Lehre und Verbreitung der tibetischen Sprache und Schrift große Beachtung. Darüber hinaus hat sie das nach Tibet entsandte und dort arbeitende Personal deutlich zum Lernen und zur Verbreitung der tibetischen Sprache und Schrift aufgefordert. In den 1950er Jahren hat die Zentrale Volksregierung unter anderem in Qamdo, Lhasa und Xigazê nacheinander unter anderem Kurse zum Erlernen der tibetischen Sprache und Schrift, Ausbildungen für Jugendliche, soziale Bildungskurse, Ausbildungen in den Bereichen Agrartechnik, Buchhaltung und Filmvorführung eingerichtet. Darüber hinaus wurden die Angehörigen der verschiedenen Nationalitäten aktiv ermuntert, unterstützt und organisiert, die tibetische Sprache und Schrift, Wissenschaft und Technik zu erlernen. Seit seiner Gründung hält das Autonome Gebiet Tibet alle Lehranstalten klar dazu an, die tibetische Sprache zu lehren und zu gebrauchen und Unterricht in tibetischer Sprache und Schrift zu betonen. Gegenwärtig wird an allen Lehranstalten im Autonomen Gebiet Tibet in Tibetisch und Chinesisch unterrichtet, wobei Tibetisch Unterrichtssprache ist. In den Grundschulen in allen Agrar- und Viehzuchtregionen sowie in manchen Städten wird in Tibetisch und Chinesisch unterrichtet und Tibetisch ist die Unterrichtssprache in den Hauptfächern. Auch in den Mittelschulen wird in Tibetisch und Chinesisch unterrichtet und in den Tibetschulen in anderen Landesteilen wird die tibetische Sprache als eines der Hauptfächer gelehrt. Bei den Aufnahmeprüfungen der Universitäten und mittleren Fachschulen ist die tibetische Sprache eines der geprüften Fächer und das erworbene Zeugnis zählt zu dem allgemeinen Zeugnis. In Tibet gibt es zurzeit 15 523 zweisprachige Lehrer für Tibetisch und Chinesisch und 10 927 Tibetischlehrer. Im Autonomen Gebiet Tibet wurden 181 tibetischsprachige Lehrbücher, 122 Nachschlagewerke und 16 Lehrprogramme für 16 Fächer an den Grund- und Mittelschulen erarbeitet. Damit ist die tibetische Sprache an allen Lehranstalten in Tibet weit verbreitet, wie noch nie zuvor.

 

Die tibetische Sprache und Schrift wird in Tibet weithin verwendet. Seit der Gründung des Autonomen Gebiets Tibet müssen alle von den Volkskongressen auf allen Ebenen angenommenen Resolutionen und gesetzlichen Vorschriften sowie die von den lokalen Regierungen auf allen Ebenen Tibets erlassenen offiziellen Mitteilungen sowohl in tibetischer als auch in chinesischer Sprache veröffentlicht werden. Auch im Bereich der Justiz wird Tibetisch gebraucht, wenn die betroffenen Personen Tibeter sind. Anklageschriften, Urteile und andere gesetzliche Dokumente müssen in Tibetisch abgefasst werden. Amtssiegel, Ausweise, Formulare, Briefumschläge und Schreibpapiere verschiedener Regierungsabteilungen und Unternehmen sowie alle Schilder in öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Straßen, Bushaltestellen, Bahnhöfen, Flughäfen, Geschäften, Hotels, Restaurants, Theatern, Reisezielen, Sportstadien und Bibliotheken sind zweisprachig beschriftet.

 

Seit seiner Gründung im Jahr 1959 legt das Volksradio Tibet großen Wert auf tibetische Rundfunkprogramme. Es bietet insgesamt 42 Programme in tibetischer Sprache (einschließlich der Sprache der Kamba) an. Die Sendezeit des tibetischen Nachrichtenkanals beträgt täglich 21 Stunden und die des Kanals in der Sprache der Kamba 18 Stunden. Die jährliche Kapazität zur Synchronisierung wurde von 1200 Stunden im Jahr 1996 auf 9235 Stunden im Jahr 2007 erhöht. Der tibetischsprachige Satellitenkanal der Fernsehstation Tibet wurde 1999 ins Leben gerufen. Jeden Tag werden zahlreiche Programme und in tibetischer Sprache synchronisierte Filme angeboten. Zurzeit gibt es 21 tibetische Fernsehprogramme, die bei den Völkern aller Nationalitäten in Tibet sehr beliebt sind. Seit dem 1. Oktober 2007 werden die Programme des tibetischen Satellitenkanals 24 Stunden pro Tag übertragen. Die Fernsehstation Tibet hat im Jahr 2007 Filme und Fernsehprogramme mit einer Gesamtlänge von 500 Stunden (639 Emissionen) auf Tibetisch synchronisiert, darunter 564 Filme und 35 Fernsehsendungen. Jedes Jahr werden in Agrar- und Viehzuchtgebieten mindestens 25 neu in tibetischer Sprache synchronisierte Filme vorgeführt und alle in diesen Gebieten vorgeführten Filme sind nun tibetisch synchronisiert.

 

Bücher und Zeitungen in der tibetischen Sprache haben sich rasch entwickelt. Landesweit gibt es neun Verlage, die Bücher auf Tibetisch herausgeben, unter anderem den Verlag für Tibetologie Chinas, den Nationalverlag, den Volksverlag Tibet und den Verlag für alte Schriften Tibets. Jedes Jahr erscheinen rund tausend Bücher auf Tibetisch. Nach der Einordnung durch Experten werden viele seltene Bücher und einzigartige Exemplare aus dem Altertum herausgegeben. Zurzeit gibt es in Tibet 14 Zeitschriften und zehn Zeitungen auf Tibetisch. Landesweit haben über 20 Zeitschriften eine tibetische Ausgabe. Im Juli 2002 wurde die tibetische Ausgabe der Tageszeitung Tibet von 28 Seiten auf 36 Seiten wöchentlich erweitert. Ihre tägliche Auflage beträgt 25 000 Exemplare. Durch das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften wie zum Beispiel der Wissenschafts- und Technikzeitung Tibet, Wissenschaftlich-technischen Informationszeitung Tibet, Freund zum Wohlstand erhalten die Bauern und Hirten wissenschaftlich-technische Kenntnisse sowie Erfahrungen und Methoden dafür, Wohlstand zu erlangen.

 

Gegenwärtig gibt es im Autonomen Gebiet Tibet mehr als 4000 Literatur- und Kunstschaffende, davon sind über 90% Tibeter. Außerdem gibt es zehn professionelle Kunstensembles, vier Jugendkunstensembles, 18 Volkskunstensembles, mehr als 500 Gruppen nebenberuflicher Künstler und 160 Gruppen, die sich der tibetischen Oper widmen. Sie begeben sich oft in die Agrar- und Viehzuchtgebiete und führen Programme in tibetischer Sprache auf, damit sie beim Volk sehr beliebt sind.

 

Die tibetische Sprache und Schrift wird umfassend entwickelt. 1984 wurde ein Verarbeitungssystem für Tibetisch entwickelt, das mit Englisch und Chinesisch kompatibel ist. Damit wurde Präzisionslaserdruck für die tibetische Sprache ermöglicht. Die Computerkodierung der tibetischen Buchstaben hat 1997 internationalen Standard erreicht. Dadurch ist das tibetische Schriftsystem unter den Schriften aller nationalen Minderheiten Chinas die erste Schrift, die sich eines internationalen Standards erfreut. Zurzeit werden der grammatische Rahmen und das System der tibetischen Sprache an die automatische Bearbeitung durch Maschinen angepasst. An der automatischen Unterscheidung und Erkennung von zusammenhängenden tibetischen Worten wird gearbeitet. Ein großes zweisprachiges elektronisches tibetisch-chinesisches Wörterbuch (120 000 Wörter) wurde erstellt. Elektronische Wörterbücher mit tibetischer Grammatik und großzügige Datensammlungen mit realen tibetischen Texten, die für eine Übersetzungsmaschine für Tibetisch, Chinesisch und Englisch notwendig sind, werden zusammengestellt. All dies schafft eine solide Grundlage für die Weiterführung, Verbreitung und Popularisierung der tibetischen Kultur im Informationszeitalter.

 

Die Verwendung der Computertechnik und die Verbreitung des Internets haben für die Lehre, den Gebrauch und die Entwicklung der tibetischen Sprache und Schrift eine neue Plattform geschaffen. Das fortschrittliche Editorprogramm, das Laserdrucksystem und das elektronische Desktop Publishing System für tibetische Sprache und Schrift finden in Tibet breite Verwendung. Das Informationsbedürfnis vieler Tibeter wird durch die Lektüre in- und ausländischer Nachrichten und Informationen auf Plattformen in tibetischer Sprache per Internet und Handy befriedigt. Auch im Post- und Kommunikationswesen Tibets wird Tibetisch verwendet und Dienstleistungen wie Telegramme, Beeper und SMS werden auf Tibetisch angeboten.

 

Die Standardisierung der tibetischen Sprache und Schrift hat große Fortschritte gemacht. 2005 wurden die Gebrauchsregeln der neuen Wörter, Fachwörter und Fremdwörter ausgearbeitet. Insgesamt wurden mehr als 3500 tibetische Fachwörter aus den Bereichen Marktwirtschaft und Schulbildung und rund 60 000 wissenschaftlich-technische Fachwörter standardisiert sowie über 8000 Fachwörter aus dem Bereich Informatik übersetzt und standardisiert. In den vergangenen Jahren haben Verlage verschiedener Ebenen nacheinander folgende Wörterbücher herausgegeben: Tibetisches Wörterbuch von Geshe Chosta, Großes tibetisches Wörterbuch, Tibetisch-Chinesisches Wörterbuch der Umgangssprache, Bilingualer Chinesisch-Tibetischer Wortschatz, Tibetisch-Chinesischer Wortschatz, Tibetisch-Chinesisches Wörterbuch, Bilinguales Tibetisch-Chinesisches Wörterbuch der Marktwirtschaft und Bilinguales Tibetisch-Chinesisches Wörterbuch der Jura. Der Entwurf der Ausarbeitung des Plans der tibetischen Hochsprache und die Sammlungs- und Ordnungsarbeit für das Handbuch der Schreibnormen der ins Chinesische übersetzten Namen der Tibeter wurden beendet.

 

II. Pflege, Schutz und Entwicklung des Kulturerbes

 

Das tibetische Kulturerbe gilt als wichtiger Bestandteil des chinesischen Kulturerbes. Die Zentrale Volksregierung legt großes Gewicht auf den Schutz und die Entfaltung der traditionellen tibetischen Kultur und hat riesige Mittel und Arbeitskräfte eingesetzt und von allen gesetzlichen, wirtschaftlichen und administrativen Möglichkeiten Gebrauch gemacht, damit die prächtige traditionelle Kultur Tibets effektiv geschützt, gepflegt und entwickelt wird.

 

Die Kulturdenkmäler werden effektiv geschützt. Nach der demokratischen Reform legte die Zentrale Volksregierung großen Wert auf den Schutz der Kulturdenkmäler in Tibet und gewährte zu diesem Zweck tatkräftige Unterstützung in Form von politischen Maßnahmen, Fachkräften, Geldmitteln und Technologien. Die Verwaltungsorgane für Kulturdenkmäler in Tibet vervollkommnen sich allmählich, die Mechanismen für den Schutz der Kulturschätze entwickeln sich kontinuierlich, das System zum Schutz der Kulturdenkmäler vervollständigt sich schrittweise und die Fähigkeiten zur Erforschung und zum Schutz der Kulturdenkmäler erhöhen sich fortwährend. Das Autonome Gebiet Tibet hat eine Reihe von gesetzlichen Vorschriften erlassen, wie z. B. Bestimmungen für den Denkmalschutz, Provisorische Bestimmungen für die Verwaltung der Kunstgegenstände in Tempeln und Klöstern, Verwaltungsvorschriften zur Feuerbekämpfung in den Kulturstätten, Provisorische Verordnungen zur Verwaltung der volkstümlichen Kulturschätze und Verwaltungsvorschriften zum Schutz des Potala-Palastes, durch die der Denkmalschutz in Tibet in die Bahn des Gesetzes und der Standardisierung gelenkt wurde.

 

In Tibet wurden zwei allgemeine Untersuchungen der Kulturdenkmäler vorgenommen (die dritte im Gange). Die chinesischen Archäologen haben die Kulturdenkmäler entlang der Qinghai–Tibet-Eisenbahn untersucht und wissen heute über deren Verteilung, Zahl und Zustand genau Bescheid. Gefährdete Kulturdenkmäler und historische Relikte wurden geborgen, geordnet und renoviert. Über 20 000 Kulturgegenstände aus dem Volk wurden von Museen zusammengetragen und konserviert. Bis Ende 2006 verfügte Tibet über mehr als 2330 registrierte Kulturstätten und Relikte sowie 329 Objekte unter Denkmalschutz auf allen Ebenen, 35 davon unter nationalem Denkmalschutz, 112 unter Denkmalschutz auf der Ebene des autonomen Gebiets und 182 unter Denkmalschutz auf der Bezirks- bzw. Kreisebene. Der Potala-Palast, das Jokang-Kloster und der Norbulingka wurden in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Stadt Lhasa, Xigazê und die Kreisstadt Gyangzê wurden als so genannte historisch-kulturelle Städte Chinas eingestuft. Gegenwärtig verfügen die Museen im ganzen Autonomen Gebiet Tibet über einige hunderttausend Kulturgegenstände, mehr als 10 000 davon sind auf nationaler Ebene.

 

Seit den 1980er Jahren hat der Staat zur Pflege und Restauration wichtiger Kulturdenkmäler und historischer Relikte in Tibet große Geldsummen bereitgestellt. Außerdem wurde eine Reihe von schwerpunktmäßig geschützten Kulturstätten wieder eröffnet. In den 1980er und 1990er Jahren investierte die Zentrale Volksregierung mehr als 300 Millionen Yuan in die Restaurierung von über 1400 Tempeln und Klöstern und machte sie dem Publikum zugänglich. Durch die wissenschaftlichen Ausgrabungsarbeiten in den Ruinen der Jungsteinzeit, zum Beispiel bei der Ausgrabungsstätte Karub in Qamdo, der Ausgrabungsstätte Qugong in Lhasa und der Ausgrabungsstätte Changguogou in Shannan, konnte die Lücke im archäologischen Studium der vorgeschichtlichen Zeit Tibets geschlossen werden. Einige alte Gebäude und Relikte, zum Beispiel das Tashilhunpo-Kloster, das Sa’gya-Kloster, das Samye-Kloster, das Jokang-Kloster, das Qamba-Ling-Kloster, das Xallhu-Kloster, die Ruine der Festung zum Widerstand gegen die britischen Aggressoren am Zongshan-Berg in Gyangzê, der Norbulingka und das Baikor-Kloster, wurden als Schwerpunktobjekte renoviert und gepflegt. Zwischen 1989 und 1994 stellte der Staat zur Renovierung des Potala-Palastes 55 Millionen Yuan sowie eine große Menge an Gold und Silber zur Verfügung. 2001 genehmigte der Staat 330 Millionen Yuan für die Restaurierung des Potala-Palastes, des Norbulingka und des Sa’gya-Klosters. Zwischen 2006 und 2010 wird die Zentrale Volksregierung weitere 570 Millionen Yuan für die Renovierung und Pflege von 22 schwerpunktmäßig zu schützenden Kulturstätten bereitstellen. Die riesigen Investitionen und umfangreichen Renovierungen sind beispiellos in der Geschichte des Denkmalschutzes in China. In den letzten Jahren wurden NGOs wie die Vereinigung für Schutz und Entwicklung der tibetischen Kultur ins Leben gerufen, die viel zum Schutz und zur Entwicklung der tibetischen Kultur beigetragen haben.

 

Das immaterielle Kulturerbe wird effektiv geschützt, gepflegt und entwickelt. Seit den 1970er Jahren haben das Autonome Gebiet Tibet, dessen Bezirke und Städte Institutionen zur Rettung, Aufbereitung und Erforschung des kulturellen Erbes der Nationalitäten eingerichtet und Forschungsgruppen in alle Ortschaften des gesamten autonomen Gebiets entsandt. Aufgabe der Forschungsgruppen sind umfangreiche Untersuchungen des volkstümlichen Kulturerbes, um die Volksliteratur und -kunst wie Dramen, Tänze, Musikstücke, Balladen, Volkslieder, Sprichwörter und Volkserzählungen zu sammeln, aufzubereiten und zu erforschen. In diesem Rahmen wurden tibetische und chinesische Schriften mit einem Umfang von über 30 Millionen Schriftzeichen gesammelt, mehr als 1000 wissenschaftliche Abhandlungen über die traditionelle Kultur der tibetischen Nationalität veröffentlicht und mehr als 30 Monographien über Kunst und Literatur herausgegeben. 2003 riefen die Zentrale Volksregierung und die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet ein Projekt zum Schutz des immateriellen Kulturerbes ins Leben. Im Rahmen des Projekts haben die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet und die Regierungen der Bezirke und Städte eine Führungsgruppe und spezielle Behörden für den Schutz von immateriellem Kulturerbe eingerichtet und zahlreiche Forscher zur eingehenden Untersuchung des immateriellen Kulturerbes entsandt, um bedrohtes immaterielles Kulturerbe effektiv zu schützen. 19 Kreise wurden zu Stätten der Volkskunst auf der Ebene des autonomen Gebiets ernannt. 120 Projekte wurden in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf der Ebene des autonomen Gebiets und 61 Projekte in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf nationaler Ebene aufgenommen. 31 Personen wurden auf die Nationale Liste der Träger immateriellen Kulturerbes gesetzt. Eine große Menge tibetischer Dokumente und Schriften wurde rechtzeitig gerettet. Zehn große Sammlungen wurden zusammengestellt und herausgegeben, so zum Beispiel die Werke Geschichte der chinesischen Opern und Dramen: Band Tibet, Sammlung chinesischer Volksdichtung: Band Tibet, Sammlung chinesischer Volkstänze: Band Tibet, Sammlung chinesischer Sprichwörter: Band Tibet, Sammlung chinesischer Balladen: Band Tibet, Sammlung der Volkslieder verschiedener Nationalitäten: Band Tibet, Sammlung chinesischer Opernmusik: Band Tibet und Sammlung chinesischer Volkserzählungen: Band Tibet. Damit wurde dem Mangel an schriftlichen Aufzeichnungen über die tibetische Kultur ein Ende bereitet. Auch konnte eine große Menge an wichtigem Kulturerbe rechtzeitig gerettet und effektiv geschützt werden. König Kêsar, ein großartiges mündlich überliefertes Heldenepos, wurde seit langer Zeit von Meistern an deren Schüler weitervermittelt. Der Staat hat die Sammlung, Überprüfung und Publikation von König Kêsar in die Liste der Schwerpunktprojekte der wissenschaftlichen Forschung aufgenommen und zu diesem Zweck ein spezielles Institut etabliert, dem zweckgebundenes Geld zugewiesen wurde. Bisher wurden bereits Tonbänder mit einer Gesamtlänge von 5000 Stunden aufgenommen, rund 300 Bände gesammelt und 120 Bände auf Tibetisch, 25 Bände auf Mongolisch sowie über 20 Bände auf Chinesisch aufbereitet und herausgegeben. 20 Monographien zu dem Thema wurden veröffentlicht. Einige Bände von König Kêsar wurden ins Englische, Japanische und Französische übersetzt und herausgegeben.

 

Das literarische und künstlerische Schaffen in Tibet tritt in die beste Periode seiner Geschichte. In Verbindung mit der modernen Kunst erlebt die traditionelle Kunst der tibetischen Nationalität eine kontinuierliche Entwicklung. Ständig werden neue Ideen hervorgebracht. Nach der friedlichen Befreiung Tibets kamen Literatur- und Kunstschaffende aller Nationalitäten dorthin, um die hervorragende nationale Literatur und Kunst des Volks zu erschließen und zu pflegen. Auf dieser Basis schufen sie zahlreiche Werke in Form von Gedichten, Romanen, Gesängen und Tänzen, Musik, bildender Kunst, Film und Fotografie. Damit vervollständigten sie die Kategorien der Kunst, bereicherten die Literatur- und Kunstformen und erhöhten das künstlerische Niveau in Tibet. In den letzten Jahren ist eine Reihe von literarischen und künstlerischen Werken mit neuen Inhalten, deutlichen nationalen Eigenschaften und ausgeprägtem Charakter der jetzigen Zeit erschienen, die das künstlerische Niveau in Tibet erhöht und das kulturelle Leben der Volksmassen aller Nationalitäten beträchtlich bereichert und belebt haben. Dazu gehören die Tanzoper Qomolangma, die Gesänge und Tänze Die Goldene Zeit, Farbenprächtiger Hada, Tibet im Himmel und Ode auf die Harmonie, das Theaterstück Durch den Gipfel, das neue tibetanische Opernstück Frühling in Dogxong sowie das neue historische Theaterstück Prinzessin Wencheng, bei dem die Peking- und die tibetanische Oper miteinander verbunden sind. Prinzessin Wencheng wurde außerdem in die Liste der zehn großartigsten Theaterstücke des Nationalen Projektes für qualitative Bühnenkunst aufgenommen. In den letzten fünf Jahren haben die drei professionellen Ensembles, die dem autonomen Gebiet unmittelbar unterstehen, 34 neue Programme zusammengestellt. Die sieben professionellen Ensembles auf Bezirks- bzw. Stadtebene haben über 300 neue Programme geschaffen. Insgesamt haben die Ensembles mehr als 3000 Aufführungen bestritten, deren gesamte Zuschauerzahl sich auf fünf Millionen Personen belief. Darüber hinaus haben sie über 40 Preise auf Landesebene und mehr als 270 Preise auf Gebietsebene gewonnen. Der kulturelle Austausch in Tibet erlebt einen stürmischen Aufschwung. In den letzten 30 Jahren hat das Autonome Gebiet Tibet über 360 Ensembles mit 4320 Teilnehmern zu Aufführungen in mehr als 50 Länder und Regionen geschickt, darunter in die USA, nach Kanada und Russland. Mehr als 200 Künstler aus über 30 Ländern und Regionen wurden empfangen.

 

Im alten Tibet gab es keine kulturellen Einrichtungen, die den Volksmassen zugänglich waren. Heute gibt es in Tibet ein relativ vollständiges Netz von öffentlichen kulturellen Einrichtungen. Zurzeit gibt es in Tibet zwölf große moderne Bibliotheken, zwei Museen, sechs multifunktionale Kunsthallen, 37 Mehrzweckkulturzentren auf Kreisebene, 22 Stationen des Projekts für die gemeinsame Nutzung der kulturellen Ressourcen und Informationen, 175 Kulturstationen auf Gemeindeebene und 550 Kulturräume auf Dorfebene. Die Kulturindustrie entwickelt sich dynamisch. In den 2596 Kultur- und Vergnügungsstätten sind 18 350 Personen beschäftigt. Außerdem gibt es über 3000 kulturelle Reisebüros, Galerien, Urlaubsdörfer und Freizeitgärten. Die Schaffung öffentlicher kultureller Einrichtungen und die Entwicklung der Kulturindustrie spielen eine immer wichtigere Rolle für die Bereicherung des kulturellen Lebens der Volksmassen und die Pflege der tibetischen Kultur.

 

Die Entwicklung der tibetischen Medizin und Pharmazie beschleunigt sich. Die tibetische Medizin und Pharmazie kann man als exotische Blume der traditionellen tibetischen Kultur bezeichnen. Im alten Tibet gab es nur drei kleine staatliche Institute für tibetische Medizin, nämlich das "Mantsikhang" (Institut für Tibetische Medizin und Astronomie), das Institut des Berges des Medizinkönigs zur Rettung der Lebewesen und die Halle für das Zusammentreffen der Unsterblichen, in denen weniger als 100 Personen beschäftigt waren. Die Institute wurden hauptsächlich von hohen Beamten, Aristokraten und hochrangigen Lamas besucht. Die Werktätigen wurden nirgendwo behandelt. Nach der demokratischen Reform hat der Staat eine große Geldsumme bereitgestellt, um die tibetische Medizin und Pharmazie zu entwickeln und die Gesundheit des Volks zu garantieren. Bis Ende 2007 gab es in Tibet 18 Krankenhäuser für tibetische Medizin. Alle Kreisen verfügten über Einrichtungen mit Abteilungen für tibetische Medizin. Zurzeit gibt es in Tibet 650 Krankenbetten für tibetische Medizin. 1484 Personen beschäftigen sich mit der tibetischen Medizin und Pharmazie. Darüber hinaus gibt es 678 ländliche Ärzte für tibetische Medizin. 2007 wurden 489 000 Personen in Einrichtungen für tibetische Medizin behandelt, 7340 davon stationär. Die traditionelle Herstellung tibetischer Arzneimittel wurde durch industrielle Produktion ersetzt. Die Herstellung der tibetischen Arzneimittel wurde standardisiert, in ihrem Umfang deutlich erweitert und wissenschaftlicher Verwaltung unterstellt. Gegenwärtig gibt es in Tibet 18 pharmazeutische Unternehmen für tibetische Medizin, die mehr als 360 verschiedene Medikamente auf Grundlage der tibetischen Medizin herstellen. Alle Arten von tibetischen Arzneimitteln befinden sich auf der Liste der nationalen Krankenversicherung. Der Produktionswert der tibetischen Arzneimittel erreichte 2007 rund 660 Millionen Yuan und der Umsatz lag bei 450 Millionen Yuan. Einige Arten von tibetischen Arzneimitteln werden in anderen Regionen Chinas und sogar in anderen Ländern verkauft.

 

Forschung und Ausbildung im Bereich der tibetischen Medizin und Pharmazie tragen reiche Früchte. Alle Institute für tibetische Medizin und Pharmazie betreiben aktiv Forschung im Bereich der tibetischen Medizin und Pharmazie und haben zahlreiche Bücher von großer wissenschaftlicher Bedeutung gesammelt, zusammengestellt und herausgegeben, darunter zum Beispiel die Enzyklopädie chinesischer Medizin: Band Tibet, Das große Wörterbuch der tibetischen astronomischen Kalenderberechnung, Ganlu-Kräutermedizin, Vier Medizinische Klassiker (tibetisch und chinesisch), Sämtliche Wandkarten farbiger Tangkas für die Vier Medizinischen Klassiker, Jingjing-Kräutermedizin, Diagnostik der tibetischen Medizin und Gesammelte Rezepte der tibetischen Medizin. Mit der Gründung des Instituts für tibetische Medizin im Jahr 1989 wurde das traditionelle Lehrmodell der tibetischen Medizin und Pharmazie in die Bahn der modernen Hochschulbildung gelenkt. Bis 2007 hat dieses Institut mehr als 1200 Bakkalaurei sowie 56 Magister und Doktoren für tibetische Medizin und Pharmazie ausgebildet. Zurzeit gibt es an dem Institut 1194 Studierende, darunter 54 machen ein Magisterstudium.

 

All das fördert die Entwicklung der tibetischen Medizin und Pharmazie, damit sie eine wichtige Rolle bei der Anhebung des Gesundheitsniveaus der tibetischen Bevölkerung und des Wohls der Menschheit spielt.

 

III. Religiöser Glaube sowie Sitten und Gebräuche werden respektiert

 

Der Tibetische Buddhismus, dem der größte Teil der Volksmassen in Tibet anhängt, gilt als wichtiger Bestandteil der traditionellen tibetischen Kultur. Die Tibeter haben im Verlauf ihrer langen Geschichte spezielle Sitten und Gebräuche entwickelt. Seit der friedlichen Befreiung Tibets schenkt die chinesische Regierung der Glaubensfreiheit und den Sitten und Gebräuchen der Tibeter große Aufmerksamkeit und umfassenden Respekt.

 

Im alten Tibet bestand ein theokratisches System, ähnlich dem politischen System des Mittelalters in Europa. Die Oberschicht, repräsentiert durch den Dalai Lama, manipulierte Politik, Wirtschaft und Kultur in Tibet, monopolisierte den Zugang der Gläubigen zum Himmelsreich und übte eine theokratische Herrschaft und religiöse Tyrannei über die Gläubigen aus. Von Glaubensfreiheit konnte keine Rede sein. Dieses System wurde zu einem schweren Joch, das die Vitalität der Gesellschaft und die Gedanken der Volksmassen hemmte. Die demokratische Reform im Jahr 1959 stürzte das rückständige und dekadente theokratische System sowie die kirchliche Herrschaft der lebenden Buddhas mit dem Dalai Lama an der Spitze vollständig und verwirklichte die völlige Trennung von Politik und Religion sowie die Demokratisierung der Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten in Tempeln und Klöstern. Damit wurde die Religionsfreiheit durch das System garantiert.

 

Der Staat betrachtet den Tibetischen Buddhismus als Teil der traditionellen tibetischen Kultur und gewährt ihm effektiven Schutz. Um die religiösen Bedürfnisse der Laien zu befriedigen, ergreift der Staat effektive Maßnahmen und erhält Tempel und Klöster sowie Kunstgegenstände und Relikte in gutem Zustand. Der Staat hat nicht nur den Potala-Palast, das Jokang-Kloster, das Zhaibung-Kloster, das Sêra-Kloster, das Gandain-Kloster, das Tashilhunpo-Kloster, das Sa’gya-Kloster und andere Stätten für religiöse Aktivitäten als Schwerpunktobjekte unter den Denkmalschutz des Staates und des Autonomen Gebiets Tibet gestellt, sondern stellt auch jedes Jahr große Geldsummen zu ihrer Renovierung zur Verfügung. Seit den 1980er Jahren haben die zentralen Finanzbehörden und die lokalen Finanzbehörden des Autonomen Gebiets Tibet für die Renovierung einer Reihe von Stätten für religiöse Aktivitäten über 700 Millionen Yuan sowie eine große Menge an Gold und Silber bereitgestellt. Zurzeit gibt es in Tibet über 1700 Stätten für religiöse Aktivitäten sowie 46 000 Mönche und Nonnen. Die Wandmalereien, Schnitzereien, Statuen, Tangkas, Sutren, Opfergaben und Kultgeräte in den Klöstern wurden gut gepflegt und restauriert. Eine große Menge von Dokumenten und antiken Schriften wurde rechtzeitig gerettet, zusammengestellt und herausgegeben. Die traditionellen Institute für die Vervielfältigung der tibetischen Sutren in den Klöstern wurden weitergeführt und ausgebaut. Gegenwärtig gibt es zirka 60 große traditionelle Institute für die Vervielfältigung tibetischer Sutren, so zum Beispiel die Institute für die Vervielfältigung der tibetischen Sutren im Kloster Muru und im Potala-Palast, die jährlich 63 000 Bände Sutren vervielfältigen. Außerdem gibt es 20 nichtstaatliche Verkaufsstände für tibetische Sutren. 1984 schenkte die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet dem Zweig der Vereinigung der Buddhisten Chinas in Tibet die Lhasa-Ausgabe des Tripitaka Gangyur auf Tibetisch und unterstützte das Institut für die Vervielfältigung der tibetischen Sutren in Lhasa finanziell, diese Sutren zu vervielfältigen, um sie den Klöstern in Tibet bzw. außerhalb von Tibet zur Verfügung stellen zu können. 1990 finanzierte die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet dem Kloster Muru in Lhasa mit 500 000 Yuan die Anfertigung der neuen Holzplatten für das Tripitaka Dangyur auf Tibetisch. Die angefertigten Holzplatten befinden sich jetzt im Druck. Das ist das erste Mal in der tibetischen Geschichte, dass das Dangyur in Lhasa geschnitten und gedruckt wird. Außerdem stellte der Staat 40 Millionen Yuan und über 100 Fachleute für Tibetisch bereit, um das Gangyur und das Dangyur zusammenzustellen und herauszugeben. Die Arbeit dauerte über 20 Jahre. Gegenwärtig sind alle 124 Bände des Dangyur erschienen, die 108 Bände des Gangyur sollen im Jahr 2008 folgen. Bis jetzt wurden 1490 Bände des Tripitaka Gangyur gedruckt und Einzelausgaben von Werken über den Tibetischen Buddhismus wie zum Beispiel Bücher über Zeremonien, Biografien und Abhandlungen veröffentlicht. Im Jahr 1998 stellten der Verlag für tibetische antike Schriften und der Volksverlag Tibet die Bücher Gangyur der Bön-Religion und Dangyur der Bön-Religion (Tripitaka) zusammen und veröffentlichten sie. Nacheinander erschien auch eine Reihe von Monographien über den Buddhismus, so zum Beispiel Zusammenstellung und Erforschung der auf den Pattra-Blättern geschriebenen Sanskritsutras und Annalen der Tempel und Klöster der Bön-Religion in Tibet.

 

Die normalen religiösen Aktivitäten und die Religionsfreiheit werden gesetzesgemäß gewährleistet. Sowohl auf der Ebene des Autonomen Gebiets Tibet als auch auf der Bezirks- und Stadtebene gibt es Vereinigungen der Buddhisten. Dem Zweig der Vereinigung der Buddhisten Chinas in Tibet sind die Akademie für den Tibetischen Buddhismus und das Institut für die Vervielfältigung der tibetischen Sutren untergeordnet. Das Organ der Vereinigung Der Tibetische Buddhismus erscheint auf Tibetisch. Der Staat hat außerdem die Chinesische Akademie für den Tibetischen Buddhismus gegründet, um hochqualifizierte Fachleute für den Tibetischen Buddhismus heranzubilden. Über 100 lebende Buddhas und hochgebildete Mönche haben die Akademie zur Weiterbildung besucht. Mönche und Nonnen studieren buddhistische Schriften, debattieren über Sutras, streben nach einem höheren Grad, führen Abhiseka- und Upasampaderi-Rituale durch und leben nach buddhistischer Doktrin. Das Reinkarnationssystem der lebenden Buddhas wird als einzigartiges Nachfolgesystem des Tibetischen Buddhismus vom Staat respektiert. Gemäß dem religiösen Zeremoniell und den geschichtlichen Vorgaben wurden bereits über 40 reinkarnierte lebende Buddhas bestimmt.

 

Die religiösen Aktivitäten in Tibet kann man als inhaltsreich und vielfältig bezeichnen. Seit den 1980er Jahren werden mehr als 40 religiöse Feste und Zeremonien wieder durchgeführt. Die Gläubigen haben die Freiheit, an verschiedenen religiösen Festen und Zeremonien wie zum Beispiel dem Sagya-Dawa oder dem Xodoin-Fest teilzunehmen. In Tibet sind überall von Anhängern des Tibetischen Buddhismus aufgehängte Gebetsfahnen und Mani-Steine mit der eingravierten "Sechs-Schriftzeichen-Ermahnung" zu finden. Man kann auch überall Gläubige sehen, die sich an religiösen Aktivitäten beteiligen. Die Gläubigen richten in ihrer Wohnung im Allgemeinen einen kleinen Gebetsraum oder eine Nische mit Buddhastatuen zur Verehrung Buddhas ein. Sie sind oft damit beschäftigt, Gebetsmühlen zu drehen, Tempel und Klöster, heilige Berge und Seen anzubeten, und buddhistische Rituale durchzuführen.

 

Sitten und Gebräuche der Tibeter werden respektiert und geschützt. Nach der friedlichen Befreiung Tibets legte die chinesische Regierung großen Wert darauf, Sitten und Gebräuche der tibetischen und anderer Nationalitäten zu respektieren und zu schützen. Der Staat respektiert und gewährleistet die Freiheit der Tibeter und der Mitglieder anderer Nationalitäten in Tibet, nach ihrem eigenen Willen religiösen und volkstümlichen Aktivitäten nachzugehen. In den letzten 50 Jahren konnte die tibetische Bevölkerung ihre alten Traditionen in Bezug auf Trachten, Ernährung und Wohnkultur pflegen und regelmäßig traditionelle Feierlichkeiten veranstalten. Gleichzeitig wurden mit dem Fortschritt und der Entwicklung der Gesellschaft dekadente, rückständige und die Werktätigen verachtende Gebräuche verworfen und durch moderne, zivilisierte und gesunde neue Gepflogenheiten ersetzt. Jedes Jahr werden sowohl traditionelle volkstümliche Feste wie das Neujahrsfest nach dem tibetischen Kalender, das Badefest, das Onggor-Fest, das Butterlampen-Fest, das Dharma-Fest, das Fest der Opferverbrennung, das Garchachen-Fest, und das Pferderennenfest als auch landesweite und internationale Feste wie der Nationalfeiertag, der Internationale Frauentag und Arbeitertag gefeiert. Ferner wurden moderne Volksfeste wie das Yalong-Kunstfest in Shannan, das Kamba-Kunstfest in Qamdo, das Qomolangma-Kunstfest in Xigazê und das Azaleen-Fest in Nyingchi ins Leben gerufen. Die traditionelle tibetische Kultur wird mit den neuen Gedanken und der modernen Kultur verbunden. Dadurch gewinnen die tibetischen Sitten und Gebräuche neuen Charme.

 

IV. Umfassende Entwicklung der modernen Wissenschaft, Bildung und Presse

 

Seit der friedlichen Befreiung Tibets wird im Prozess der Modernisierung die vorzügliche traditionelle tibetische Kultur übernommen, geschützt und gepflegt, während moderne Wissenschaft, Bildung und Presse umfassend entwickelt werden.

 

Historischer Sprung im Bildungswesen. Im alten Tibet gab es keine einzige Schule im modernen Sinne. Es war lediglich den adligen Kindern möglich, Bildung zu erlangen. Die breiten Massen der Werktätigen waren von der Bildung ausgeschlossen. Nach der friedlichen Befreiung unternahm die Regierung tatkräftige Maßnahmen zur Entwicklung des Bildungswesens in Tibet. Zwischen 1952 und 2007 hat der Staat insgesamt 22,562 Milliarden Yuan investiert und die Investitionen in den letzten fünf Jahren betrugen 13,989 Milliarden. Auch andere Provinzen und Städte gewährten Tibet im Bildungswesen wirkungsvolle Unterstützungen mit Lehrkräften, Materialien und Finanzmitteln. Bisher wurden aus ganz China über 7000 Lehrer nach Tibet entsandt, um zur Entwicklung des Bildungswesens in Tibet beizutragen. Seit 1985 gilt in Tibet die Regelung, dass der Staat für Verpflegung, Unterkunft und Bildungskosten der Kinder aus den Bauern- und Hirtenfamilien aufkommt. Im Jahr 2007 wurden die Mittel- und Grundschüler von den Schul- und Nebengebühren befreit, Tibet ist damit das erste Gebiet im ganzen Land, in dem Schulpflicht kostenlos praktiziert wird. In den letzten Jahren hat der Staat die Investitionen zur Verbesserung der Schuleinrichtungen und Schulbedingungen aufgestockt. Zwischen 2000 und 2006 wurden 1,85 Milliarden Yuan in den Um- oder Neubau von 1,5 Millionen Quadratmetern Schulfläche investiert. Zwischen 2004 und 2007 wurden 133 Computerräume, 983 Satellitenfernsehempfänger und 1763 Systeme für Bildungsressourcen eingerichtet, durch die an den meisten Grund- und Mittelschulen Tibets moderne Unterrichtsmittel angeboten werden können. In Tibet hat sich ein relativ vollständiges modernes Bildungssystem herausgebildet, das Vorschulbildung, Bildung im Rahmen der Schulpflicht an Grund- und unteren Mittelschulen, Bildung an oberen Mittelschulen sowie Hochschul-, Berufs-, Erwachsenen-, Fern- und Sonderschulbildung umfasst.

 

Das Bildungsniveau und die kulturelle Qualifikation wurden merklich erhöht. In Tibet gibt es gegenwärtig 884 Grundschulen, 94 untere Mittelschulen und 1237 weitere Bildungsanstalten, an denen insgesamt 547 000 Schüler lernen. Der Analphabetismus wurde von 95% im alten Tibet auf heute 4,76% gesenkt. Die Einschulungsrate der schulpflichtigen Kinder ist von 2% im alten Tibet auf heute 98,2% gestiegen. Die neunjährige Schulpflicht wird im Großen und Ganzen durchgesetzt und 90,97% der Grundschulabsolventen können eine untere Mittelschule besuchen. Es gibt 14 obere Mittelschulen und neun integrierte Mittelschulen. Die Zulassungsrate an den oberen Mittelschulen beträgt 42,96%. An den sieben Berufsfachschulen lernten im Jahr 2007 rund 19 000 Schüler und an den sechs Hochschulen studierten 27 000 Studenten, bei einer Zulassungsrate von 17,4%. Die Grund-, Mittel- und Hochschulen beschäftigen insgesamt 30 652 Lehrer, von denen über 80% Angehörige nationaler Minderheiten wie Tibeter sind. Landesweit gibt es an 33 Schulen tibetische Klassen, darunter 19 unteren Mittelschulen, zwölf oberen Mittelschulen und zwei pädagogischen Schulen. 53 obere Mittelschulen in anderen Landesteilen nehmen ebenfalls tibetische Schüler auf. Bis Ende Juni 2008 haben 34 650 tibetische Schüler diese Schulen absolviert. Zurzeit lernen 17 100 tibetische Schüler an diesen Schulen. 90% der tibetischen Abiturienten der tibetischen Klassen anderer Landesteile haben die Aussicht, von Hochschulen aufgenommen zu werden. Gleichzeitig nehmen über 90 Hochschulen anderer Landesteile tibetische Studenten auf. Rund 15 000 tibetische Studenten haben bereits ein Studium absolviert und 5200 studieren an den Hochschulen. Die hochgebildeten Tibeter wie die mit dem Doktor- bzw. Magistertitel oder Wissenschaftler und Ingenieure bilden eine starke Kraft für die Entwicklung Tibets.

 

Moderne Wissenschaft und Technik entwickeln sich in hohem Tempo. Der Staat hat eine Reihe politischer Richtlinien und gesetzlicher Bestimmungen ausgearbeitet und große Menge Geldes investiert, um die Entwicklung der Wissenschaft und Technik in Tibet voranzutreiben. Zurzeit gibt es in Tibet 42 Forschungsinstitute, 56 akademische Verbände unterschiedlicher Art, 140 Stationen für die Verbreitung von Agrar- und Viehzuchttechnik, 37 wissenschaftlich-technische Demonstrationsbasen, fünf Schwerpunktlabors und drei ingenieurstechnische Forschungszentren, an denen 42 525 Fachleute unterschiedlicher Art beschäftigt sind, davon 70,04% sind Tibeter und Angehörige anderer nationaler Minderheiten. Allein im Zeitraum zwischen 2000 und 2007 hat Tibet 613 schwerpunktmäßige wissenschaftliche Forschungsprojekte bewerkstelligt, davon 148 Projekte auf staatlicher Ebene. Reiche wissenschaftlich-technische Forschungsergebnisse konnten insbesondere bei Studien zur kosmischen Strahlung und zur Hochlandatmosphäre, bei der Erkundung des Qinghai-Tibet-Hochplateaus durch kontinentale Tiefenbohrungen, bei der Bekämpfung geologischer Katastrophen wie Schlammlawinen, bei der Erschließung und Nutzung sauberer Energieträger wie Erdwärme und Solarenergie sowie bei der Erforschung der Höhenmedizin erzielt werden. In manchen der Bereiche ist Tibet landesweit oder sogar weltweit führend. Im Jahr 2007 lag der Beitrag von Wissenschaft und Technik zum wirtschaftlichen Wachstum bei Ackerbau und Viehzucht bei 36%. Die Bauern und Hirten profitieren erheblich von der wissenschaftlich-technischen Entwicklung.

 

Beträchtliche Entwicklung der Tibetologie. Im alten Tibet zählten zur Tibetologie vor allem die so genannten "Großen Panca-vidya" (Handwerk, Heilkunde, Sprachwissenschaft, Logik und heilige Schriften) und die "Kleinen Panca-vidya" (Poesie, Wortlehre, Phonologie, Theaterkunst und Kalenderrechnung). Die Tibetologie widmete sich in erster Linie der Religion und diente einer Minderheit von Adel und hochrangigen Mönchen. Heute stellt die Tibetologie in China ein wichtiges Fachgebiet der Sozialwissenschaften dar, das alle Facetten der tibetischen Nationalität und der tibetischen Gesellschaft umfasst und dem Staat und der tibetischen Bevölkerung große Dienste erweist. Landesweit gibt es über 50 Forschungsinstitute für Tibetologie, in denen beinahe 3000 Gelehrte und Experten tätig sind. Für die Tibetologie wurde ein komplettes System an Fachrichtungen erschaffen. Die Tibetologie Chinas nimmt eine bedeutende Stellung in der Welt ein. Unvollständigen Angaben zufolge wurden in China bereits ein paar hundert akademische Werke über Tibet kompiliert, verfasst und verlegt, so zum Beispiel die Geschichte Tibets im Überblick, Einheit – durch die Geschichte geschaffen, Geschichtliche Dokumente der Tubo aus Dunhuang und Kunstaustausch zwischen Han und Tibetern in der Yuan-Dynastie. Außerdem wurden über 400 Serien zusammengestellt und verlegt, unter anderem Das Neue und Alte Buch der Tang-Zeit: Geschichtliche Überlieferungen auf Tibetisch, Notizen über Tatbestände aus der Ming-Zeit: Geschichtliche Überlieferungen der tibetischen Nationalität, Notizen über Tatbestände aus der Qing-Zeit: Geschichtliche Überlieferungen der tibetischen Nationalität. Darüber hinaus wurden über 70 antike tibetische Bücher und Dokumente wie zum Beispiel Die sämtlichen Werke von Sakya Pandita Kunga Gyaltsen und Die sämtlichen Werke von Tonpa Sherab zusammengestellt und herausgegeben. Ferner sind in verschiedenen Zeitschriften über 24 000 wissenschaftliche Abhandlungen zur Tibetologie erschienen.

 

Die Massenmedien entwickeln sich schwungvoll. Im alten Tibet existierte kein Verlagswesen im modernen Sinne. Es gab nur einige wenige Sutra-Druckhäuser, die mit Holzplattendruck arbeiteten. Heute gibt es in Tibet zwei Buchverlage und zwei AV-Verlage sowie ein Verlags- und Vertriebsnetz, das das ganze autonome Gebiet umspannt. Es wurden rund 11 300 Bücher mit einer Gesamtauflage von 250 Millionen Exemplaren herausgebracht, von denen 3000 Bücher auf Tibetisch erschienen sind. Über 200 Bücher haben staatliche Auszeichnungen erhalten, darunter Kommentare zu den Vier Medizinischen Klassikern, Neu überarbeitete tibetische Medizin und Pharmakologie und die Enzyklopädie Tibets. Die Herausgabe von tibetischen Büchern ist fünf Jahre in Folge um 20% gestiegen. Der tibetische AV-Verlag hat nach seiner Gründung im Jahr 1989 über 100 digitale Publikationen wie zum Beispiel Tibet heute, Nangma und Thoeshey, Tibetische Unterhaltungsmusik und Der dritte Pol in Westtibet herausgebracht und über 330 000 AV-Produkte verkauft. In den letzten fünf Jahren haben die AV-Veröffentlichungen jährlich um durchschnittlich 13% zugenommen. In Tibet gibt es derzeit 35 Druckereien, in denen neue Drucktechnologien wie Digitaldruck, Offsetdruck, elektronische Farbseparation und Mehrfarbendruck umfangreich Einsatz finden. Ein Vertriebsnetz für Bücher überspannt das ganze autonome Gebiet. Allein zwischen 2002 und 2007 wurden 10,08 Millionen Yuan investiert, um 35 Filialen der Xinhua-Buchhandlung um- und auszubauen. Nun verfügt die Xinhua-Buchhandlung in Tibet insgesamt 67 Filialen. Es gibt 272 Vertriebsinstitutionen, die jährlich über 200 000 Bücher mit einer Gesamtzahl von mehr als 40 Millionen Exemplaren verkaufen. Für 18 Millionen Yuan wurde ein Auflieferungszentrum errichtet, das täglich 50 000 Bücher, Zeitungen und Zeitschriften sowie AV- und digitale Produkte mit einer Gesamtauflage von 560 000 Exemplaren ausliefert.

 

Im alten Tibet gab es nur die Zeitung von Tibet in moderner Literatursprache, die Ende der Qing-Dynastie mit einer Auflage von knapp 100 Exemplaren in Lhasa erschien und noch im Steindruckverfahren hergestellt wurde. Heute gibt es in Tibet 57 öffentliche Zeitungen und Zeitschriften, davon 23 Zeitungen und 34 Periodika. Sieben Städte und Bezirke haben jeweils zwei Zeitungen, eine in Chinesisch und eine in Tibetisch. 2007 hatte Tibet eine Zeitungsauflage von 55,5 Millionen und eine Zeitschriftenauflage von 2,67 Millionen Exemplaren. Beide Auflagen haben in den letzten fünf Jahren ein zweistelliges Wachstum beibehalten können. Zeitschriften wie Tibet-Studie oder Tourismus in Tibet haben mehrmals den staatlichen Nominierungspreis für Zeitschriften oder Preise für schwerpunktmäßige sozialwissenschaftliche Zeitschriften gewonnen.

 

Im alten Tibet gab es keine Rundfunk- und Filmbranche. In den 50 Jahren nach der friedlichen Befreiung Tibets wurden für die Entwicklung der Rundfunk- und Filmbranchen in Tibet 1,2 Milliarden Yuan aus zentralen und tibetischen Finanzmitteln bereitgestellt. Zuständige Abteilungen der Zentralregierung und der Partnerprovinzen und -städte unterstützten Tibet in großem Maßstab mit Fachkräften, Materialien und Geräten und trugen zur Ausbildung des örtlichen Fachpersonals bei. Im Jahr 2007 gab es in Tibet neun Rundfunk- und Fernsehsender, 39 Sende- und Übertragungsstationen für Mittelwelle, 76 Sende- und Übertragungsstationen für UKW-Frequenzen mit je einer Leistung von über 100 Watt, 80 Fernsehübertragungsstationen mit je einer Leistung von über 50 Watt, 76 Übertragungsstationen für Kabelfernsehen von der Kreisebene aufwärts sowie 9111 Rundfunk- und Fernsehübertragungsstationen auf der Gemeinde- und Dorfebene. Die Empfangsrate von Rundfunk und Fernsehen beträgt 87,8% bzw. 88,9%. Das Ziel, jedes Dorf an das Rundfunk- und Fernsehnetz anzuschließen, ist Realität geworden. Gegenwärtig strahlt der tibetische Volksrundfunk vier Programme mit einer Gesamtlänge von täglich 79 Stunden und 55 Minuten aus. Das tibetische Fernsehen strahlt drei Programme mit einer Länge von täglich 59 Stunden und 30 Minuten aus. Das Übertragungszentrum des tibetischen Kabelnetzes verfügt über die Kapazität, gleichzeitig 50 analoge Fernsehprogramme, 90 digitale Fernsehprogramme und elf Rundfunkprogramme zu empfangen und zu übertragen. Die Bezirke, Städte und ein Teil der Kreise und Städte auf Kreisebene haben ein Kabelfernsehnetz eingerichtet. Ein flächendeckendes Rundfunk- und Fernsehnetz hat in Umrissen Gestalt angenommen. In Tibet gibt es zurzeit 559 Kinos, 82 Filmverwaltungsanstalten, 472 mobile Kinos für die Ackerbau- und Viehzuchtgebiete und 7918 Filmvorführstätten. 98% der Dörfer sind an das Filmvorführnetz angeschlossen. Bauern und Hirten können sich im Durchschnitt monatlich 1,6 Filme ansehen.

 

Die Internetkultur gedeiht ununterbrochen. Neue Medienträger wie Internet und Handys verbreiten sich explosionsartig. Sie werden immer bekannter und finden immer mehr Einsatz. Das Internet wurde im Jahr 1997 und ADSL im Jahr 1999 in Tibet eingeführt. 2000 wurde mit Fenster für Tibet das erste Internetportal Tibets eröffnet. Ende 2007 gab es in Tibet 760 Webseiten, 82 858 Internetanschlüsse und zirka 200 000 Internetnutzer, rund 6% der Gesamtbevölkerung Tibets. Das Mobiltelefongeschäft begann in Tibet im August 1993. Zur damaligen Zeit hatte die Übertragungsanlage nur eine Kapazität für 4500 Anschlüsse und es gab nur eine einzige Sendeanlage für Mobilfunk. Zurzeit gibt es 8300 Mobilfunksendeanlagen und 800 000 Handynutzer. Die neuen Medien sind zu wichtigen Kanälen geworden, über die sich das tibetische Volk mit Nachrichten, Informationen, Wissen und Unterhaltung versorgt. Sie bereichern das geistige und kulturelle Leben der Volksmassen und lassen die Entfernung zwischen Tibet und der übrigen Welt vergessen.

 

Schlusswort

 

Die beschriebenen Tatsachen sind der Beweis dafür, dass die tibetische Kultur in den letzten 50 Jahren nicht vernichtet wurde. Stattdessen wurde die traditionelle tibetische Kultur mit ihren nationalen Merkmalen vernünftig übernommen und wirkungsvoll geschützt. Im Verlauf der Entwicklung der Wirtschaft und der Gesellschaft Tibets hat sich rasch und umfassend eine moderne Kultur entwickelt, die sich an Modernisierung, Zukunft und der Welt orientiert. Der tibetischen Kultur wird in der neuen Zeit neues Leben eingehaucht, das mit einem reichen Inhalt und seiner erneuerten Form das Leben des tibetischen Volks und die Modernisierung Tibets tief greifend beeinflusst. Sie zieht mit ihrem einzigartigen Charme die Blicke des In- und Auslands auf sich, bereichert die multikulturelle Einheit der chinesischen Nation und wirkt sich auf die Weltkultur aus. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass der heutige Schutz der tibetischen Kultur, ihre Prosperität und ihr Entwicklungsstand alle historischen Perioden in den Schatten stellen. Dies wird niemand verneinen, der die Tatsachen respektiert.

 

Es stimmt nachdenklich, dass die Dalai-Clique diese Tatsachen ignoriert, um in der Welt die These von der "Vernichtung der tibetischen Kultur" zu verbreiten. Wie allen bekannt ist, waren der Dalai Lama und seine politische Gruppierung die Generalvertreter der rückständigen feudalen Leibeigenschaft des alten Tibet und die Generalvertreter der theokratischen Machtkultur und der Kultur der religiösen Autokratie im alten Tibet. Darüber hinaus waren die Angehörigen der Dalai-Clique die Monopolisten der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Ressourcen des alten Tibet und ihre Profiteure. Mit der demokratischen Reform wurde die feudale Leibeigenschaft gestürzt. Dadurch wurden der unvernünftige Kulturbesitz und das Verteilungssystem, welches durch das Monopol einer Handvoll feudaler Leibeigenenhalter gekennzeichnet war, vollständig umgeworfen. Die Kultur der religiösen Autokratie und der Theokratie, die dadurch gekennzeichnet war, dass sie das politische Leben durch die Religion bestimmte, wurde verändert. Die rückständigen kulturellen Dinge des alten Tibet, die den gesellschaftlichen Fortschritt und die gesellschaftliche Entwicklung verhinderten, wurden beseitigt, um die Demokratisierung und Modernisierung der tibetischen Kultur sowie die Befreiung der kulturellen Produktivkräfte Tibets zu ermöglichen. Der tibetischen Kultur ist es als dem gemeinsamen geistigen Eigentum des ganzen tibetischen Volks möglich, bei ihrer Anpassung und ihrem Schutz mit der Zeit Schritt zu halten und zu prosperieren. Die Tatsachen beweisen, dass die Angehörigen der Dalai-Clique Vertreter und Verteidiger der rückständigen Kultur des alten Tibet sind. Nur die Zentrale Volksregierung Chinas und die Volksregierung des Autonomen Gebiets Tibet sind wahre Protektoren und Förderer der tibetischen Kultur.

 

Seit einem halben Jahrhundert sind der Dalai Lama und seine politische Gruppierung im Ausland flüchtig. Sie haben nichts für den Schutz und die Entwicklung der tibetischen Kultur getan und nicht das Geringste geleistet. Doch das hindert sie nicht daran, als "Protektoren der tibetischen Kultur" zu protzen. Dies wirkt absurd. Die Dalai-Clique verdreht gerade deshalb die Tatsachen und schreit lauthals ihre These von der "Vernichtung der tibetischen Kultur" heraus, weil sie feststellen muss, dass ihre Herrschaft im Kulturgebiet Tibet, das von ihr vertretene kulturelle System sowie ihre Privilegien und die ihr einst zustehenden Rechte im Kulturgebiet Tibet nicht umkehrbar "vernichtet" worden sind. Die Dalai-Clique stellte die Forderung nach der "Autonomie der tibetischen Kultur", um in Wirklichkeit eine politische Intrige zu verwirklichen und die Herrschaft der religiösen Kultur in Tibet und in anderen von Tibetern besiedelten Gebieten wiederherzustellen, um dann auf dieser Grundlage die "Unabhängigkeit von Großtibet" zu realisieren. Diese Intrige wirkt der geschichtlichen Entwicklung entgegen und kann auf keinen Fall gelingen.

 

Die Zeit schreitet vorwärts, die Gesellschaft macht Fortschritte und die Kultur erlebt Entwicklung – dies ist eine unaufhaltsame historische Strömung. Im Augenblick befindet sich die Welt im Prozess der fortschreitenden Globalisierung und informationstechnischen Entwicklung. Die Strömung der Modernisierung ist unaufhaltsam, wohl dem, wer sich fügt, wehe dem, der sich wehrt. Welche Nation oder welche Kultur auch immer, sie muss sich der Strömung der Modernisierung fügen und mit der Zeit Schritt halten, sich bei der Anpassung erneuern und beim Schutz weiterentwickeln, um den Charakter und die große Lebenskraft der Nation aufrechtzuerhalten. Die Dalai-Clique und einige antichinesische Kräfte aus dem Westen bleiben dabei, einerseits selbst die Ergebnisse der modernen Zivilisation und Kultur auszukosten, und andererseits unter dem Deckmantel "Schutz der tibetischen Kultur" die tibetische Nation und die tibetische Kultur für ewig als lebende Fossilien im Mittelalter halten zu wollen. Sie hegen böse Absichten, mit denen die Volksgruppen Chinas einschließlich des tibetischen Volks niemals einverstanden sein werden.

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