Thema:

Die Wahrheit: Lang lebe der Dalai Lama!

Datum: 10.06.2012, 13:18 Quelle: www.taz.de

Der chinesische Staatsbürger Tenzin Gyatso alias Dalai Lama Nr. 14 hat schon früher Statements abgegeben, die an seiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln ließen.

So behauptete er 1987 vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses, die chinesische Regierung habe einen „Holocaust an unserem Volk begangen“. Mit „unserem Volk“ waren die Tibeter gemeint, die Gyatso manchmal auch die „tibetische Rasse“ nennt.

War also der Mann, der sich von aller Welt als „Seine Heiligkeit“ titulieren lässt, schon in der Vergangenheit nicht ganz dicht, so häufen sich in letzter Zeit die Ausfälle. Während andere hohe Würdenträger des tibetischen Buddhismus wie der Karmapa Ogyen Trinley Dorje immerhin ihre Anhängerschaft dazu aufgefordert haben, die momentan in den tibetischen Siedlungsgebieten Chinas laufende Selbstverbrennungsserie zu beenden, denkt der Dalai Lama nicht daran, Ähnliches zu erklären. „Wenn ich mich da einmische“, sagte er der BBC, „ist mein (im letzten Jahr verkündeter, d. Red.) Rückzug aus der Politik bedeutungslos.“

Das hindert ihn allerdings nicht, die Selbstmörder – unter ihnen siebzehn- und achtzehnjährige Jugendliche – für ihren „sehr großen Mut“ zu loben und ihre Taten damit zu rechtfertigen, in Tibet fände „irgendein kultureller Genozid statt“ („some kind of cultural genocide“).

Sein einziger Einwand gegen die Selbstverbrennungen lautet, sie seien nicht effektiv genug („But how much effect?“). Da fragt man sich: Was hält der Mann, der auch von sich behauptet, die aktuelle Verkörperung des Bodhisattvas der Barmherzigkeit zu sein, bloß für effektiver? Dass sich gleich Hunderte auf einmal abfackeln? Mit irgendeinem Feuer?

Auch interessant

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

640.jpg
12345