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Die Teekultur der Tibeter im Wandel

Datum: 13.11.2014, 14:51 Quelle: China Tibet Online

In einem Laden für ethnische Handwerksartikel auf der Barkhorstraße in Lhasa kocht die Besitzerin Kelzang selbst mit einer Brühkanne Kaffee. Sie sagt lächelnd zum erstaunten Journalisten: „Zurzeit lerne ich, Kaffee zu kochen. Die Kanne und die Zutaten habe ich online gekauft.“

Die 26-jährige Kelzang besucht seit der Kindheit Schulen in anderen Städten. Sie ist eine junge Tibeterin, die neue Dinge ausprobieren will. Sie kann sowohl Kaffee kochen als auch Kuchen backen. „In Tibet ist der Buttertee das Hauptgetränk. Aber ich mag es, neue Dinge auszuprobieren.“

Mit der Zeit hat sich in Tibet die sprichwörtliche Gegebenheit geändert, dass die Tibeter „lieber drei Tage nicht essen als einen Tag keinen Tee trinken“.

In der Geschichte spielte der Tee eine essentielle Rolle im Leben der Tibeter.

Auf dem tibetischen Hochland wird kein Tee hergestellt. Seit der Eröffnung des „kleinen Grenzhandels von Tee und Pferden“ in der Song-Dynastie (960-1279) entwickelte sich der Handel mit Tee als Hauptware zwischen den tibetischen Regionen und den Teeanbaugebieten immer dynamischer, so dass sich die berühmte „Tee-Pferde-Straße“ entwickelte. Der gepresste Tee aus Yunnan und Sichuan wurde kontinuierlich entlang der „Tee-Pferde-Straße“ in die tibetischen Regionen transportiert.

Seit der Einfuhr in die tibetischen Regionen ist der Tee ein Grundbedarfsgut der Tibeter geworden. Die im Tee enthaltenen Vitamine können die vom Mangel an Gemüse auf dem Hochland verursachten gesundheitlichen Schäden vermindern. Außerdem sind die Grundnahrungsmittel der Tibeter Rind- und Hammelfleisch, Milchprodukte und Hochlandgerste. Diese sind nicht leicht verdaulich. Der Tee verfügt auch über die Funktion, Fette zu lösen. Er hilft somit dabei, Fleisch und Milch zu verdauen. Die Kombination von Buttertee und Klebreiskuchen sind die Waffen, mit denen die Tibeter gegen die Kälte und andere widrige natürliche Bedingungen kämpfen.

In den vergangenen Jahren haben sich die Wohnbedingungen in Tibet immer weiter verbessert. Auch die Anbauindustrie auf dem Hochland hat sich entwickelt. Dadurch können die Tibeter Obst und Gemüse, das „vor ihrer Haustür“ angebaut wird, genießen. Über das durch Flugverkehr und Landtransport verbundene Netzwerk werden kontinuierlich große Mengen an Tee in die tibetischen Regionen geliefert.

„Früher wurde das Gemüse in Ngari von anderen Orten hierher transportiert, und es gab nur wenige Gemüsesorten, die einfach aufzubewahren sind, wie zum Beispiel Rübe und Kartoffel“, erzählt ein Mädchen namens Lhamo aus dem Kreis Burang. Mittlerweile werden fast alle Gemüsesorten auf den Märkten lokal in dem Kreis mit hoher Qualität angebaut. Darüber hinaus kann man fast alles in den Supermärkten kaufen. Neben Tee können die Tibeter viele andere Lebensmittel genießen.

In Lhamos Familie nimmt auch der Journalist diese Änderung wahr. Im Wohnzimmer im zweiten Stockwerk haben die Gastgeber längst die Lebensmittel zubereitet. Neben Klebreiskuchen und Buttertee, den die tibetischen Familien den Gästen immer anbieten, gibt es verschiedene farbige Getränke und frisches Obst. Lhamo lächelt und sagt: „Die Kinder haben zu viel Obst und Imbisse gegessen und wollen keine Mahlzeit mehr essen.“

In dem Moment geht Lhamos fünfjährige Nichte Dekyi fröhlich mit einem Apfel und einer Cola nach draußen und teilt sie mit ihren kleinen Freunden.

(Editor:Soong)

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