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Süßteehaus – Ausgangspunkt des Lebens in Tibet

Datum: 04.09.2015, 08:30 Quelle: China Tibet Online

Süßteehaus – Ausgangspunkt des Lebens in Tibet

Der erste Sonnenstrahl des Morgens ist noch nicht auf das goldene Dach des Potala-Palasts geschienen, schon gab es Einwohner, die Gebetsmühlen drehten, zum Teehaus Guangming nordwestlich des Klosters Jokhang gekommen sind, um einen heißen Süßtee zu trinken und damit mit dem glücklichen Leben eines Tages anzufangen.

Der Süßtee ist eins der unentbehrlichen Getränke der Tibeter. Seine Anfertigungstechniken sind nicht so sehr komplex: Zuerst wird Wasser mit schwarzem Tee gekocht. Dann wird Milchpulver hineingetan. Zum Schluss wird mit einer angemessenen Menge Zucker abgeschmeckt. Interessant ist, dass unterschiedliche Teehäuser und Meister sogar mit gleichen Zutaten Tee mit verschiedenen Geschmäcken machen können.

Das Teehaus Guangming ist eins der bekanntesten Süßteehäuser in Lhasa in Tibet.In den letzten Jahrzehnten haben die Gewerbeflächen in der Nähe des Teehauses Guangming immer wieder den Eigentümer gewechselt. Die dort verkauften Waren sind auch von einfachen Tourismusartikeln wie Gebetsmühlen, Varja-Knoten usw. zu wertvollen Gegenständen wie Pterocarpus santalinus, Bienenwachs, Buddhastatuen, Thangka, Türkisen und roten Korallen geworden, aber das Modell des Betreibens des alten Süßteehauses in Lhasa ist erhalten geblieben:

Der Gast kommt ins Süßteehaus und holt sich selbst eine Tasse aus dem Desinfektionsschrank. Dann geht er zu einem freien Platz und setzt sich. Der Gast kann entweder mit einer 2-Pfund-Tasse Tee abholen oder Geld unter die Tasse stecken und warten, dass die Ajia (Tibetisch und bedeutet „Dame mittleren Alters“) Tee einschenkt und Geld abkassiert.

Die Ajia, die die Kanne mit demSüßtee trägt, läuft gelenkig durch die Menschenmenge und findet präzise die leeren Tassen, woraufhin sie geübt Tee eingießt. Danach rechnet sie aus, wie viel Geld sie zurückgegeben soll und steckt das Kleingeld unter die Tassen. Die meisten Gäste geben das zurückgegebene Kleingeld direkt den Senioren, die Gebetsmühlen drehen und pilgern. Dies ist fast ein ungeschriebenes Gesetz. Wenn sie Pilger in Lhasa treffen, geben sie ihnen etwas Kleingeld, um ihren Respekt zu zeigen.

An der einfachen, aber ordentlichen Tafel sitzen sowohl Tibeter als auchHan-Chinesen oder einheimische wie auchauswärtige Touristen zusammen und schenken sich gegenseitig Süßtee ein, was sie sehr froh stimmt. Während die Gäste darauf warten, dass der Süßtee und tibetische Nudeln aufgetischt werden, drehen die Senioren, die schon fertig mit dem Gebetsmühlendrehen sind, ununterbrochen die Buddha-Perlen und summen kontinuierlich von sich hin, als ob sie gerade beimBuddha beten darum würden, dass das glückliche Leben auf dem schneebedeckten Hochplateau ewig andauern würde.

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