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Waduo wandelt sich in Ese-Tee um

Datum: 16.10.2017, 17:51 Quelle:

Anfang Juli 2016 hat der Autonome Bezirk Garzê der Tibeter die beste Zeit eines Jahres bekommen. Wenn man entlang der Provinzstraße Nr. 303 nach Norden fährt und in den Kreis Luhuo kommt, sieht man überall dunkelgrüne Wäldchen. Dieser Baum wird von den Einheimischen als „Waduo“ bezeichnet und sein wissenschaftlicher Name lautet Malus toringoides. Er wächst nur auf dem Hochplateau, das 3000 bis 3600 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Vor vielen Jahren waren die Bäume nur eine wilde Art. Heutzutage werden sie zum „Erse-Tee des Schneegebiets“ verarbeitet. Der Erse-Tee ist ein natürliches Getränk. Zu seiner Herstellung werden die Blätter und die Sämlinge von Waduo mit der traditionellen, modernen Tecnik verarbeitet. Er kann den Blutdruck, den Bluckzucker und das Blutfett senken.

Das Teepflücken verändert gerade unbemerkt das Leben der über 2000 tibetischen Haushalte in der Region Khampa. Kurz nach 7:00 Uhr morgens ist die 64-jährige tibetische Dame Jiaowu Drolma auf den Weg zum Teepflücken gegangen. Mithilfe des Teeverkaufs haben ihr Ehemann und sie zum ersten Mal Einlagen bei der Bank. „500 Gramm kostet 120 Yuan (etwa 15 Euro). Mein Ehemann und ich haben einen Monat lang gepflückt. Bei der Abrechnung haben wir 10.000 Yuan (etwa 1287 Euro) verdient. Früher waren wir Bauern im Gebirge und konnten im Jahr nicht mal 2000 Yuan (rund 257 Euro) verdienen.“

Bei der diesjährigen Hochschulaufnahmeprüfung wurde der Enkel von Drolma von einer Universität in Chengdu aufgenommen. Drolma hat 20.000 Yuan von ihren Einlagen (etwa 2574 Euro) abgehoben. Mein Sohn wirtschaftet mit einem Auto in der Kreisstadt. Mein Enkel kann in Chengdu studieren. Die jüngere Generation muss besser leben als die ältere Generation.

Bei der Kreisstadt Luhuo gibt es über 2000 tibetische Haushalte, die ähnlich wie Jiaowu Drolma sind. Das Leitungsteam zur Unterstützung des Kreises Luhuo des Bezirks Jinjiang betreibt in Luhuo ein Förderprogramm mit Erse, um das Leben der normalen Einwohner von dort zu verändern.

Nachdem das zweite Arbeitsteam zur Tibetunterstützung des Bezirks Jinjiang die Arbeit übernommen hatte, hat es nacheinander über 10 Unternehmen zu Besuchen in Luhuo organisiert und außerdem eine spezielle Marketingfirma aufgebaut. „Während des Probebetriebs haben 3 Läden innerhalb eines Monats einen Umsatz von 120.000 Yuan (etwa 15.450 Euro) erzielt, was unsere Erwartungen völlig übersteigt.“ Leimin, Zuständiger der GmbH Xueyu Erse des Kreises Luhuo, sagte, dass der Erse-Tee zum ersten Mal online angeboten wird. Damit wurde verwirklicht, dass der Verkauf online und offline nebeneinander läuft.“

Heutzutage beschränken sich die Tibeter, die Tee pflücken, nicht mehr auf die Einheimischen von Luluo, sondern diejenigen aus Kangding, Daofu, Litang... Dort, wo Waduo wächst, gibt es Leute, die Autos fahren und Tee ernten.

(Editor: Daniel Yang)

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