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Technik der Herstellung des tibetischen Xoila-Papiers an vier Generationen weitergegeben

Datum: 01.08.2018, 08:57 Quelle: China Tibet Online

Eine Straße erstreckt sich durch die Kreisstadt Nyêmo. Nach einer mehr als zehn Minuten langen Autofahrt nach Westen erreicht man das Dorf Xoila in der Gemeinde Tarrong. Das Dorf ist von Bäumen umgeben. Ein Bach fließt plätschernd dahin. Es gibt ein üppiges Gelsemium-Feld. Ein alter Mann pflegt im Feld mit einer Schaufel die Pflanzen.

Der 68 Jahre alte Tsering Dorje ist Verbreiter des tibetischen Xoila-Papiers, das zum immateriellen Kulturerbe auf Staatsebene zählt. „In meinem Gedächtnis ist die Technik der Papierherstellung bis zu meiner Zeit bereits an drei Generationen überliefert worden. Nun habe ich diese auch an meine Söhne überliefert. Sie sind die vierte Generation.“ Dabei zeigt Tsering Dorje, der seit 50 Jahren das tibetische Papier herstellt, die Zahlen mit seinen Fingern.

Das tibetische Papier, das auf eine Geschichte von mehr als 1300 Jahren zurückblickt, stammt Legenden zufolge aus der Technik der Papierherstellung, die durch die Prinzessin Wen Cheng nach Tibet mitgebracht wurde. Das Material besteht aus Gelsemium. Deswegen kann es nicht leicht von Motten zerfressen werden oder schimmeln.

Weil das tibetische Papier nicht von Maschinen in großem Maß hergestellt werden kann, wird jedes Blatt mit der Hand hergestellt. Bei der Qualität des tibetischen Papiers kommt es auf die Wurzel des Gelsemiums an. Allerdings übt Gelsemium einen starken Einfluss auf die Augen und die Haut des Menschen aus. Wenn man es langfristig berührt, leidet man an Allergie und Pickeln. Auch die Haut schuppt sich ab. Trotz Schutzmaßnahmen gibt es während der Herstellung noch Risiken. Trotzdem hält Tsering Dorje noch daran fest, die Technik zu verbreiten.

Früher musste man für die Herstellung des tibetischen Papiers wildes Gelsemium in den Bergen ausgraben. Nun versucht der alte Mann, Gelsemium künstlich anzubauen. Seinen Worten nach wird die Zukunft des tibetischen Papiers in seinem eigenen Feld angebaut.

„Kommt zurück und macht mit! Diese Technik ist in unserer Familie überliefert.“ Mit der Autorität eines alten Vaters forderte Tsering Dorje seine beiden Söhne dazu auf, nach Hause zu kommen und die Technik gemeinsam zu verbreiten.

Am Anfang schlugen die Söhne in der Werkstatt geistesabwesend die Zeit tot. Angesichts ihres Benehmens zeigte Tsering Dorje ihnen das Zeugnis des Verbreiters des immateriellen Kulturerbes auf Staatsebene. „Ist das nur die Sache unserer Familie? Der Staat braucht uns, damit die Technik weitergegeben wird.“ Mit dem wichtigen Zeugnis in der Hand erkannten die beiden Brüder schnell ihren Fehler und lernten von ihrem Vater sorgfältig von Anfang an die Technik.

Mit der Hilfe der lokalen Regierung ist Tsering Dorjes Werkstatt für die Herstellung des tibetischen Papiers vom Dorf Xoila in den Industriepark in der Kreisstadt umgezogen. Die neu gebaute Fabrik kann jährlich mehr als 4800 Blätter tibetisches Papier herstellen. Ohne die Kosten beträgt das Jahreseinkommen des tibetischen Papiers, was 70 Yuan pro Blatt kostet, nur weniger als 100.000 Yuan. Trotzdem bekommt Tsering Dorje nicht genug davon, viele Schulen zu besuchen, um den Kindern die Herstellungsfertigkeit zu lehren. Außerdem hat er seine eigene Basis der Verbreitung des immateriellen Kulturerbes und die Umsatzstätte des tibetischen Papiers eingerichtet.

Mittlerweile sind der Vater und die beiden Söhne die einzigen Verbreiter der Technik der Herstellung des tibetischen Xiola-Papiers. Tsering Dorje hält die Handfertigkeit für das Familienkleinod. Seine einzige Überzeugung ist, das tibetische Papier besser zu machen und zu verbreiten. Er sagt: „Das tibetische Papier wurde von unseren Vorfahren hinterlassen. Es handelt sich sowohl um eine Handfertigkeit als auch um eine Kultur. Wir müssen diese nicht nur gut bewahren, sondern auch besser weitergeben.“

Quelle: People‘s Daily

(Redakteur:Soong)

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