Thema:

Die mysteriöse Bön-Kultur

Datum: 22.08.2018, 09:22 Quelle: China Tibet Online

Der Bön ist die einheimische Religion in der prähistorischen Zivilisation auf dem tibetischen Hochland, und wurde im 5. Jahrhundert v.Chr. vom Prinzen Shenrab Miwoche des antiken Shangshung-Königreichs im Westen von Tibet gegründet. Um unsere Zeitrechnung herum begann die Religion, sich nach Osten zu entwickeln. Dann deckte sie Süd-Tibet und die Region Lhasa ab. In der ersten Periode der Tubo-Zeit erreichte der Bön den ersten Höhepunkt und herrschte fast in allen damaligen sozialen Bereichen wie Politik, Wirtschaft und Kultur.

Der Bön tritt für den Pantheismus ein und vertritt das Prinzip, dass alle Dinge in der Welt eine Seele haben. Der Boden, die Berge, die Sonne, der Mond, die Steine, der Wind, der Regen, der Donner, der Blitz, die Vögel, die Tiere, die Flüsse und die Seen sind voller übernatürlicher Seelen und meistern das Schicksal der Menschen. Es handelt sich um eine unvorhersehbare und unkontrollierbare mysteriöse Kraft. Die Religion ist davon überzeugt, dass die Geister über die Menschheit herrschen und die Menschen selbst von den Geistern hergestellt sind. Die Könige, die über die damalige Tubo-Gesellschaft herrschten, wurden als „Himmelssöhne“, nämlich „Söhne der Gottheiten“, betrachtet. Die Könige kommen vom Himmel in der Erdenwelt an und kehren nach dem Tod entlang der Himmelsleiter zum Himmel zurück.

Die beiden Gottheiten am Menschenkörper, nämlich der Kriegsgott und der Sonnengott, herrschen über das Schicksal der Menschen. Falls man eine davon verliert, wird man die Welt verlassen. Nach dem Tod findet eine großartige Opferfeier statt, um Sünden der Toten zu sühnen. Der Bön vertritt das Prinzip, man habe zwei Welten – eine sei die Welt der lebenden Menschen, die andere die Welt der Toten. Die Welt der Toten sei dunkel und elend. Die toten Menschen könnten sich nur durch die Opferung ihrer Seele von der dunklen und elenden Welt lösen und in den Himmel kommen. Aufgrund dieser Gedanken bildete der Bön ein ursprüngliches System von Gottheiten und Geistern sowie die Rituale der Gottheitsbelohnung und Geistervertreibung. Es handelt sich um die Kerninhalte der berühmten Neun-Wege-Theorie der Bön-Religion und der Vier-Pforten in der Praxis.

Die Felsmalerei Nr. 1 im Kreis Rutog im Regierungsbezirk Ngari ist ein typischer Repräsentant. Diese Felsmalerei ist 2,7 Meter hoch, 1,4 Meter breit und 12 Meter über dem Boden. Sie zeigt eine unberechenbare dreieckige Form. Nach der Gesamtanordnung der Bilder besteht die ganze Malerei aus zwei Teilen mit dem Mond, der Sonne und den Geschlechtsorganen als Grenze. Darauf ist eine Gruppe Bilder und darunter eine andere. In der Malerei gibt es Menschen mit Federkopfdeckung, Vögeln und Tieren. Das Symbol der Bön-Religion 卍, die Menschen mit Federkopfdeckung, die eng mit den Bön-Hexenmeistern zu tun haben, und die Szenen der Opferungen zeigen, dass diese Malerei eng mit der ursprünglichen anfänglichen Bön-Religion  verbunden ist. Denn im anfänglichen Bön ist die in der Malerei dargestellte Opferung, wobei man Yaks, Ziegen, Schafe und Hirsche schlachtet, um sie den Gottheiten Opfer darzubringen, ein Kerninhalt der Religion.

Im 7. Jahrhundert wurde der Buddhismus in großem Maß ins Tubo-Reich eingeführt. Der Bön und der Buddhismus erlebten einen langfristigen Kampf. Obwohl der Bön Mitte des 8. Jahrhunderts verloren hatte, wurde er nicht deswegen vernichtet. Der Buddhismus hat viele Lehren und Rituale des Bön aufgenommen, die sich bis heute verbreitet haben. Diese Theorien und Praxen der Bön-Religion sind in der späteren Kunst in großer Menge dargestellt worden.

(Redakteur:Soong)

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

350.jpg 350.jpg Nordtibet.jpg 20180809161524739_64780_副本.jpg 640.jpg
12345