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Medizinische Ausbildung des Klosters Labrang

Datum: 24.08.2018, 09:04 Quelle: China Tibet Online

Das Kloster Labrang, das im Kreis Xiahe des Autonomen Bezirks Gannan der Tibeter der Provinz Gansu liegt, ist eines der Klöster der Gelug-Schule des Tibetischen Buddhismus. 1710 wurde es vom Meister Ngawang Tsöndrü gegründet. Ihm unterstehen sechs Institute. 1782 hat der Rinpoche Könchog Jigme Wangpo anhand des didaktischen Modells des Hospitals für die Bevölkerung des Chagpori-Berges Manba Chageam (das medizinische Institut des Klosters des tibetischen Buddhismus) gegründet. In der Geschichte war das Labrang-Kloster das einflussreichste medizinische Institut der Region der Amdo-Tibeter.

Die Mönche des Manba Chageam des Labrang-Klosters kommen meistens aus den Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan usw. Manche kommen aus der Inneren Mongolei oder Xinjiang. Die Lehrer werden außer über Einstellungen in Tibet meistens unter den ausgezeichneten Mönchstudenten von Manba-Chageam rekrutiert. Während des ganzen Studiums sind keinerlei Studiengebühren zu entrichten. Die Mönchstudenten fangen mit einem Khata-Band und Kotaus zur Anerkennung der Lehrer mit dem Studium an.

Das Labrang-Kloster hat strikte Verwaltungsvorschriften. Die Mönchstudenten haben jeden Tag nur 3 bis 4 Stunden zur Erholung. Die winterliche Sutra-Erörterung, die zwei Monate dauert, ist sehr hart. In der Zeit vormittags vor 12:00 Uhr und nachmittags nach 15:00 Uhr ist Unterricht. Jede Unterrichtseinheit dauert rund zwei bis vier Stunden. Zu Mittag müssen die Mönchstudenten noch in den Sutrahallen an Sutrarezitationen, Beten und anderen buddhistischen Aktivitäten teilnehmen. Neben dem regulären Unterricht müssen sie in der restlichen Zeit erlernte Kenntnisse immer wieder auswendig lernen, um sie zu konsolidieren. Diejenigen, die im Unterricht fehlen, bekommen von Manba-Chageam mehr Aufgaben mit einer größeren Länge zum Auswendiglernen.

In Manba-Chageam im Labrang-Kloster werden Bhaisajyaguru und Hayagriva verehrt. Die Mönchstudenten beschäftigen sich in erster Linie mit den Theorien der Mizong des Buddhismus und der Medizin. Überdies beteiligen sie sich an der medizinischen Praxis.

Die Kombination des Auswendiglernens mit der Sutra-Erörterung ist die einzigartige Unterrichtsmethode des Klosters des tibetischen Buddhismus. Bei Manba-Chageam ist es keine Ausnahme. Das System des Auswendiglernens in der traditionellen Ausbildung der tibetischen Ausbildung geht auf das 8. Jahrhundert zurück. In den letzten Jahrhunderten sind jede Menge Gelehrte ausgebildet worden, die sich bestens mit den vier Bänden der medizinischen Klassiker auskannten. Manche kannten sogar die allgemeinen Beschreibungen und wichtigsten Punkte von „Ergänzung zum Code“, „Klinische Praxis“ usw. auswendig. Jedes Jahr zu Ende April des chinesischen Mondkalenders führen der Abt und zahlreiche Geshis von Manba-Chageam Prüfungen zu Begriffen und dem Auswendiglernen durch. Je nach den Leistungen bekommen die Studenten Strafen oder Belohnungen.

Die Studenten von Manba-Chageam können nur durch Fleiß, Intelligenz und Verstand nach dem Auswendiglernen und wiederholten Sutra-Erörterungen den Titel „Manranba“ (Doktor der tibetischen Medizin) bekommen. In Manba-Chageam braucht man in der Regel 15 Jahre, um alle Kurse zu absolvieren. Die Studenten werden nach dem Alter in drei Stufen, und zwar Anfänger, Mittlere und Fortgeschrittene, eingeteilt. Es wird vorgeschrieben, dass alle, die alle vorgeschriebenen Kurse ordnungsgemäß abschließen und ausgezeichnete Noten haben, aufsteigen können.

Manba-Chageam achtet sehr auf die Unterrichtsmethode, die die Theorie mit der Praxis kombiniert. Die Identifizierung, Sammlung und Präparation der Arzneimittel sind der Inhalt eines wichtigen Kurses. Die Studenten gehen anhand des wirkstoffhaltigen Teiles des Astes, des Blattes, der Wurzel, des Stängels, der Blüte und der Frucht der Arzneipflanzen und geeigneter Sammlungszeiten Arznei sammeln. Die Dozenten erklären die Arzneipflanzen anhand ihrer physikalischen Eigenschaften, ihrer Merkmale und Gerüche, ihrer Funktionen, ihrer medizinischen Wirkungen und ihrer wirkstoffhaltigen Teile, um die Kompetenzen zur Erkennung der Arzneipflanzen der Studenten auszubilden bzw. zu verbessern. Danach müssen die Studenten unter der Betreuung älterer Studenten und Dozenten Kenntnisse zu unterschiedlichen Darreichungsformen und Präparationsmethoden erlernen, um zum Schluss drei Arten fertiger Arzneimittel, und zwar Pulver, Pillen und Salben präparieren zu können.

Die Erörterung ist eine wichtige Prüfungsform von Manba-Chageam. Alle Studenten, die alle Kurse der Theorien, der Erkennung und Präparation von Arzneimitteln usw. hinter sich haben, müssen unter Aufsicht der Prüfer unterschiedlicher Ebenen und aller Mönche die strikte Erörterungsprüfung bestehen, um am Ende aufzusteigen oder einen akademischen Titel zu bekommen.

(Redakteur:Soong)

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