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Tibetische und Qiang-Stickerei wird bei internationalen Marken genutzt

Datum: 14.04.2020, 10:08 Quelle: China Tibet Online

Als Verbreiterin der Technologie für tibetische Weberei und Stickerei auf Staatsebene trägt die 60 Jahre alte Yang Huazhen meistens ethnische Trachten. Auf ihrem Gesicht ohne Make-up sieht man undeutlich auch die für das Hochland typischen roten Wangen. Ihr Lächeln demonstriert ihre Schlichte und Freundlichkeit. Seit den vergangenen Jahren ist sie bei internationalen Marken sehr beliebt.

Vor sechs Jahren hat Yang auf Einladung der japanischen Make-up-Marke Shu Uemura das Muster auf der Flasche des Reinigungsöls entworfen. Seitdem hat sie mit Starbucks, dem Van Gogh Museum und SOGAL zusammengearbeitet. In diesem Jahr ist Yangs Kooperationspartner die Luxusmarke Hermes.

Sie stammt aus dem Kreis Xiaojin des Autonomen Bezirks Ngawa der Tibeter der Provinz Sichuan. In ihrer Kindheit lernte sie von ihrer Großmutter und ihrer Mutter die Stichtechnologien. In ihren 20ern hat sie die einheimisch populären Technologien der tibetischen Weberei und der Qiang-Stickerei gemeistert. Trotzdem ist sie in jungen Jahren nicht in die tibetische und Qiang-Stickerei eingestiegen. Sie betrieb ein Fotostudio und war als Fotojournalistin bei einer Zeitung tätig. Das große Erdbeben von Wenchuan im Jahr 2008 veranlasste sie, ihren Arbeitsschwerpunkt auf die Rettung und den Schutz der traditionellen Handwerke zu verlagern.

Mit Kameras nahm sie in den von Tibetern und Qiang besiedelten Regionen zahlreiche Fotos, Audios und Videos auf und sammelte mehr als 4000 Stücke Stickerei. Außerdem organisierte sie eine Gruppe Kolleginnen, einen Verein zu gründen, um zu produzieren und selbst zu retten. Seitdem geraten die Gemälde, Dekorationen oder Schals, Brieftaschen der Qiang-Stickerei in den Blick der Öffentlichkeit.

Wie kann Yang Huazhen unter den zahlreichen Verbreitern des immateriellen Kulturerbes häufig von den großen Marken getroffen werden? Es ist eine Frage, die sie sich selbst stellte und über die sie dann nachdachte: „Wahrscheinlich habe ich neben der Weitergabe des Handwerks auch ein eigenes Verständnis und einen eigenen Ausdruck der traditionellen chinesischen Kultur.“

Ihr Werk „Geburt des Buddhas im Lotus“ wurde von den Dunhuang-Wandgemälden inspiriert. In den Dunhuang-Grotten übersah Yang Huazhen die Lotusblumen und den fliegenden Gottheiten an der Spitze der Grotten. „Im tibetischen Buddhismus ist die Lotusblume ein schönes Symbol für das Erreichen der richtigen Frucht.“ Sie konsultierte die einschlägige Literatur und Archivfotos und ging dann zu den Thangka-Werken, um den Inhalt und die Geschichten zu finden und diese in ihre Werke einzubinden.

„Es ist möglich, mit einer goldenen Arbeit und ohne jeglichen Gedanken zu verhungern.“ Yang sagt freimütig: „Wir verbreiten den Stoff unserer Vorfahren. Nur wenn wir diesen wieder erschaffen, ist es das, was uns selbst repräsentiert. Das Leben der traditionellen Kunsthandwerke wird weiter und weiter existieren.“

„Die traditionellen Handwerke haben nicht nur das Schicksal, gerettet zu werden.“ Yang sagt, sie können durch die Produktion ins Leben gehen und sich mit der Mode verbinden. Die Kunst könne genutzt werden, um die Mode aufzuwerten, den ästhetischen Geschmack und die kulturelle Konnotation zu verbessern. Im Gegenteil könne die Mode die Popularität der traditionellen Technologien erhöhen und einen breiteren Lebensraum für sie schaffen.

(Redakteur: Daniel Yang)

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