Thema:

Duftender Joghurt auf Lhasaer Straßen vor Shoton-Festival

Datum: 10.08.2018, 11:18 Quelle: China Tibet Online

Im Tibetischen bedeutet „Shoton-Festival“ das Festival des Yoghurt-Verzehrs, weswegen es auch „Joghurt-Festival“ heißt. Bis zum Shoton-Festival sind noch einige Tage. Zahlreiche Nomaden von umliegenden Kreisen sind extra hergekommen, um ihren selbst gemachten Joghurt auf den Straßen Lhasas zu verkaufen. Diese „kleinen Geschäfte“ der Nomden sorgen dafür, dass die feierliche Atmosphäre deutlich zu spüren ist.

Als der Reporter auf der Lhasaer Straße lief, sah er, dass es an den Joghurt-Ständen Joghurt in Gläsern, Porzellanbechern, Pappbechern oder Bambusröhren gab. Vorbeilaufende Stadtbewohner oder Touristen holten sich welche, setzten sich an schattige Plätze und fingen an, mit Löffelchen den gelblichen Schmand abzuschaben. Dann nahmen sie einen Löffel voll und so schmolz der kühle Joghurt auf der Zunge. Er war weder zu süß noch zu sauer, gerade richtig .

Neben der Weitergabe der Delikatesse ist der Joghurt zu einem wichtigen Kanal zur Einkommenserhöhung der einheimischen Nomaden geworden. Die wichtigste Einkommensquelle der Nomadin des Kreises Damxung Tsering Bazhen ist der Vertrieb des Joghurts. „Das ist der leckerste Joghurt des Kreises Damxung. Wir haben ihn komplett selber gemacht. Wenn du einen Schluck mit Zucker isst, knackt der noch nicht aufgelöste Zucker mit dem Joghurt im Mund.“ Tsering Bazhen war sehr stolz auf ihren eigenen Joghurt. „Ich habe diesmal nicht viel mitgebracht. Seit zwei Tagen verkaufe ich ihn. Ich schätze, ich werde alles verkauft haben, bevor das Shoton-Festival beginnt. Fast alle Menschen in Lhasa schätzen den Joghurt aus Damxung.“

Die Familie von Tsering hat im Kreis Damxung einen kleinen Joghurt-Laden, und zwar an einer Staatsstraße. „Normalerweise stehe ich jeden Tag früh auf, um Milch zu kochen und gären zu lassen. Nun ist es Sommer und viele Touristen kommen. Unser Joghurt verkauft sich sehr gut. Im Schnitt werden wir über 20 kleine Plastikkübel los. Außerdem bringen wir welche zu den Zweigestellen in der Nähe. Unser Einkommen wird immer höher.“ Sie sagte: „Unsere Milch stammt von unseren eigenen Kühen. Wenn sie manchmal nicht ausreicht, dann kaufen wir unseren Nachbarn etwas ab.“

Sie sagte dem Reporter, dass sie sich die Idee des Joghurt-Verkaufs ausgedacht habe. „Wenn wir die Kühe in der Steppe herumlaufen lassen und uns nur um unsere eigene Milch kümmern würden, dann wäre es uninteressant. Da wir sehen, dass unsere Nachbarn durch Fleiß zu Wohlstand gekommen sind, will ich es selber probieren. Ich habe jedoch nicht damit gerechnet, dass meine Familie wegen dieses Geschäfts ein immer besseres Leben führt.“ Ihre Worte waren voller Selbstsicherheit.

Mit der Erhöhung der Lebensqualität der Bevölkerung sorgen die Kreativität und Versuche der Stadtbürger dafür, dass die Verzehrformen des tibetischen Yakjohurts immer vielfältiger werden – gekühlter Joghurt, Tsampa-Joghurt, Hochlandgerstenschnaps-Joghurt, Obst-Joghurt-Salat, Honig-Joghurt und viele weitere Sorten. Diese Vielfalt werden von Lhasaer Bürgern zu eigenen Lingkas gebracht. „Wir freuen uns schon auf die Feiertage des Shoton-Festivals. Meine Familie war beim Lingka. Wir haben einen Kreis gebildet, Yoghurt gegessen, getanzt und gesungen. Das ist der Geschmack des Festivals“, sagte Gama, ein Bürger, der gerade Joghurt aß.

Quelle: Tageszeitung Lhasa

(Redakteur: Daniel Yang)

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

20180809161524739_64780_副本.jpg 640.jpg 640.jpg
12345