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70 Jahre Qamdo: Neue tibetisch-chinesische Familie auf der „alten Tee-Pferde-Straße"

Datum: 22.10.2020, 09:12 Quelle: China Tibet Online

Vor mehr als 20 Jahren kam Zhang Baohai von seiner Heimat im Kreis Datong der Stadt Xining in der Provinz Qinghai nach Lhasa im Autonomen Gebiet Tibet und eröffnete dort ein Restaurant.

Zu dieser Zeit kam Tashi Chodron aus der Stadt Qamdo des Autonomen Gebiets Tibet mit ihrem vierjährigen Sohn an die Tür. „Es war mir zu peinlich, um nach Essen zu fragen, und ich konnte mir keine Fahrkarte leisten. Also wollte ich Jobs machen, um etwas Geld für die Rückkehr nach Hause zu verdienen.“

„Sie hatte ein hartes Leben. Ihr Sohn war krank. Seine Haut war nekrotisch. Seine Hose klebte an seinen Beinen und er konnte sie nicht ausziehen.“ Zhang Baohai erinnert sich an die umherziehende Tashi Chodron.

Zhang ist auch Waise und hatte früher nach Essen gefragt und Müll aufgesammelt. Er hatte tiefes Mitgefühl mit der verwaisten Witwe und ihrem Sohn. „Die anderen verdienten einen Lohn von 150 Yuan pro Monat, und ich gab ihr 300 Yuan, damit sie und ihr Sohn davon leben konnten.“

Tashi Chodron, die hart arbeitete, zog Zhang Baohai an. Er heiratete sie. „Ich wollte nicht, dass dieses Kind bei mir leidet, ich wollte ihm ein besseres Leben ermöglichen“, so Zhang.

Mehr als 20 Jahre später, am 19. Oktober 2020, war der 70. Jahrestag der Befreiung von Qamdo. Die Familie hatte sich in einer mehr als 200 Quadratmeter großen, warmen und gemütlichen Wohnung im Bezirk Karub der Stadt Qamdo niedergelassen. Das alte Paar hielt ihre Enkelin Zhang Bohui in den Armen und lachte herzhaft.

„Als mein Sohn im Alter von vier Jahren krank wurde, sagten die Leute, dass er definitiv nicht 18 Jahre alt werden würde, also sollte er frei essen und spielen können, was immer er will.“ Tashi Chodron schossen Tränen in die Augen und sagte: „Glücklicherweise ließ mein Mann damals meinen Sohn zur Behandlung ins Krankenhaus gehen.“

Tashi Chodron lachte laut. Sie sagte, dass ihr Sohn sie nicht möge, sondern seinen Vater Zhang Baohai vorziehe. „Wenn er etwas vorhat, sagt er zuerst seinem Vater Bescheid. Bei der ersten Hochschulaufnahmeprüfung waren seine Leistungen nicht zufriedenstellend. Aber sein Vater kaufte sogar ein Handy, das 6000 Yuan kostete, um ihn zu ermutigen, an der Prüfung im nächsten Jahr erneut teilzunehmen. Ich war so wütend.“

Zhang Baohai hält sein Versprechen, zu Hause schmutzige und ermüdende Arbeit zu machen, und lässt nicht zu, dass Tashi Chodron darin eingreift. Tashi Chodron ist seit neun Jahren als Beamte des Dorfes Yedui in der Gemeinde Chengguan des Bezirks Karub tätig und beschäftigt sich mit den Angelegenheiten des Dorfes. Sie forderte 42 Dorfbewohner auf, 19 Millionen Yuan für den Betrieb eines Hotels aufzubringen.

Vor mehr als zehn Jahren musste die Familie wegen einer Naturgefahr drei Tage lang von Lhasa nach Qamdo laufen. Zhang Baohai sagte, nun sei die Naturgefahr zu einem ebenen Weg geworden, und er nehme seine Frau oft auf Fahrten mit. Qamdo sei auch zu einer wahren „Perle in Ost-Tibet“ geworden, die von allen scherzhaft als „kleines Hongkong“ bezeichnet wird.

(Redakteur: Daniel Yang)

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