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Aufzeichnungen des Hochlandgerste-Experten Nyima Tashi Chinas

Datum: 30.11.2020, 09:07 Quelle: China Tibet Online

Nyima Tashi, ein bekannter Hochlandgerste-Forscher und Direktor der landwirtschaftlichen, nomadenwirtschaftlichen Akademie des Autonomen Gebiets Tibet, ist bei einem Autounfall auf dem Land in Ngari am 5. September tödlich verunglückt.

“Bauern-Direktor”: Er betrachtet Bauern als eigene Verwandte.

“Er hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass er ein einfacher Bauer ist“, sagte der Getreidebauer Dawa Dondrup der Stadt Xigaze. Im 2013 ist Nyima Tashi zur Verbreitung einer neuen Hochlandgerste-Art ins Dorf Jinga in Xigaze gekommen. Er hat von Tür zu Tür für die neue Art geworben und die Bauern zum Anbau motiviert.

“Wenn ich mich mit ihm übers Felderbestellen unterhielt, konnte ich feststellen, dass er sich mit allem auskannte“, sagte Dawa Dondrup mit Staunen. Am Ende habe ich mich dafür entschieden, an diese Person zu glauben, die gleich wie er selber ist, entschieden. Im Jahr hat er versuchsweise 20 Mu neuer Arten angebaut.

Nyima Tashi stammt aus einer Bauernfamilie und ist im landwirtschaftlichen Gebiet Tibets aufgewachsen. Er beschäftigt sich mit der Landwirtschaft. Dies sorgte dafür, dass er eine stärke Liebe für Bauern hat.

2006 hat Dawa Dondrup, der Nyima Tashi noch nie gesehen hatte, einen Masterstudienplatz der Genetik der Nanjing Agricultural University bekommen. Er hat Mut zusammengebracht und Nyima Tashi eine Mail geschickt. Darin hat er beschrieben, dass er als Nachkomme einer Bauernfamilie sein Studium nicht mehr fortsetzen kann, weil er seine Studiengebühren nicht mehr zahlen kann. Wider Erwarten hat Nyima Tashi seine Mail sorgfältig beantwortet: „Seit einigen Jahren bauen wir ein Hochlandgerste-Forschungsteam auf und benötigen solche Fachkräfte dringend. Ich zahle deine Studiengebühren. Konzentriere dich aufs Studium.“

Mit seiner Unterstützung hat Dawa Dondrup sein Studium erfolgreich abgeschlossen und wurde 2009 von der agrarwissenschaftlichen Akademie des Autonomen Gebiets Tibet aufgenommen.

Am 26. Juli hatte Ngawang Tsering, der einzige Sohn von Nyima Tsering und seiner Frau Laqing, Geburtstag. Er war gerade auf einer Geschäftsreise in Beijing. Am Morgen des Tages hat er eine Nachricht von seiner Frau bekommen: „Heute hat unser Sohn Geburtstag. Ihr könnt in Beijing etwas feiern.“

“Am Geburtstag habe ich neben seinem Hotel auf ihn gewartet. Zwar ist die Zeit zum Essen schon vorbeigegangen, aber ich war immer noch sehr froh.“ Ngawang Tsering sagte, dass sie sich an dem Tag lange Zeit unterhalten haben. “Jedoch hat er nicht damit gerechnet, dass das zum letzten Treffen von Sohn und Vater geworden ist.“ Ngawang Tsering konnte die eigene Trauer nicht unterdrücken. Der 31-jährige Ngawang Tsering kann sich heute noch an die Worte, die ihm sein Vater oft gesagt hat, erinnern: Nun sind die Lebensbedingungen besser. Du musst fleißig lernen, um zu einer Person zu werden, die für den Staat und die Gesellschaft nützlich ist.

“Hochlandgerste-Doktor”: Schreiben der Arbeit auf dem Boden

Die Hochlandgerste ist das Hauptnahrungsmittel der Tibeter und wird als „Agrarpflanze, die am Himmel wächst“ gelobt.

Zangqing-2000 ist die neue Art, die Nyima Tashi und sein Team nach 19 Jahren wissenschaftlicher Forschung hervorgebracht hat. Es ist die Haupt-Art der dritten Generation der Hochlandgerste in Tibet.

2013 war Nyima Tashi in 28 wichtigen Getreideanbaukreisen in Tibet, um für die neue Art Zangqing-2000 zu werben. Als Chefwissenschaftler ist Nyima Tashi im Februar 2013 in den Kreis Zege in Xigaze gekommen. Tagsüber hat er Techniker geleitet, um auf Feldern Bauern wissenschaftliche Anbautechniken zu erklären. Am Abend ist er zu den Haushalten gekommen, um sich über die Sorgen der Familien zu informieren.

Einige große Anbauhaushalte des Dorfes Jinga haben nach einer Besprechung beschlossen, 20 Mu versuchsweise anzubauen. Gleichzeitig hat das Dorf Baixue der Großgemeinde Gadong im Kreis Bainang ebenfalls die neue Art versuchsweise angebaut.

Jedoch konnte man im März des Jahres immer noch keine Keimlinge der neuen Art erkennen, während andere Felder schon Ansätze bekommen hatten. Da sind die Bauern in Panik geraten und versammelten sich vor der Großgemeinde-Regierung versammelt, um eine Erklärung einzuholen.

“Wir leben vom Acker. Wenn es keine Keimlinge gibt, gibt es eine Missernte. Wer macht sich denn keine Sorgen?“ Dawa, ein Bewohner des Dorfes Baixue, kann sich noch an die Worte, die damals gesagt wurden, erinnern.

Nyima Tashi, der in Lhasa war, ist sofort aufgebrochen, nachdem er dies erfahren hatte. Er ist fünf Stunden gefahren, bis er in der Großgemeinde Gadong angekommen ist. Um die Sorgen der Bauern zu beseitigen, hat er Bauern zu Feldern gebracht. Dort hat er Erde ausgegraben, so dass die Bauern die Samen, die schon Keimlinge bekommen hatten, sehen konnten. Dadurch ist Haut seiner Hände abgerieben worden.

“Wenn die Hochlandgerste nach einer Woche noch keine Keimlinge bekommen, komme ich für den Schaden von Ihnen allen auf“, sagte er am Ende entschieden.

Wie erwartetet hat Hochlandgerste der Art Zangqing-2000 nach nicht mal einer Woche auf den Feldern ordentlich Keimlinge bekommen. Im selben Jahr betrug die Pro-Mu-Ernte der Art Zangqing-2000 über 300 Kilo und dies überstieg die Ernte der früheren Arten um das Zweifache.

Bis heute ist Zangqing-2000 die einzige Art, die auf über 1 Million Mu als Versuch angebaut worden ist. Es hat einen großen Beitrag dazu geleistet, dass die Hochlandgerste-Ernte Tibets 800.000 Tonnen und die gesamte Getreide-Ernte 1 Million Tonnen überschreitet. Des Weiteren hat es die sichere Getreideversorgung Tibets garantiert. Nyima Tashi hat er sein Team geleitet und eine Reihe hoch qualitativer, resistenter Arten mit einer hohen ernte wie Zangqing-2000, Dongqing Nr. 18 etc. ausgewählt und überprüft. Jahrelang macht es über 50 % der Hochlandgerste-Anbaufläche Tibets aus. Insgesamt wurde diese Art auf einer Fläche von 8,18 Millionen Mu verbreitet. Schätzungsweise hat es gesellschaftliche, soziale Profite in Höhe von 2,7 Milliarden Yuan erzeugt. Die tausendjährige Hochlandgerste hat unter seiner Betreuung ein neues Leben bekommen. Daher wird er auch als Hochlandgerste-Doktor bezeichnet.

Nyima Tashi sagte in einem Interview der Nachrichtenagentur: „Der Ackerboden meiner Heimat war karg. Die Ernte war niedrig. In meiner Kindheit dachte ich daran, die Hochlandgerste gut wachsen zu lassen.“

Nyima Tashi hat sich sehr um die Verbesserung des Niveaus der Agrarwissenschaften und Nomadenwissenschaften bemüht. Ferner hat er einen großen Beitrag zur Entwicklung der Agrarwissenschaften und Nomadenwissenschaften Tibets geleistet. Du Jie, Direktor des Amtes der Agrarwirtschaft und des ländlichen Raumes des Autonomen Gebiets Tibet, sagte: „Er hat seinen Wunsch zu seinen Lebzeiten verwirklicht und die Arbeit auf dem Boden geschrieben. Darüber hinaus hat er die Ergebnisse unter den Bauernfamilien hinterlassen.“

“Ein Samen”: Geist auf dem Hochplateau auslegen

Zu seinen Lebzeiten litt Nyima Tsahi seit Jahren an Hepatitis B und Diabetes. In den letzten Jahren sind seine Krankheiten schlimmer geworden. Jeden Tag musste er sich Insulin injizieren und jede Woche musste er Medikamente nehmen.

Sein Kollege Bao Shenghua hat ihn auf die Versuchsfelder begleitet. Nyima Tashi wusste, welche Art auf welchem Feld angebaut wurden, ohne auf die Etikette zu schauen. „Als Direktor blieb er länger auf den Feldern als viele Experten von uns“, sagte Bao Shenghua.

Im Interview haben die Interviewten am häufigsten gesagt, dass Nyima Tashi eine einfache Person, ein strenger Lehrer, ein güter Vater und ein offener Freund ist.

Der 45-jährige Doktor, der 2010 dem Forschungsteam der Saatzucht und des Anbaus der Hochlandgerste von Nyima Tashi beigetreten ist, Zeng Xingquan sagte: „Ohne die Fürsorge und geistige Ansteckung des Direktors hätte ich vielleicht längst gekündigt, um in einer entwickelten Stadt zu arbeiten.“

“Bei neu angekommenen Funktionären der Tibet-Unterstützung forderte er immer die Ausstellung der besten Lebens- und Arbeitsausrüstungen“, sagte Tashi, Vizedirektor der agrarwissenschaftlichen Akademie. Er hat mehr als 20 Jahre mit Nyima Tashi zusammen gearbeitet.
Nach dem Tod von Nyima Tashi sind fünf Funktionäre der Tibet-Unterstützung auf eigene Kosten nach Lhasa gekommen, um seiner zu gedenken.

Als der Reporter in der agrarwissenschaftlichen Akademie des Autonomen Gebiets Tibet interviewte, sah er, dass auf dem Schild des Büros Nyima Tashis immer noch „auf Geschäftsreise“ stand. Da hatte er das Gefühl, dass alle Mitarbeiter der Akademie nicht glauben wollten, dass er sich davongemacht und sich nur auf eine lange Geschäftsreise begeben hat.

Seine Kollegen werden nicht vergessen, dass er jahrelang eine Stunde früher mit der Arbeit anfing, viel Kaffee trank, um sich fit zu halten, die Tür seines Büros jeder Zeit für Funktionäre der unteren Verwaltungsebenen sowie Forscher offen war, jahrelang oft auf untere Verwaltungsebenen fuhr, jederzeit Arbeitsaufgaben arrangierte und Talente schätzte.

(Redakteur: Daniel Yang)

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