Thema:

Verbesserung der Beziehungen zwischen China und den USA

Datum: 22.01.2021, 09:42 Quelle: German.cri.cn

Nach Meinung von Experten stünden die chinesisch-amerikanischen Beziehungen nach dem Machtwechsel im Weißen Haus vor einem Neubeginn, der sich durch größere Stabilität auszeichnete und konstruktiver sei. Der neue US-Präsident Joe Biden scheine pragmatischer und mehr der Zusammenarbeit zugeneigt zu sein.

Der 78-jährige Biden leistete am Mittwoch in der amerikanischen Hauptstadt Washington als 46. US-Präsident seinen Amtseid. Bei der Amtseinführung anwesend waren drei frühere Präsidenten, nicht jedoch Bidens unmittelbarer Amtsvorgänger Donald Trump, der in seiner Abschiedsrede vom Mittwoch seine eigenen Leistungen hervorgekehrt und der neuen Regierung viel Glück gewünscht hatte, ohne dabei den Namen Bidens zu erwähnen.

Die Amtsübergabe und die von Biden und seinem Team unmittelbar danach ausgesandten Signale lassen Beobachter hoffen, dass sich auch die Beziehungen zwischen China und den USA verbessern werden.

Xu Liping, Forscher am Staatlichen Institut für internationale Strategie unter der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, sagt, dass Trump die sino-amerikanischen Beziehungen in eine Lose-Lose-Situation hinein manövriert habe. Selbst noch im letzten Monat seiner Amtszeit habe er eine radikale Politik gegen China in Anschlag gebracht, die sich keineswegs in Übereinstimmung mit den eigenen Interessen der USA befände.

"Biden wird diese Politik sehr wahrscheinlich korrigieren und einen überlegteren Kurs einschlagen," so Xu. "Wettbewerb wird zwischen beiden Ländern fortbestehen, aber auf zahlreichen Gebieten bedarf es auch der Kooperation, darunter im Bereich Handel und beim Problem des Klimawandels."

Nach Auffassung von Xu sollte die Biden-Regierung die Gespräche mit China wiederaufnehmen, die Verhandlungen über Wirtschafts- und Handelsfragen beleben, Konflikte eindämmen und die Zusammenarbeit bei der Lösung der Weltfragen ausbauen.

Diao Daming, Professor für Internationale Beziehungen an der Renmin-Universität, meint, dass Biden als erfahrener Politiker in den vergangenen Jahrzehnten bereits das Auf und Ab in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern erlebt habe.

"Bidens grundsätzliche Haltung gegenüber China ist pragmatisch und rational, was sich in Kooperation auf Gebieten mit gemeinsamen Interessen, wie dem Handel und den Kontakten von Mensch zu Mensch, übersetzt. In diesen Bereichen wird es zu Verbesserungen kommen."

Allerdings, so Diao, stünden die USA vor Schwierigkeiten im Inneren, welche die Regierung dazu geführt hätten, den Blick auf Außenwelt und Diplomatie anzupassen. Es werde auch nach dem Machtwechsel nicht leicht sein, die Außenpolitik zu verändern.

"Kurzfristig mag es keine substanziellen Veränderungen in den sino-amerikanischen Beziehungen geben, aber man kann davon ausgehen, dass sie stabiler, konstruktiver und dialogorientierter werden."

Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums Hua Chunying sagte am Mittwoch in Beijing, China sei stets der Auffassung, dass gute sino-amerikanische Beziehungen den grundlegenden Interessen beider Völker und den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft dienten. Trotz aller Differenzen teilten China und die USA breite gemeinsame Interessen, die viel Raum für Zusammenarbeit eröffneten. Vor allem hinsichtlich des Weltfriedens und der Entwicklung stünden beide Länder in der Verantwortung.

Hua Chunying hoffte, dass die neue US-Regierung mit China daran arbeiten werde, den Dialog zu verbessern, Differenzen anzugehen, die Zusammenarbeit auszubauen und die sino-amerikanischen Beziehungen so rasch wie möglich zu normalisieren.

(Redakteur: Daniel Yang)

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