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Ein Teehaus in Lhasa

Datum: 01.06.2015, 13:44 Quelle: China Tibet Online

Das Teehaus Qinqin fällt unter den zahlreichen Läden nicht auf. Wenn aber vom Ladenbesitzer die Rede ist, sparen die Leute und tibetischen Studenten in der Nähe ihr Lob nicht. Das liegt daran, dass der Laden seit über einem Jahr zehnt gastronomische Dienstleistungen anbietet und zusätzlich dazu kostenlos ihren Kunden ehrerbietige Wörter beibringt und ihnen grünen Tee zur Verfügung stellt. Die Chefin, Köchin und Kellnerin des Teehauses sind nur eine Person, und zwar die 60-jährige Lhadron.

Die Gründung des Teehauses Qinqin ist auf das Lehren der ehrerbietigen Wörter der tibetischen Sprache zurückzuführen. Ähnlich wie die deutsche Sprache hat die tibetische Sprache ein komplettes System mitehrerbietigen Wörtern. Ob man gleiche oder unterschiedliche gesellschaftliche Positionen hat, haben die Leute zwischen einander verschiedene ehrerbietige Wörter. Wenn man solche Wörter nicht nutzt, wird man als unhöflich angesehen.

Ein Teehaus in Lhasa
Ein Teehaus in Lhasa

„Die Tibeter achten sehr auf die Nutzung der ehrerbietigen Wörter. Dies ist insbesondere bei den Lhasaern der Fall. (Die tibetische Sprache hat diverse dialektale Teilgebiete. Der Lhasaer Dialekt wird als die tibetische Hochsprache angesehen).“ Lhadron glaubt, dass die modernen, jungen Tibeter nicht so gern ehrerbietige Wörter nutzten oder sie nicht gut nutzen könnten.

Hinter den ehrerbietigen Ausdrücken stecktdie Etikette der traditionellen Kultur der Tibeter. Wie kann man mehr Leuten die ehrerbietigen Ausdrücke der Tibeter vorstellen? Wie kann man dafür sorgen, dass insbesondere die junge Generation der Tibeter die ehrerbietigen Ausdrücke lernt, erbt und entfaltet? Diese zwei Fragezeichen kamen der alten Lhadron in den Kopf. Nachdem sie eine Zeit lang darüber nachgedackt hatte, ist sie auf eine Idee gekommen: Warum eröffne ich nicht ein Teehaus? Dann kann ich über den gastronomischen Service ehrerbietige Ausdrücke vermitteln.

2007 wurde ihr Teehaus offiziell eröffnet. Anfangs hat Lhadron den Gästen nur tiebtische Rindfleischteigtaschen und Reisgerichte angeboten. Wenn Einwohner und Studenten herkamen, hat sie sie mit grünem Tee freundlich bewirtet. Gleichzeitig hat sie sich mit ehrerbietigen Ausdrücken mit ihnen unterhalten. Auf diese Art und Weise ist das Teehaus zur festen Stätte geworden, wo die Anwohner der Nähe und die Studenten die ehrerbietigen Ausdrücke lernen, an dessen Beginn sich Lhadron auch nicht mehr erinnern kann. Diese Stammgäste helfen dabei, Jiaozi zuzubereiten und Bestellungen auszuliefern, wenn Lhadron viel zu tun hat. Dies ist bereits zu einer Gewohnheit von ihnen geworden.

„Obwohl die Einkunft des Teehauses nur die Miete deckt, kann ich mich mit den Studenten unterhalten und ihnen ehrerbietige Ausdrücke beibringen“. Sagte Lhadron. „Ich mag diese Studenten sehr. Ich hoffe auch, dass sie die ehrerbietigen Ausdrücke lernen und nutzen.“

(Editor:Soong)
 

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