Thema:

Das digitale Zeitalter in den flatternden Gebetsfahnen

Datum: 23.07.2018, 09:26 Quelle: China Tibet Online

Als unser Auto den Chala-Berg hochfährt, begrüßen die bunten Gebetsfahnen in der Reflexion des blauen Himmels und der weißen Wolken die Gäste, als ob sie uns daran erinnern, eine kurze Pause während der langen Fahrt zu machen.

Wegen ihrer ethnischen und religiösen Emotionen haben die Tibeter eine ehrerbietige Liebe zu den heiligen Bergen und Seen. Deshalb werfen der junge Tibeter Nyima und seine Freunde gerade die Gebetsfahnen, pilgern und beten um einen Platz für das Glück, als wir die Spitze des Chala-Bergs erreichen.


Nyima und seine Freunde pilgern und beten auf der Spitze des Chala-Bergs für das Glück.

Die bunten Gebetsfahnen flattern über dem Kopf. Nyima nimmt sofort mit dem Handy ein Panoramabild auf und lädt es per WeChat im Internet hoch. Schnell bekommt er mehrere Likes. Ein Signalturm von China Telecom in unmittelbarer Nähe strahlt im glühenden Sonnenschein silbernes Licht aus. Ich kann mir fast vorstellen, wie das starke Signal Niyma unterstützt, seine Nachricht im Augenblick überall zu verbreiten…


Auf der Säule vor der Verwaltungskommission des Klosters Kumbum Champa Ling ist der QR-Code des offiziellen Accounts bei WeChat geklebt.

Auf der Säule vor der Verwaltungskommission des Klosters Kumbum Champa Ling ist der QR-Code des offiziellen Accounts bei WeChat geklebt. Laut dem ständigen stellvertretenden Vorsitzenden der Verwaltungskommission des Klosters, Ngaxog, ist ein Mönch im Kloster für den offiziellen WeChat-Account zuständig.

Auf den kleinen Straßen im Autonomen Bezirk Yushu der Tibeter verkaufen die Tibeterinnen, die kein Chinesisch sprechen, den Touristen gemeißelte Mani-Steine. Sie zeigen mit der linken Hand fünf Finger und heben mit der rechten das Handy, worauf sich der QR-Code ihrer WeChat-Accounts zeigt.

In der Mahavairocana-Halle im abgelegenen Lebagou bemerke ich erstaunt, dass der Spendenkasten schon durch einen ordentlich geklebten WeChat-QR-Code ersetzt worden ist. Die Anhänger können Geld spenden, sobald sie den Code mit dem Handy scannen.

In einem kleinen Restaurant in der Gemeinde Zhaduo im Kreis Chidu, in dem nur höchstens zehn Gäste Platz haben, ist auch ein WeChat-QR-Code für die Bezahlung auf die einseitige Speisekarte gedruckt worden. Es scheint, als ob die kleine Gemeinde auf dem Hochland nie ihre Verbindung mit der sich schnell entwickelnden Welt gebrochen hat.

Sowohl auf den Straßen als auch in den Wohnvierteln, Schulen und Klöstern trägt fast jeder ein elektronisches Kommunikationsgerät. Man ist zu jeder Zeit vorbereitet, mit dem Gerät Informationen mit Verwandten und Freunden auszutauschen. In den meisten Hotels, Kaufhäusern und Restaurants kann man per Alipay und WeChat bezahlen.

Autor: Yi Wenwen
Übersetzt von China Tibet Online

(Redakteur:Soong)

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

640.jpg 640.jpg 640.jpg
12345