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Junge Hongkongerin lernt Thangka: schwerer als gedacht

Datum: 08.08.2018, 09:28 Quelle: China Tibet Online

“Stoff reiben, färben, vage Gebilde schaffen… Jeder Schritt ist so unbeschreiblich fein. Man muss jahrelang lernen und üben, um ein wunderbares Thangka-Werk zu malen“, sagte Jiang Yuyi aus Hongkong in einem Interview, das neulich geführt worden ist. Sie meint, dass das Thangka-Malen schwieriger sei, als sie es sich vorher gedacht habe.

„Thangka-Studio – Praktikumsplan in Festlandchina für Thangka-Anfängermaler des Jahres 2018“ wurde am 7. Juli im Kreis Tongren der Provinz Qinghai gestartet. 13 Schülerinnen aus Hongkong sollten im Regong-Malinstitut des Kreises Tongren für 40 Tage die Thangka-Techniken studieren. Als Lehrer fungierte Niangben, Kunsthandwerksmeister Chinas und Direktor des Regong-Malinstituts.

Der Kreis Tongren des Autonomen Bezirks Huangnan der Tibeter in der Provinz Qinghai wird als Regong bezeichnet und dies bedeutet das goldene Tal. Es hat den Ruf, Heimat der tibetischen Malerei Chinas zu sein. Die Regong-Kunst, bei der Thangka als Erstes zu nennen ist, wurde 2009 von der UNSECO in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

“Am meisten haben mich das Zerreiben von Farben und das Reiben von Malstoffen fasziniert. Ein Reibvorgang dauert mehrere Tage. Schließlich bekommt man Blasen an den Händen. Dies hat mir ein tieferes Bild über Thangka verschafft.“ Jiang Yuyi arbeitet derzeit am Abschlusswerk „Grüne Tara“. Zwar sagte der Lehrer, dass das Werk im Großen und Ganzen gut sei, aber sie freute sich nicht. „Im Vergleich mit dem Lehrer bin ich hinsichtlich der Linienführung, der Anwendung der goldenen Farbe, der Augenbeschreibung und anderer Details noch weit im Rückstand.“

Aus Sicht von Zhang Jiayu, die gerade das dritte Studienjahr der Chinese University of Hong Kong besucht, ist das Malen von Thangka in der Tat sehr zeitaufwändig. „Als ich früher detaillierte Bilder malte, waren alle Materialien bereits vorhanden. Wir jedoch müssen die Malmaterialien für Thangka allesamt selbst vorbereiten. Für mich ist das etwas Neues und wir genießen das.“

“Ich habe nicht damit gerechnet, dass sie so gut malen, wenn sie zum ersten Mal mit Thangka in Kontakt kommen.“ Als der Meister Niangben sah, wie sorgfältig die Schülerinnen aus Hongkong im Malinstitut lernen, drückte er ihnen den Daumen. Obwohl die Lernzeit kurz ist, wenden sie dennoch die neun Grundtechniken von Thangka wie Stoffreiben, Färben usw. bestens an.“

“Das Thangka-Malen ist eine Praktik des Inneren, denn der Malvorgang stellt den Willen der Menschen auf die Probe. Wir malen von 8:00 Uhr früh bis 22:00 Uhr abends. An den Stücken sitzen wir für über zehn Stunden. Die Malzeit ist lang. Der Malvorgang ist auch ein Vorgang zwischen einem selbst und dem Inneren“, beschrieb Chen Huanting, eine Absolventin, die eigenen Eindrücke.

Quelle: www.chinanews.com

(Redakteur: Daniel Yang)

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