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Das Leben der Daman

Datum: 08.08.2018, 10:44 Quelle: China Tibet Online

Die 39-jährige Dawa ist Daman. Ihre beiden Hände sind voller Narben, die durch das Ernten von Hochlandgerste in der Jugend zurückgelassen wurden. „Ich wurde in der Gyirong-Kluft geboren. Mein Vater ist Schmied.“ Dawa lächelt und sagt, früher waren die Erlebnisse der Daman-Erwachsenen fast gleich. Sie verdienten den Unterhalt als Schmied, hatten keine festen Wohnsitze und trieben ein Leben ohne Nationalität, Heimat, Boden und Haus.

Daman leben im Grenzgebiet zwischen China und Nepal. Das Wort Daman bedeutet in der tibetischen Sprache „Nachkommen der Kavallerien.“ Legenden zufolge waren die Vorfahren von Daman Gurkha, die die heutigen Nepalesen waren und wegen der Kriegsniederlage im Grenzgebiet blieben. Seit der chinesischen Qing-Dynastie (1644-1911) leben sie immer im Grenzgebiet zwischen China, Nepal und Indien. Hoher Nasenrücken und tiefe Augenhöhle sind die auffälligen Merkmale von Daman.

Vor den demokratischen Reformen Tibets 1959 war die Stellung der Daman in Tibet fast ähnlich wie Bürger der zweiten Klasse. Sie verfügten über keine Produktionsmittel, waren Laufburschen für die Tibeter und wohnten in den einfachen Schuppen der Tibeter. Weil sie nepalesische Herkunft haben, wurden Daman nicht als nationale Minderheit Chinas identifiziert, bevor China in den 1980er Jahren die nationale Identifizierung vollendete.

Ein Dorf im Kreis Gyirong in der tibetischen Stadt Shigatse ist ihre Siedlung. 2005 gingen die Schwierigkeiten von Daman mit ihrer Einbürgerung in China zu Ende.

„Als ich noch Kind war, half ich anderen Leuten beim Ernten von Hochlandgerste. Sie lehnten mich ab, weil ich zu jung war“, so Dawa. Vor 2005 wohnte sie immer beim Arbeitgeber. Das einzige Eigentum ihrer Familie war nur eine Ausrüstung für das Schmieden, ein Topf und einige Schüsseln.

Die Jahre 2003 und 2005 haben die Daman am stärksten in Erinnerung. „2003 bekamen wir die Nachricht, dass wir uns in China einbürgern dürfen“, erinnert sich Dawa. Im Sommer 2005 bekamen 47 Familien von 170 Daman, die im ganzen Leben umhergezogen sind, die chinesische Nationalität und zogen ins neue Dorf Daman um, das mit einer offiziellen tibetischen Investition von 1,47 Millionen Yuan aufgebaut wurde. Jeder Daman besaß zum ersten Mal ein eigenes Haus und Zuhause. „In meinem Gedächtnis war es am Tag des Umzugs sonnig. Wir hatten neue Kleidung an. Gegen Abend habe ich in der Küche des neuen Hauses ein großes Abendessen gekocht.“

Mittlerweile wurde Dawa schon zweimal zur Abgeordneten des Volkskongresses der Stadt Shigatse gewählt. Ihr Mann macht in der Gemeinde Gyirong Gelegenheitsarbeiten. Ihre drei Kinder eignen sich Bildung an. Der älteste Sohn Dawa Dorje wurde 2017 von einer Universität in der Provinz Hubei aufgenommen. Er ist der erste Student in der Geschichte von Daman.

Puqung, ein Einwohner des Dorfes Daman, sagt, früher hätten sie keine Nationalität und keinen Personalausweis gehabt, und konnten zu keinen Orten außer der Gyirong-Kluft gehen. Viele Daman hatten keine Ahnung von der Welt außerhalb des Himalaya-Gebirges. Heute lernen immer mehr Kinder außerhalb des Dorfes Daman. Puqung hat die Erzählung der Kinder gehört und will auch mit seiner Frau Yangzom die Stadt Shigatse oder fernere Orte besuchen.

Puqung hat gehört, dass die Zugstrecke zwischen Shigatse und Lhasa 2014 in Betrieb genommen wurde. Er will in diesem Jahr mit dem Zug nach Lhasa fahren.

(Redakteur:Soong)

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