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Pferderennfestival in den Augen eines Niederländers

Datum: 31.08.2018, 09:00 Quelle: China Tibet Online

In der Steppe war lauter Jubel – der diesjährige Meister des Pferderennwettbewerbs ist gekürt worden. Tibetische Nomaden jagten dem Pferd nach, das den ersten Platz gewonnen hat. Sie konkurrierten miteinander um die Möglichkeit, dem Reiter, der ihnen nicht bekannt war, Khata zu überreichen. Der aufgeregte Niederländer Yolen in der Menschenmenge hat sein Handy hochgehoben, während er dem Pferd nachlief. Aus Versehen ist er mit dem Reporter, der gerade fotografierte, zusammengestoßen.

„Ich entschuldige mich”, schrie er etwas schwindelig dem Reporter zu. Er schien ziemlich ausgelassen zu sein. „Das war super, nicht wahr?“

Das war eine Szene, die sich beim 10.000 Meter-Langlauf des Pferderennwettbewerbs Dangjiren im Kreis Damxung der Stadt Lhasa im Autonomen Gebiet Tibet zugespielt hat. Dieses Projekt lief voll und ganz in der offenen Steppe ab. Seit der Eröffnung am 8. August hat das feierliche Treffen in der Steppe, das schon in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden ist, nicht nur Zehntausende von Nomaden aus den Gemeinden und Dörfern der Umgebung angezogen, sondern auch dafür gesorgt, dass ausländische Touristen wie Yolen extra hierher gereist sind. Yolen sagte dem Reporter, dass seine Freundin und er von Lhasa aus losgefahren und extra zum Pferderennwettbewerb im Kreis Damxung gekommen seien. Die beiden würden nachher nach Nepal reisen.

Unter den Reiserouten der Touristen in Tibet ist das feierliche Treffen in der Steppe wahrscheinlich nicht ganz beliebt. Jedoch haben Yolen und seine Freundin im Reiseführer diese Empfehlung entdeckt und extra einen Tag dafür eingerichtet, um in die Kreisstadt Damxung, die an der Grenze zwischen Lhasa und der Steppe in Nordtibet liegt, zu kommen.

„Wir haben das früher für unwahr gehalten und dachten uns, dass das Darbietungen, die extra für Touristen vorgeführt würden, wären“, gab Yolen zu. „Jedoch habe ich mir nicht gedacht, dass das so authentisch ist.“ Die einheimischen Nomaden sagten dem Reporter, dass das Pferderennfestival ein genauso wichtiges Fest in dieser Zeit für die Bevölkerung des nomadischen Gebiets ist, wie die sommerlichen Feste der landwirtschaftlichen Zone Tibets, zum Beispiel das Ongkor-Festival, bei dem man die gute Ernte feiert und für Glück betet.

„Alle wollen dem Meister Khata überreichen. Dies steht für Glück im kommenden Jahr“, sagte der Nomade Norbu Tsering, der zahlreiche Khata-Bänder in den Händen hielt. „Von den Khata-Bändern, die der Meister getragen hatte, habe ich einige bekommen. Sie können mir viel Glück bringen!“

Yolen war von der Leidenschaft hingerissen: „Beim Wettbewerb stand ich ganz am Ende. Die Reiter hatten Trachten ihres eigenen Volkes an und die Zuschauer waren ebenfalls schön gekleidet. Alle Farben sind an meinen Augen vorbeigehuscht. Das war erstaunlich!“

Yolen, der behauptete, dass er mit seiner Freundin an allen Ecken der Welt gewesen sei, sagte, dass sie in Europa und den USA ebenfalls Darbietungen des Pferderennens gesehen hätten, jedoch keine mit denen in Tibet zu vergleichen seien.“ In den Niederlanden ist alles organisiert. Menschen können keinen nahen Kontakt mit Pferden bekommen. Er glaubt daran, dass die traditionelle Kultur Tibets bis heute immer noch dynamisch ist, weil er dies mit eigenen Augen gesehen hat.“ 

Das Pferderennfestival Jiren in Damxung hat eine Geschichte von über 300 Jahren. Im Juni 2008 wurde dieses feierliche Treffen in die staatliche Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Heutzutage ist es eine Plattform zur Präsentation und Werbung für die Sportdisziplinen und das immaterielle Kulturerbe des tibetischen Volkes. Bei der Eröffnungszeremonie sind die Bands des Gesar-Sprechgesangs der Gemeinden aufgetreten. Die historischen Szenen des Salztragens in Nordtibet und die Webtechniken von Pulu-Teppichen wurden präsentiert. Überdies waren tibetische Sportdisziplinen wie Steintragen, Godor usw. nicht weniger populär als Pferderennen.

Quelle: Xinhua.net

(Redakteur: Daniel Yang)

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