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Die Legende der Pferde-Clique

Datum: 31.08.2018, 09:24 Quelle: China Tibet Online

Shangri-La, was in der tibetischen Sprache „Sonne und Mond im Herzen“ bedeutet, ist wegen des Romans „Der verlorene Horizont“ vom britischen Schriftsteller James Hilton im Jahr 1933 berühmt geworden. Später meinte man, dass sich Shangri-La im Autonomen Bezirk Dêqên der Tibeter in der Provinz Yunnan befindet.


Die Landschaft des Dorfes Kengong

„Dêqên“, auf Tibetisch „glücklicher Ort“, ist der einzige autonome Bezirk der Tibeter der Provinz Yunnan und befindet sich im Südwesten der Provinz in der südlichen Erstreckung des tibetischen Hochlandes im Grenzgebiet von Yunnan, Sichuan und Tibet.

Die Einwohner auf dem tibetischen Hochland trinken sehr gern Tee. Die Pferde-Clique kontrollierte den Tee-Transport von Zentralchina nach Tibet, der unbedingt durch Dêqên ging. Das Geschäft des Dorfes Kengong florierte wegen des Tee-Transports.


Im Dorfmuseum, das nach der alten Tee-Pferde-Straße benannt ist, präsentiert sich die Huothang-Kultur.

Eines Tages im Jahr 1906 wurde ein Sohn in die Familie Kengong im Dorf geboren. Er wurde später der berühmte lokale Mönchhändler Lharong Chochen. Er hat auf dem Hochland in Dêqên in Yunnan und im tibetischen Qamdo sehr großes Ansehen erlangt. Mit sieben Jahren wurde Lharong Chochen von seiner Familie ins berühmte lokale Kloster Ganden Songtsenling geschickt. Das als „kleiner Potala-Palast“ bezeichnete Kloster Ganden Songtsenling wurde von 1679 bis 1681 gebaut. Hier lernte Lharong Chochen fleißig und war später als Geschäftsmönch des Klosters tätig. Im Alter von 13 erlebte Lharong Chochens Familie einen Zwischenfall. Schließlich waren nur noch ein Rind und zwei Pferde übrig. Daher musste der junge Mann die Aufgabe tragen, seine Familie wieder nach oben zu bringen. Er leitete die Menschen an, in den Gebirgen Heilpflanzen und Wildgemüse zu sammeln, ließ diese in der Sonne trocknen und transportierte sie per Pferd zum Verkauf nach Lijiang. Dann kaufte er aus Lijiang Glasnudeln, Alkohol und braunen Zucker und verkaufte dies in seiner Heimat. Mit dem Geld, das er nach einem Jahr verdient hatte, kaufte Lharong Chochen drei Pferde. Dann fuhr er hin und her zwischen Zhongdian sowie Lijiang und Dali, um Geschäfte zu treiben.


Die Statue von Lharong Chochen

Im Alter von 20 hatte Lharong Chochen einige Ersparnisse. Er kaufte auf einmal 40 Pferde, gründete die Pferde-Clique und begann, auf der alten Tee-Pferde-Straße zwischen Yunnan und Tibet, per Pferd Tee zu transportieren. Man sagt, er habe schließlich mehr als 70 Pferde gehabt. Im Februar transportierte die Pferde-Clique Waren wie Tee, Salz, Glasnudeln und Baumwollstoffe, ging von Jianthang (heute Shangri-La) los und entlang der alten Tee-Pferde-Straße weiter. Normalerweise dauerte es drei Monate, um in Lhasa anzukommen. In Lhasa verkaufte die Pferde-Clique die mitgebrachten Waren, kaufte lokale Erzeugnisse und Heilpflanzen, und trug diese zurück zur Heimat. Manchmal führte Lharong Chochen einige Leute und Pferde nach Indien und Nepal, um Güter einzukaufen. Er verkaufte die zurückgebrachten Güter in Lijiang und Dali. Dann fuhr er zum Herstellungsort des Tees, um Tee und andere heimische Erzeugnisse aus Yunnan zu kaufen, ging durch seine Heimat, und startete eine neue Wanderung. So war Lharong Chochen 38 Jahre gereist.


Die ausgestellten Gegenstände im Dorfmuseum, das nach der alten Tee-Pferde-Straße benannt ist.

Auf der alten Tee-Pferde-Straße genoss Lharong Chochen einen sehr guten Ruf. Die nach Lhasa gehenden Mönche wollten mit seiner Pferde-Clique fahren. Sie brauchten keine Gebühren zu bezahlen. Die kleinen Pferde-Cliquen wollten auch mit ihm zusammenfahren. Er half ihnen während der ganzen Fahrt und beim Warenverkauf in Lhasa. Als die Landsleute beim Wareneinkauf nicht genug Geld hatten, half Lharong Chochen ihnen. 1946 hat Lharong Chochem auch Geld für den Aufbau der Kabelbrücke am Liutong-Fluss auf der alten Tee-Pferde-Straße gespendet.

Später haben Lharong Chochens Neffe und Enkel auch die alte Tee-Pferde-Straße genutzt. Die drei Generationen der Familie haben das Tee-Pferde-Geschäft per Pferde-Clique betrieben, zahlreiche Schwierigkeiten erlebt, allerlei durchgemacht und Reichtum gesammelt. Dies hat auch die Legende der Familie herangebildet. Der 80 Jahre alte Jiangcho Chunping in der Familie ist in der Kindheit mit der Pferde-Clique einige Male auf der alten Tee-Pferde-Straße gefahren. „Die Pferde-Clique kaufte in Simao Tee und braunen Zucker und brachte diesen mit, von Zhongdian bis nach Dêqên…“ Wenn sich der alte Mann daran erinnert, hat er die Erlebnisse deutlich vor Augen.


Die verschiedenen von der Pferde-Clique benutzten Gegenstände

Um der Pferde-Clique-Zeit der Familie zu gedenken, gaben die Brüder Jiangcho Chunping und Lharong Daqing Geld aus, um das nach der alten Tee-Pferde-Straße benannte Dorfmuseum auf der Basis ihrer alten Wohnhäuser aufzubauen. Das Museum wurde am 2. Juli 2017 eröffnet.

Am Eingang der Ausstellungshalle hängen viele früher von der Pferde-Clique benutzte Gegenstände, darunter Holzkästen, Messingglocken und Rindsledertaschen. In der Ausstellungshalle gibt es mehr als 2000 alte Gegenstände, wie Tee-Tassen und Nähsachen, Sattel und Kolter. Außerdem gibt es kleine vergoldete Holzkästen, in denen Tsampa aufbewahrt wird, und haltbare Kannen aus Tierknochen. Viele Gegenstände sind wertvolle hinterlassene Gegenstände der Zeit der alten Tee-Pferde-Straße zwischen Yunnan und Tibet, wie beispielsweise Hausrat, Trachten, Schmuckstücke, Reitzeuge und Huothang-Kultur. Diese demonstrieren das Leben und das Geschäft der damaligen Geschäftsleute der Pferde-Clique umfassend.

(Redakteur:Soong)

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