Thema:

Beijinger Lehrer und seine 44 tibetische Schüler

Datum: 18.10.2018, 09:36 Quelle: China Tibet Online

Der Enkel des Seniors Lasong, also Tashi Wangdu, ist Schüler der fünften Gruppe der zweiten Klasse der Zweigstelle der ersten Grundschule der Stadt Lhasa (Grundschule Haidian). Da die Eltern des Kindes in der Region Ngari Tibets arbeiten, hat Lasong die Vormundschaft seines Enkels übernommen.

Dieses Jahr haben der Senior Lasong und nahezu 100 Eltern der fünften Gruppe der zweiten Klasse eine Sorge: Der Klassenlehrer der Gruppe He Xiaobo kommt zugunsten der Tibet-Unterstützung aus Beijing. Nächstes Jahr wird er Tibet verlassen, aber die 44 Kinder der ganzen Gruppe können sich nicht von ihm verabschieden.

Zur Erhöhung des Bildungsniveaus Tibets hat die Stadt Beijing als erstes Verwaltungsgebiet 2014 Gruppen zur Tibet-Unterstützung gegründet und daher 50 Lehrer ausgewählt und nach Lhasa entsandt. Im Jahr 2017 ist die Anzahl der Lehrer zur Tibet-Unterstützung auf 70 ausgeweitet worden. Dabei wurden Bildungsstufen wie Grundschule, untere und obere Mittelschule und Berufsschule abgedeckt. He Xiaobo aus dem Viertel Miyun der Stadt Beijing war einer davon.

Am 27. September hat der Reporter zusammen mit den 44 Schülern der fünften Gruppe der zweiten Klasse eine Chinesisch-Stunde genommen. Bei Fragen im Unterricht haben sich die Kinder aktiv gemeldet und es ging fröhlich und interessant zu. Während der Pause war He Xiaobo noch im Klassenraum. Als er sah, wie sich die Kinder tummelten, machte er ab und zu mit. Er sagte, dass sich der Lehrer nicht nur um die Kinder kümmern könne, sondern auch vorzeitig für die nächste Stunde die Kinder zur Ruhe bringen könne, so dass der Lehrer der nächsten Stunde Zeit spare, wenn er sich während der Pause noch im Klassenzimmer befinde.

„Herr He ist der sorgfältigste Lehrer, den ich je angetroffen habe“, sagte der Senior Lasong. Jeden Tag nach der Schule bringt Herr He die Kinder zum Tor der Schule und sieht zu, wie die Kinder von ihren Eltern abgeholt werden. Erst dann muss er sich keine Sorgen mehr machen.

Von der ersten bis zur zweiten Klasse sind He Xiaobo und die 44 tibetischen Schüler zu guten Freunden geworden. Nyima Drolma, Mutter des Schülers Sonam Rgyatso, sagte, dass sie noch in Erinnerung habe, dass ihr Kind einmal die Hausaufgaben nicht schreiben wollte. Sie habe sich keinen Rat mehr gewusst und sich telefonisch an Herrn He wenden müssen. Danach habe Herr He über zehn Minuten mit dem Kind gesprochen. Sie habe gesehen, wie die zwei Personen über das Handy ein Spiel gespielt hätten. Nach dem Video-Telefonat habe das Kind fröhlich Hausaufgaben geschrieben. „Er ist sorgfältiger gegenüber den Kindern als wir Eltern“, beurteilte Nyima Drolma Herrn He.

Unter den 44 tibetischen Schülern von Herrn He stammen 13 aus Lhasa und die restlichen 31 kommen u. a. aus Nagqu, Ngari und Lhoka. Bei diesen Kindern fungieren meistens die Opas oder Omas als ihre Vormünder und kümmern sich um sie in Lhasa. Es ist schwierig, sich mit diesen Senioren auf Chinesisch zu verständigen. 

He Jun, Rektor der Zweigstelle der ersten Grundschule der Stadt Lhasa (Grundschule Lhasa), meint, dass zur Überwindung der Kommunikationsschwierigkeiten mit den Eltern viele Personen zu provisorischen Dolmetschern von Herrn He geworden seien. Darunter seien sogar tibetische Lehrer oder fremde Tibeter, die er in Bussen getroffen habe. Durch langfristige Kommunikation habe He Xiaobo eine enge Bindung mit den Eltern aufgebaut.

Hinsichtlich seiner Rückkehr nach Beijing im Jahr 2019 findet He Xiaobo es etwas schade, aber er glaubt, dass er während seines Tibet-Aufenthalts den Kindern in erster Linie Kenntnisse vermitteln müsse. „Ich muss mich bemühen, so dass diese zwei Jahre zur schönsten Zeit von mir und den Schülern werden.“

(Redakteur: Daniel Yang)

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

12345