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【40 Jahre Reform und Öffnung】 Spuren der Tibeter von zwei Generationen

Datum: 24.10.2018, 09:12 Quelle: China Tibet Online

„Im Vergleich zur Generation meiner Eltern hat unsere Generation sehr viel Glück“, sagt Jamdenda aus dem Kreis Sêrxü des Autonomen Bezirks Garzê der Tibeter der Provinz Sichuan ehrlich.

Im Vergleich zu seinen Eltern hat der 21-jährige Jamdenda mehr Orte besucht, mehr Landschaften gesehen und vielfältigere Kultur erlebt.

„Nach meinem Grundschulabschluss habe ich wegen der Politik des Staates in Zentralchina gelernt. Es war für mich der eigentliche Anlass, aus der Heimat hinauszugehen. Später besuchte eine jüngere Schwester aus der Heimat einmal zufällig einen Arzt in Shanghai, und ich war zeitweilig als Dolmetscher und Begleiter tätig. Obwohl es keine richtige Reise war, habe ich viele unterschiedliche Menschen kennengelernt, was mich immer interessierter an der Welt machte.“

„Meine richtige Reise sollte bei der Universität anfangen. Während des Studiums habe ich mit einem Nebenjob Geld verdient. Nach dem dritten Studienjahr packte ich die Tasche und die Kamera und machte eine mehr als 20 Tage lange Reise. Ich ging von Kangding los und machte eine mehr als 3500 Kilometer lange Rundreise um die tibetischen Regionen in Sichuan, Yunnan, Tibet und Qinghai. Ich habe die schöne Landschaft von Yading in Dabba gesehen, den großartigen Berg Khawa Karpo in Yunnan und den Potala-Palastes in Lhasa wahrgenommen, und ich habe Yushu in der Provinz Qinghai nach dem Wiederaufbau nach dem Erdbeben gesehen. Ich habe auch am Nam Co gezeltet, mir meine Eltern auf Reisen als Jugendliche vorgestellt und meine eigene Zukunft überlegt.“ Bei der Reise hat sich Jamdenda entschieden, von seiner Heimat zu beginnen, um seine eigene Kultur gut zu kennen.

„Je mehr man reist und je weiter man geht, desto glücklicher wird man. Wegen der schlechten Verkehrs- und Wirtschaftsbedingungen war Reisen für die Generation meiner Eltern sehr schwierig. Ihre weiteste Reise war ein Besuch in Lhasa. Weil der Verkehr schlecht war und sie nicht viel Geld hatten, konnten sie nur wandern oder reiten. Die Fahrt nach Lhasa dauerte einige Monate. Zugleich waren die materiellen Bedingungen sehr schwierig. Auf der Fahrt bekamen sie oft Essen von anderen. Für sie war das Reisen fremd und auch luxuriös.“ Jamdenda schätzt sich selbst glücklich und bedauert gleichzeitig die Generation seiner Eltern. „Jetzt sind die Wirtschaftsbedingungen gut und der Verkehr auch praktisch. In der Freizeit pilgern meine Eltern nach Tibet und in die tibetischen Regionen in vier Provinzen. Innerhalb weniger Tage können sie viele Orte besuchen. Das war früher gar nicht vorstellbar. Sie ermutigen mich immer, mehr rauszugehen, und hoffen, dass ich meinen Horizont ständig erweitern kann. Es ist so, als erfüllten sie sich damit ihren Wunsch als Jugendliche.“ Seit den vergangenen Jahren verbessern sich die Wirtschaftsbedingungen ständig und der Verkehr in den tibetischen Regionen wird immer besser. Dadurch wird das Reisen für Jamdenda und seine Eltern immer einfacher.

Nach dem Hochschulabschluss hätte Jamdenda eigentlich in Chengdu arbeiten können. Aber er ist zur Heimat Sêrxü zurückgekehrt. „Hier ist mein Zuhause. Wegen der Hilfe des Staates und der Regierung hat sich meine Generation eine bessere Bildung als die Generation meiner Eltern angeeignet, fernere Orte besucht und mehr von der Welt gesehen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass mehr junge Leute in meiner Heimat die Chance haben, die Welt kennenzulernen.“

Quelle: China Tibet Online

(Redakteur: Daniel Yang)

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