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“Traumsucher” in moderner Akademie der tibetischen Medizin

Datum: 07.11.2018, 08:53 Quelle: China Tibet Online

Im Gang der ersten Akademie Chinas, die Doktoren der tibetischen Medizin ausbilden kann, also dem Institut der tibetischen Medizin der Universität Qinghai, hielt der Bachelorstudent Drolma, der erst vor zwei Monaten mit dem Studium angefangen hatte, die Taschenbuchausgabe von „Vier Medinische Klassiker“ in den Händen und las zusammen mit den Studienkollegen laut daraus vor.
“Die ‚Vier Medizinischen Klassiker ‘ sind eine Enzyklopädie der tibetischen Medizin. Es ist unser elementarstes Nachschlagewerk. Nur wenn wir es auswendig lernen, können wir es nutzen“, sagte Zhuomake.

Zhuomake stammt aus dem Kreis Guinan des Autonomen Bezirks Hainan der Tibeter. Seine Eltern leben davon, Vieh herumzutreiben. Als einziger Dorfbewohner, der es an eine Hochschule geschafft hat, hat er sich für die tibetische Medizin entschieden. „Die medizinischen Bedingungen meiner Heimat sind nicht sonderlich gut. Die Menschen sind es schon gewohnt, lange Wege zu gehen, um sich in größeren Städten beraten oder behandeln zu lassen. Ein Medizinstudium ist nicht nur vorteilhaft für mich selbst, sondern kann auch die Beschwerden meiner Mitmenschen lindern.“

Pucuo Lazang, die eine dicke „Enzyklopädie der tibetischen Medizin“ in den Händen hielt, kommt aus dem Autonomen Bezirk Yushu der Tibeter der Provinz Qinghai. Sie sagte, die tibetische Medizin sei für die Nomaden in der Steppe nicht fremd und habe deutliche Behandlungseffekte sowie wenig Nebenwirkungen, weswegen alle ihr vertrauten.

Nach dem Hochschulstudium hat Pucuo Lazang einen Job in der Klinik der tibetischen Medizin des Kreises Zadoi im Autonomen Bezirk Yushu der Tibeter bekommen. „In der Saison, in der man Chinesische Raupenpilze ausgräbt, haben wir ein Medizinerteam gegründet. Jeden Tag musste sie lange Zeit fahren, um eine Rundreise zwecks medizinischer Dienstleistungen in diversen Gemeinden zu machen. Bei der Rückkehr zum Wohnort war es wahrscheinlich schon 1:00 oder 2:00 Uhr in der Nacht.

“Aber damals hatte ich nur ein eingeschränktes Verständnis  der Theorien der tibetischen Medizin. Bei vielen Fragen konnte ich nicht auf eine tiefe Ebene dringen.“ Nachdem sie ein Jahr gearbeitet hatte, hat sie ein Masterstudium im Fach Gesundheitserhaltung und öffentliches Gesundheitswesen an ihrer alten Universität angefangen. „Die tibetische Medizin zielt darauf ab, durch die Ernährung und das tägliche Leben die Gesundheit zu erhalten.“

Pucuo Lazeng studierte zusammen mit ihrem Betreuer die Fachtermini in traditionellen Büchern. Im Lauf des Studiums merkte sie, dass ihr das System der tibetischen Medizin größer vorkam, je mehr sie lernt. Sie sagte: „Ich habe noch nicht genug gelernt und mir bleibt nichts anderes übrig als weiterzumachen.“

Zhuomake schaute sich mit einem bestaunenden Blick die „Mantang“ (Thangka-Hängekarten, deren Inhalte in erster Linie von der tibetischen Medizin stammen) an. Er meint, dass die tausendjährige tibetische Medizin ein enormes System habe. Aus seiner Sicht sei es sehr wissenschaftlich. Er fügte hinzu: „Die älteren Studienkollegen des Instituts sind eifrig. Manche stehen schon um 5:00 oder 6:00 Uhr auf, um an freien Ecken Klassiker auswendig zu lernen.“

Heutzutage hat die Provinz Qinghai eine offizielle Politik erlassen. Demgemäß können Zhuomake und seine Studienkollegen gratis tibetische Medizin studieren. Nach dem Abschluss des Studiums werden sie je nach den Vereinbarungen zu vorgegebenen Orten zurückkehren, wie sie als Manba (tibetische Mediziner) fungieren. „Hoffentlich können wir die Medizinerkreise stärken, so dass Patienten weniger laufen müssen.“

Quelle: www.chinanews.com

(Redakteur: Daniel Yang)

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