Thema:

„Heimatliebe“ einer kanadischen Lehrerin zu Gannan

Datum: 20.11.2018, 09:34 Quelle: China Tibet Online

Die 54 Jahre alte Kanadierin Nettie lebt seit sechs Jahren im Autonomen Bezirk Gannan der Tibeter in der Provinz Gansu. Am frühen Morgen kauft sie im Kiosk gegenüber der Uni eine Tasse Joghurt zum Trinken und geht ins Restaurant vor dem Eingang der Uni zum chinesischen Frühstück. Am Abend unterhalten sich viele Studenten bei ihr zu Hause und veranstalten eine „English Corner“. Sie backt für die Studenten Schoko-Bananen-Kuchen. Manche Studenten nennen sie „Patenmutter“. Das macht sie glücklich.

Nettie ist als ausländische Dozentin an der Gansu Normal University for Nationalities tätig. Im Oktober 2018 wurde Nettie von der Regierung der Provinz Gansu mit dem „Dunhuang-Preis“ für ausländische Experten ausgezeichnet, um sie für ihre selbstlosen Beiträge zur Bildung der internationalen Qualifizierten der nationalen Minderheiten auf dem Hochland zu ehren.

Bevor sie nach China kam, arbeitete Nettie an einer Schule in der kanadischen Provinz Ontario als Lehrerin. 2002 besuchte sie zum ersten Mal China. „Früher kannten wir China nicht. Wir hatten nur Neugierde über so ein riesiges Land. Nach der Reform und Öffnung Chinas begannen die Leute im Westen, China zu verstehen. Seit ich hier war, wollte ich mich immer in China niederlassen“, sagt Nettie. Sie mag die chinesische Kultur und das chinesische Essen, und will sich mit Chinesen befreunden.

2008 besuchte Nettie wiederholt China. Sie lernte zuerst in Tianjin Chinesisch und arbeitete dann als Lehrerin in Qinghai. Eine Woche vor dem Semesterbeginn entschied sie sich, sich in Gannan niederzulassen. „Die Schüler hier sind schlicht und gutmütig. Beim Umzug haben viele Studenten mir geholfen. Sie sind schüchtern und humorvoll.“ Wenn Nettie ihre Studenten erwähnt, hebt sie immer den Kopf und lächelt, als ob sie unzählbare interessante Sachen und Erinnerungen hat.

Die Stadt Hezuo in Gannan befindet sich auf einer Höhenlage von fast 3000 Metern. Es ist auch kalt und mangelt an Sauerstoff. Nettie genießt aber das Leben dort. „Unsere Uni ist groß und hat eine schöne Umgebung. Jeden Tag gehe ich zu Fuß zum Unterricht und nach dem Unterricht auch zu Fuß zurück. Der Weg ist zirka zwei Kilometer lang. Es gibt wenige Menschen und es ist gemütlich.“ In den Ferien besucht Nettie auch die Familien ihrer Studenten tief in den Steppen in den Kreisen Luqu und Maqu. Im Sommer sitzt sie gemeinsam mit den Viehhirten im Zelt und trinkt Milchtee. „Die Eltern der Studenten sind sehr gastfreundlich. Sie gehen mit mir sehr gut um.“ Die Tibeter seien so sauber und hell wie der Himmel von Gannan. Sie halte Gannan für ihre zweite Heimat, so Nettie.

Die meisten ihrer Studenten kommen aus den Land- und Viehwirtschaftszonen. Ihr Englisch-Niveau ist niedrig. Der vorhandene Lehrstoff entspricht dem Lehrbedarf oft nicht. Nettie hat die Klasse in acht Gruppen eingeteilt. Jede Woche lädt sie eine Gruppe ein, bei ihr zu Hause eine „English Corner“ zu veranstalten. Sie unterhält sich mit den Studenten auf Englisch. Für die Studenten, die zum Studium ins Ausland gehen möchten, organisiert sie zu Hause kostenlose Übungen für das Visum-Interview, die Grundkenntnisse über das Leben im Ausland und den kulturellen Unterschied zwischen dem Osten und dem Westen. Sie gibt ihren Studenten immer wie eine Mutter ein Wort mit auf den Weg.

Im April 2017 richtete sie mit einem Teil ihres Gehaltes das „Nettie-Stipendium“ ein, um die armen Studenten an der Uni zu finanzieren. Jedes Semester wird zehn Studenten geholfen. „Dafür gibt es zwei Voraussetzungen. Die Stipendiaten müssen arm sein, und sie müssen fleißig sein.“ Der Geldbetrag sei nicht hoch, stehe aber für ihr Herz, sagt sie. Sie hofft, dass das Geld den Lebensunterhalt der Kinder subventionieren könne.

Quelle: chinanews.com

(Redakteur: Daniel Yang)

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

1111.gif W020181024332459512367.jpg
12345