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Hoh Xil in Qinghai: Das Singen der Wildtiere auf dem Hochland

Datum: 27.12.2018, 10:00 Quelle: China Tibet Online

„In den 1980er und 1990er Jahren herrschten in Hoh Xil im Gebiet Sanjiangyuan Wilderei und das Verlangen nach Wildtieren“, sagte Tsering Samzhub, der seit 22 Jahren für den Schutz von Wildtieren in Hoh Xil arbeitet, emotional. Generationen von Qinghaiern setzen sich für den Ort ein, um sein ursprünglich bewegendes Aussehen wiederzuerlangen.

Heute ist der Ort nicht mehr für die Menschen offen. Den Wildtieren ist eine stille und friedliche Heimat zurückgegeben worden. Die Zahl der Tibet-Antilopen ist allmählich von weniger als 20.000 auf mehr als 50.000 gestiegen. Die sich tief im Berg versteckenden Schneeleoparden tauchen mittlerweile häufiger auf. Ihre Spuren findet man in 27 Kreisen in der ganzen Provinz. Die Zahl erreicht zirka 1000. Die Zahl einer Reihe von vom Staat schwerpunktmäßig geschützten Tieren wie zum Beispiel Przewalski-Gazellen, Weißlippenhirschen und Tibet-Wildeseln ist erheblich gestiegen.

„Wildyak-Kolonne“ motiviert Sanjiangyuan, Tiere zu schützen

Hoh Xil in Sanjiangyuan ist eine „verbotene Zone des Lebens“. Es ist sowohl das Quellgebiet der drei großen Flüsse als auch das Zuhause zahlreicher einzigartiger Tiere und Pflanzen auf dem tibetischen Hochland wie Tibet-Antilopen, Wildyaks und Schneeleoparden. Jedoch hat der Mensch in den 1980er und 1990er Jahren die dortige Balance und Stille gebrochen.

„Damals waren Leute ins Gebiet Sanjiangyuan gekommen, um nach Gold zu graben und Wildtiere zu jagen. Die Wilderer waren skrupellos. International wird das aus der Wolle der Tibet-Antilopen hergestellte Umschlagtuch ‚Shahtoosh‘ genannt. Ein solches Umschlagtuch kostet 15.000 bis 50.000 US-Dollar. Aber es kostet das Leben von drei bis fünf Tibet-Antilopen, um ein zwei Meter langes und einen Meter breites Umschlagtuch herzustellen.“ 

Ohne Handel gibt es keine Wilderei. Statistiken zufolge gab es Mitte und Ende der 1990er Jahre auf dem ganzen tibetischen Hochland nur noch weniger als 20.000 Tibet-Antilopen, und diese waren vom Aussterben bedroht.

1991 gründete Sonam Daje die erste chinesische bewaffnete Anti-Wilderei-Gruppe, die den Namen „Wildyak-Kolonne“ bekam. Mitglieder sind die in Yushu geborenen und aufgewachsenen Tibeter.

Im Januar 1994 kam die Kolonne unter der Führung von Sonam Daje nach Hol Xil. Obwohl er mehrere Tage keine Lebensmittel hatte und an schweren Krankheiten litt, hat er noch 20 Wilderer festgenommen. Bei der Rückkehr warfen sich die Wilderer auf die Kolonne. Sonam Daje hat beim Schusswechsel sein Leben verloren. Mehrere Tage später wurde die Leiche von Sonam Daje gefunden. Seine Pistole war scharf geladen. Ein imposantes Denkmal steht für immer am Sonnensee.

1995 hatte die „Wildyak-Kolonne“ schon 50 bis 60 Mitglieder. Sonam Daje wurde mit dem Titel „Umweltverteidiger“ ausgezeichnet.

1997 hat der Staat das Naturschutzgebiet Hoh Xil auf die Staatsebene gehoben.

„Damals war die Wilderei noch sehr verbreitet. Am Tag beobachteten die Wilderer die Aktivitäten der Wildtiere und jagten sie in der Nacht. Sie fuhren umgebaute Fahrzeuge, beleuchteten die Tibet-Antilopen mit Scheinwerfern und begannen dann zu schießen. Manche Tibet-Antilopen lebten noch. Die Wilderer waren sehr grausam“, so Tsering Samzhub. „Immer wenn wir Haufen von getöteten Tibet-Antilopen und die aus dem Bauch der weiblichen Antilopen geholten Babyantilopen, die noch nicht geboren waren, sahen, konnten selbst wir Männer es nicht mehr ertragen und nur noch weinen.“

„1999 führte das Amt für Waldsicherheit die erste große bewaffnete Anti-Wilderei-Kampagne in der chinesischen Geschichte – Hoh-Xi-Aktion Nr.1 – durch. Es handelte sich um eine riesige Wende im Kampf gegen die Wilderei.“ Mit der Durchführung von einer Reihe von Sonderkampagnen wie der „Hochland-Aktion Nr. 2“ und der „Jagdfalken-Aktion“ sind viele große und schwere Fälle gelöst worden. Die Wilderer wurden schwer geschlagen.

Im Jahr 2000 kündigte Qinghai an, einen abgeschlossenen Schutz des Naturschutzgebiets Hoh Xil auf Staatsebene durchzuführen. Hoh Xil kehrt allmählich zur Natur zurück. Seit 2009 sind die Schüsse der Wilderer in Hoh Xil verschwunden.

„Schau mal! Die geretteten Tibet-Antilopen rennen zu uns, wenn sie uns sehen. Sie wissen, dass wir sie füttern möchten.“ In einer Schutzstation in Hoh Xil gibt es fünf Tibet-Antilopen und eine Tibet-Gazelle. Es handelt sich um während der Patrouille von den Mitgliedern gerettete Wildtiere. Die Hochschulabsolventin Nauwo Drolma und ihre Kollegen sind dafür zuständig, sie zu füttern. Unter der sorgsamen Pflege der Verwalter gedeihen die Wildtiere gut und werden schließlich in die Natur zurückgehen.

Mit der Gründung der Nationalparks Sanjiangyuan und Qilianshan haben die Viehhirten, die früher von den Steppen abhängig waren, einen „ökologischen Wechsel“ erreicht. Mehr als 7000 Viehhirten sind nun als ökologischer Verwalter und Pfleger tätig. Das rote Armband „Öko-Verwaltung und -Schutz des Nationalparks Sanjiangyuan“ gibt dieser Generation von Viehhirten eine neue Identität und eine ehrwürdige Mission.

Quelle: people.cn

(Redakteur: Daniel Yang)

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