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Weg der Rückkehr nach Tibet des 10. Panchen Lama

Datum: 28.01.2019, 09:00 Quelle: China Tibet Online

Anmerkung der Redaktion: Innerhalb der 29 Jahre von der gezwungenen Fahrt des 9. Panchen Lama nach Zentralchina bis zur Rückkehr des 10. Panchen Lama nach Tibet hat der Panchen Lama einen schwierigen Kampf für das Wahren der Vereinigung sowie die Verteidigung der Souveränität und der territorialen Integrität des Vaterlandes geführt. Der Panchen Lama ist reibungslos nach Tibet zurückgekehrt und hat die eigene Stellung und Amtsgewalt wiedererhalten.

Der irdische Name des 10. Panchen Lama ist Guanbao Cidan.

Alles ist gut vorbereitet für die Rückkehr nach Tibet

Nach dem Abschluss des 17-Punkte-Abkommens (Vereinbarung der Zentralen Volksregierung mit der Lokalen Regierung Tibets über Maßnahmen zur friedlichen Befreiung Tibets) kehrten der 10. Panchen Lama und die Beamten der Kammer des Panchen Khenpo zum Kloster Kumbum Champa Ling in Qinghai zurück, um sich auf die Rückkehr nach Tibet vorzubereiten.

Xi Zhongxun (vorne links) empfing am 22. April 1951 den 10. Panchen Lama (vorne rechts), der über Xi´an nach Beijing fuhr.

Am 19. Dezember 1951 verließen die Truppe vom 10. Panchen Lama und seiner Begleitung, die aus mehr als 1200 Menschen bestand, Xining. Vor der Fahrt sendete der Panchen Lama dem Vorsitzenden Mao Zedong ein Telegramm: „Ich werde nach der Rückkehr nach Tibet bestimmt unter der Führung von Ihnen, der Kommunistischen Partei Chinas und der zentralen Volksregierung eine enge Einheit mit dem Dalai Lama erreichen und alles mit ihm vereinbaren, um für eine vollständige Verwirklichung des Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets, die Beseitigung der imperialistischen Einflüsse in Tibet, die Festigung der Landesverteidigung und den Aufbau eines neuen Tibet zu kämpfen.“

Die schwierige, lange und gefährliche Rückkehr nach Tibet

Die Personen der Reise nach Tibet der zweiten Runde, die den 10. Panchen Lama und alle Beamten der Kammer des Panchen Khenpo eskortierten, mussten durch Xiangride und Nagqu fahren, um nach Lhasa zu kommen. Es war gerade die kalte Jahreszeit, in der die Berge wegen Schnees nicht passierbar sind. Entlang der Route war das Gras verwelkt. Die Zugtiere konnten nicht ausreichend fressen. Falls das Tanggula-Gebirge wegen Schnees nicht passierbar ist, ist der Schnee zirka zwei Meter hoch. Auf dem gefährlichen Weg war die Gefahr groß, in einen Abgrund zu stürzen.

Der 10. Panchen Lama segnet die Pilger durch Kopfberührung.

Um auf das Schlimmste, nämlich die mögliche Sperrung des Gebirges durch Schnee, vorbereitet zu sein, wurden mehr als 3000 Kamele und mehr als 7000 Yaks gesattelt, damit sie genügend Getreide, Futter und Brennmaterial trugen. Darüber hinaus wurden zwei Pferde für jeden der Beamten der Kammer des Panchen Khenpo und ihrer Familien sowie der eskortierten Funktionäre und Soldaten zum Wechseln vorbereitet. Es gab auch mehr als 200 Maultiere und 100 Tragbahren für Verletzte und Kranke.

Im Februar 1952 kam die Truppe, die den Panchen Lama eskortierte, im Tanggula-Gebirge an. Kundschaftern zufolge war der Schnee zirka 40 Zentimeter hoch. Die Beamten der Kammer des Panchen Khenpo meinten, dass sie durchfahren konnten. Angesichts dieser Schwierigkeit war der Panchen Lama unbeirrbar und behandelte sie gleichgültig. Die Truppe wurde von dem starken Willen und dem furchtlosen Geist des jungen Panchen Lama begeistert. Schließlich passierten sie nach Plan das Tanggula-Gebirge.

Vom 19. Dezember 1951, an dem der 10. Panchen Lama Xining verließ, dauerte die Rückkehr nach Tibet fast vier Monate. Die Reise voller Mühen und Gefahren war fast 2000 Kilometer lang.

Der 10. Panchen Lama überreicht dem Ministerpräsidenten Zhou Enlai einen Hada.

Eine Schwierigkeit nach der anderen

Als der Panchen Lama und die Eskorttruppe im März 1952 in Nagqu ankamen, hörten sie die Nachricht über den Fall des Pseudo-Volkskongresses in Lhasa. Aufzeichnungen zufolge gründeten die beiden stellvertretenden obersten Regierungsleiter von Tibet, Lukhangwa Tsewang Rabden und Bumdrupcang Lobsang Tashi, heimlich einen Pseudo-Volkskongress, organisierten zirka 4000 Leute und umzingelten den Wohnsitz des zentralen Vertreters Zhang Jingwu. Sie forderten reaktionär die Volksbefreiungsarmee dazu auf, aus Tibet zu evakuieren.

Bei der Lösung dieses großen politischen Spektakels zeigte der junge 10. Panchen Lama seine Geistesgegenwart und Intelligenz. Er hielt eine Dringlichkeitssitzung ab und ordnete verschiedene konkrete Maßnahmen an, mit denen verschiedene mögliche Zwischenfälle abgefangen werden konnten.

Der 10. Panchen Lama spricht in den tibetischen Regionen mit den Bürgern.

Darüber hinaus nahmen die Kammer des Panchen Khenpo und die Eskorttruppe eine gute Beziehung mit den Beamten und Rinpoche von Nagqu auf. Insbesondere trat der Panchen Lama beim Treffen mit den lokalen Mönchen, Beamten und der normalen Bevölkerung sehr sympathisch auf. Er befolgte die rituellen Regeln und war sowohl ernsthaft als auch freundlich. Natürlich wurde der Stil eines Meisters demonstriert. Dadurch war er bei der lokalen Bevölkerung beliebt. Die Eskorttruppe half aktiv den lokalen Einwohnern beim Transport von Gütern, sprach freundlich, bat den Viehhirten eine kostenlose Behandlung an, schenkte ihnen viele Broschüren und ging mit ihnen auf Augenhöhe um. Die lokale Bevölkerung hatte nie eine Truppe mit so guter Disziplin gesehen, die ihnen aktiv hilft. Deswegen hat sie schnell das Vertrauen der Viehhirten gewonnen. Insbesondere begannen die Tibeter der Unterschicht, aktiv der Volksbefreiungsarmee näherzukommen und ihr zu helfen.

Die Verehrung der lokalen Bevölkerung für den Panchen Lama und die Unterstützung für die Volksbefreiungsarmee sorgten dafür, dass die Reaktionären keinen Platz hatten. Davor schützten der Panchen Lama und die Eskorttruppe auch streng. Deswegen fanden die Reaktionären keine Anhänger, nachdem sie einige Tage in Nagqu waren, und konnten nur heimlich nach Lhasa zurückfahren. Um gegen die Reaktionären zu kämpfen und die politische Stabilität von Lhasa zu erreichen, entschied sich der Panchen Lama, dass die Behörden und die Eskorttruppe weiter nach Lhasa fuhren. Unterwegs schien das Fahrzeug des Panchen Lama im glänzenden Sonnenschein besonders feierlich. An den Straßen knieten die Tibeter lange, um den Panchen Lama anzubeten. Die ganze Fahrt verlief völlig reibungslos.

Rückkehr nach einer langen Zeit

Als der Panchen Lama in Shigatse ankam, begrüßten mehr als 60.000 Menschen ihn im Vorort. Viele Mönche und Laien hatten mehr als einen Monat hier gewartet. Als sie den Panchen Lama, der vor 30 Jahren Tibet verlassen hatte, sahen, weinten sie laut. Die Szene war sehr beeindruckend.

Am 28. April 1952 traf die Eskorttruppe unter der Führung des Panchen Lama sicher in Lhasa ein. Der 10. Panchen Lama wurde von dem Vertreter der Zentralregierung in Tibet, den Offizieren und Soldaten der Volksbefreiungsarmee, den Beamten und Truppen der lokalen tibetischen Regierung, den Mönchen der drei großen Klöster und den Bürgern von Lhasa herzlich begrüßt. Die Stadtbürger von Lhasa zündeten vor ihren Häusern Zypressen an, wechselten die Gebetsfahnen auf dem Dach, malten mit Kalk vor dem Tor Glückssymbole und begrüßten mit verschiedenen Feierlichkeiten die Rückkehr des Panchen Lama. Am Nachmittag desselben Tages stattete der Panchen Lama im Potala-Palast dem Dalai Lama einen offiziellen Besuch ab. Die beiden Seiten tauschten Hadas aus und führten das Ritual des Kopfstoßes durch. Die beiden großen religiösen Anführer kamen zu einem historischen Gespräch zusammen und kündigten an, dass die 29-jährige Geschichte der Entzweiung der beiden großen Rinpoche-Systeme, nämlich Dalai und Panchen, beendet sei.

Am 23. Juni kam der 10. Panchen Lama wieder in Shigatse an. An dem Tag herrschte in der Stadt Shigatse eine feierliche Atmosphäre. Überall wurden die roten Fünf-Sterne-Fahnen, die riesigen Banner mit der Aufschrift „Wir unterstützen, dass der Dalai Lama und der Panchen Lama vereinigt das neue Tibet aufbauen“ und die bunten Gebetsfahnen aufgehangen. Vom Nyangchu-Fluss bis zum Kloster Trashilhünpo standen mehr als 20.000 Mönche und Laien, die den Panchen Lama begrüßten und anbeteten. Im Kloster Trashilhünpo fand die feierliche Besteigung des rituellen Sitzes statt. Es war eine sichere Rückkehr, nachdem der 9. Panchen Lama vor 29 Jahren das Kloster verlassen hatte. Bis dahin ist das Problem der Rückkehr des 10. Panchen Lama perfekt gelöst worden.

Die Rückkehr nach Tibet des Panchen Lama ist ein großes historisches Ereignis. Es symbolisiert, dass beide Seiten einen Kontakt wieder aufgenommen haben, nachdem sich der 9. Panchen Lama und der 13. Dalai Lama entzweit hatten, insbesondere nach der Auswanderung des 9. Panchen Lama nach Zentralchina vor 29 Jahren. Dadurch wurde die innere ethnische Einheit von Tibet, die der Vorsitzende Mao Zedong erwartete, erreicht. Dies ist für die Vereinigung des Vaterlandes und die Einheit der Nationalitäten von großer Bedeutung.

Quelle: China Tibet Online

(Redakteur: Daniel Yang)

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