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Glück fängt mit einem Sack Tsampa an

Datum: 08.04.2019, 10:29 Quelle: China Tibet Online

Der 83-jährige Senior Luojue wohnt im Dorf der Gemeinde Gungthang des Kreises Damxung. Vor der demokratischen Reform in Tibethat seine 6-köpfige Familie einschließlich seine Mutter, seiner Tante und seiner drei Brüder vom Betteln gelebt.

In jenem Jahr war Luojue erst 19 Jahre alt und es war das vierte Jahr nach der friedlichen Befreiung Tibets. Die Qinghai-Tibet Verbindung sollte bald für den Verkehr freigegeben werden. Gleichzeitig hatten die Bauarbeiten des Flughafens Damxung begonnen. Luojue war einer der hunderttausenden  Bauarbeiter vor Ort.

Nach über 60 Jahren kann sich Luojue immer noch daran erinnern, dass die Volksbefreiungsarmee ihm nach der Arbeit von über einem Monat insgesamt 46 Silbermünzen, 23 Kilo Tsampa, 500 Gramm Butter und 1 Teebalen gegeben hatte.

Das war das erste Mal, dass so reichlich vergütet wurde. Mit dem Geld hat er seiner Familie einige Stücke Vieh sowie einige Bonbons gekauft.Auch hatte er zum ersten Mal das VergnügenHochlandgerstenschnaps zu genießen.

„Von diesem Zeitpunkt an wollte ich nicht mehr sterben“, sagte Luojue, als er seine damaligen Erlebnisse beschrieb.

In den kindlichen Erinnerungen Luojues war sein Zuhause ein kleines Zelt, das wegen der Sonne auf dem Hochplateau schon vergilbt war. „Aus der Ferne sah es aus wie ein Haufen Vogelexkremente. Bei näherem betrachten sah man, dass es nur aus einigen alten Stoffstücken bestand.“ Er sagte, dass sich die sechs Mitglieder seiner Familie darin zusammenpferchen mussten. Das zerrissene Zelt konnte sie weder vor Wind  und Regen schützen noch ihnen die Angst vor dem Heulen der Wölfe nehmen. Was die Bekleidung anging, galt ein einziges altes tibetisches Gewand als „gepflegt“. Wer seiner Familie zum Betteln ging, der zog es sich an.

Im Frühling ging seine Familie  in die Berge, um nach Pepinos zu graben, die gegen wenige andere Lebensmittel eingetauscht werden konnten. Überdies gruben sie auch nach  Pflanzen zum Färben, denn seine Mutter konnte so aucheinige Aufträgen zum Färben bekommen. Das konnten sie vielleicht wieder gegen etwas Tsampa eintauschen. Nach der Entrichtung von Steuern blieb ihnen kaum noch was über.

Im Herbst fanden buddhistische Events im Jiangre-Kloster statt. Luojue sehnte sich am meisten nach dem Feuerverehrungskult, denn danach konnte er den Hunden so manches Opfer vom Scheiterhaufen wegschnappen. Nur so konnte er sich satt essen.

Tibetische Buddhisten glauben, dass die Opfer der Feuerverehrung für Dämonen und Teufel sind. Wenn man um diese Sachen ringt, wird man von anderen verachtet. Jedoch hatte der Hunger die menschliche Würde schon komplett vernichtet. Daran konnte Luojue wirklich nicht mehr denken.

„Es lohnt sich, zu sterben, nachdem man fertig gegessen hat.“ Der alte Mann kann sich noch daran erinnern, wie er von dem Verzehr der Opfer aufstoßen muss, was er bis in die Nase hinein spürte. Da lachte herzhaft, während er zur Decke des Zeltes schaute. Dabei strömten Tränen  des Lachens  von seinem Gesicht.

Nach der Ankunft der Volksbefreiungsarmee ertönte erst herzliches Gelächter aus dem kleinen Zelt von Luojue. Er sagte: „Erst damals hatte ich das Gefühl, dass es schön ist, am Leben zu bleiben.“

1959 hatten einigeMitglieder der Obersicht Tibets eine bewaffnete Unruhe gestartet. Luojue folgte der Volksbefreiungsarmee zur Unterstützung der Truppe zur Bekämpfung der Ausständigen. Einige Monate später, als er und seine Kameraden mit einen Wagen voller Teeballen als Belohnung heimkehrten, änderte sich seine Heimat.

Die demokratische Reform hatte das Schicksale der Menschen wie Luojue verändert. Er wurde gar zum Leiter des Sicherheitskomitees des Dorfes. Überdies hatte er geheiratet und Kinder bekommen.

Im geräumigen Nomadenhof von Luojue stehen zwei Häuser, deren Türen sich nach Süden öffnen, nebeneinander. Auf der westlichen Seite gibt es noch einen Neubau, der als Haus zum sicheren Wohnen mit dem Geld der Regierung errichtet wurde. Auf den Dächern wehen duftende Stoffe, die erst am tibetischen Neujahr gewechselt werden.

„Nun sind wir alle alt und haben nur noch wenig Vieh. Aber wir haben eine Rentenversicherung und beziehen Zuschüsse zur Erhaltung des Öko-Gleichgewichts der Steppe und Dividenden des Dorfes. Daher leben wir wohlhabend. Neulich habe ich einen Kleinbus gekauft.“ Er fügte hin zu: „In zwei Monaten verlassen wir die winterliche Nomadenstelle und ziehen in die sogenannte Sonnenresidenz, die ein Kilometer entfernt ist. Den Bau des Hauses hat die Regierung finanziert und es hat eine vollständige Infrastruktur. Überdies sind die Wohnbedingungen sehr gut.“

Zum Schluss sagte er lächelnd: „Ich will weitere 60 Jahre leben!“

Quelle: www.chinatibetnews.com

Redakteur: Krystal Zhang

 

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