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Lunang in Tibet: Netzprominenter ist vielbeschäftigt

Datum: 10.04.2019, 09:00 Quelle: China Tibet Online

Er geht in die Küche und überprüft die Wärmezufuhr des Steintopfhühnchens; er geht ins Obergeschoss und räumt die Zimmer der Gäste auf, die gerade ausgecheckt haben; er läuft an die Rezeption und schaut sich die neuen Aufträge am Computer an. Gegen Mittag ist Lhakpa Tsering sehr beschäftigt.

Kein Wunder, das er der „Netzprominente“ der Großgemeinde Lunang der Stadt Nyingchi in Tibet ist.

Am Abend zuvor hat es geschneit und geregnet. Heute ist es ein wenig aufgeheitert. „Der schönste Ort Nyingchis ist in Lunang.“ Wenn man vor der Pension Lhakpa Tserings in die Ferne schaut, sieht man von Schnee bedeckte Berge und Wälder, hört rauschendes Flusswasser…

Vor acht Jahren hätte der Nomade Lhakpa nicht einmal davon träumen können, dass er jemals seine Nomadenpeitsche niederlegen, Kochutensilien aufnehmen und Vermieter werden würde.

Da die Landsleute und Lhakpa Tsering dicht an der Staatsstraße 318 wohnen, möchtedie Regierung sie in den Tourismussektor übersiedeln. „Kann man auch davon leben?“, fragte Lhakpa Tsering damals voller Skepsis. 2011 wurde er jedoch zu einem der ersten Gastronomen der Großgemeinde. „Anfangs habe ich bloß vorbeifahrenden Fahrern Essen zubereitet. Nach und nach kamen immer mehr Touristen und die Anforderungen ans Essen wurden höher. Dann haben wir angefangen, unsere einheimische Spezialität, das Steintopfhühnchen, anzubieten.“

Nach acht Jahren ist das Steintopfhühnchen in Lulang schon zu einer echten Marke geworden und Lhakpa Tsering wurde zum Vizevorsitzenden des Gastronomievereins der Großgemeinde Lunang. Mit 42 hat er letztes Jahr ein dreistöckiges Familienhotel im tibetischen Baustil aufgebaut. Neben dem Restaurant im Erdgeschoss, betreibt er im 2. und 3. Stock eine Pension, welche insgesamt 24 Zimmer hat. Innerhalb eines Jahres hat er 500.000 Yuan (rund 66.332 Euro) verdient. „Leute, die wegen dem Namen kommen, sind zahlreich. In der Hochsaison bekommt man kein Zimmer!“

Durch die Entwicklung des Öko-Tourismus und die Beteiligung der Nomaden an der Gastronomie, der Hotellerie und anderen touristischen Dienstleistungen geht Nyingchi gerade einen neuen Weg zur Beseitigung der Armut und der stegigen Verbesserung des Wohlstands. Dafür ist Lunang ein ausgezeichnetes Beispiel.  

Die acht verwalteten Dörfer der Großgemeinde Lunang haben 272 Nomaden-Haushalte, die 116 Familienpensionen eröffnet haben. Diese haben 2287 Bettplätze. Insgesamt wurden letztes Jahr 70.800 Touristen empfangen und ein Einkommen von 8,0372 Millionen Yuan (rund 1,07 Millionen Euro) erzielt. Über 580 Nomaden sind an touristischen Dienstleistungen beteiligt und erzielten ein Einkommen von 3,4 Millionen Yuan (etwa 451.060 Euro). 2018 betrug das durchschnittliche verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der Großgemeinde Lunang 21.112,5 Yuan (ca. 2801 Euro). 

Quelle: Renmin Ribao

(Redakteur: Daniel Yang)

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