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Eine Soldatin des 18. Korps bestätigt das unmenschliche Leben der Leibeigenen

Datum: 25.04.2019, 09:00 Quelle: China Tibet Online

Die bettelnden Frauen und Kinder auf den tibetischen Straßen in den 1950er Jahren

 

Yeshe Drolma beim Interview

Eine Leibeigene ist gezwungen, sich beim Grundherrn anzumelden und „Kopfsteuer“ zu zahlen, nachdem sie ein Kind geboren hat. Das Kind war seitdem das ganze Leben lang auch Leibeigene.

 

Ein Viehhirte, der bestraft wurde, indem eine Hand abgeschnitten wurde.

Die 84-jährige Yeshe Drolma war früher eine Soldatin des 18. Korps, das nach Tibet marschierte. Die damals 16 Jahre alte Yeshe Drolma ging 1951 in Batang von Sichuan ins 18. Korps. Während der mehrere tausend Kilometer langen Reise durch Wind und Schnee hat sie Schneegebirge bestiegen, Eisflüsse überquert und Straßen angelegt. Nach einem sehr schwierigen Marsch kam das Korp am 9. September 1951 in Lhasa an.

Am 5. November 1951 marschierte die Kulturgruppe der 52. Division des 18. Korps, in der Yeshe Drolma arbeitete, auf Befehl mit den Kampftruppen weiter in den Westen. Am 15. November erreichten sie Gyangzê. Beim Aufenthalt in Gyangzê besuchte Yeshe Drolma mehrmals das Parlha-Landgut. Wenn sie sich an die Szenen, die sie persönlich gesehen hat, erinnert, sagt sie durch die Zähne: „Die Grundherren waren echt böse!“

Eines Tages sah Yeshe Drolma beim Besuch der Frau des Grundherrn des Parlha-Landgutes, dass eine Leibeigene mit einem Stück Stoff das Gesicht ihres Kindes versteckte, als sie das Kind stillte. Yeshe Drolma verstand es nicht und fragte sie danach. Der Grund war, dass, solange das Kind das Gesicht seiner Mutter sah, es zu saugen stoppte. Die Zeit für das Stillen war knapp. Um das Kind so bald wie möglich satt zu machen, konnte die Frau nur sein Gesicht verstecken. Die Leibeigenen hatten keine Freiheit. Falls die Stillzeit vergangen war und das Kind vor Hunger weinte, durfte die Mutter es nicht in den Armen halten.

Später besuchte der Grundherr des Parlha-Landgutes unter der Organisation der Abteilung für die Einheitsfront beim Parteikomitee von Gyangzê Zentralchina. Nachdem er die Kindergärten in Zentralchina gesehen hatte, richtete er im eigenen Landgut auch einen „Kindergarten“ ein. Über die Szene, die Yeshe Drolma gesehen hat, sagt sie: „Die Kinder der Leibeigenen wurden im großen Hof des ‚Kindergartens‘ eingesperrt. Sie waren von einigen Monaten bis einigen Jahren alt, weil keiner für sie sorgte.“

(Redakteur: Daniel Yang)

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