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Ein Kranichschützer schützt seit elf Jahren die Schwarzhalskraniche am Blumensee

Datum: 10.05.2019, 09:00 Quelle: China Tibet Online

2008 wurde Ruke zu einem Schützer im Hochlandfeuchtgebiet Zoigê, der die Hochlandgebiete mit einer Fläche von 166.500 Hektar schützt. Bei jeder Kontrolle geht Ruke einige Stunden entlang der vier Kilometer langen Linie am Blumensee und beobachtet die Zahl der Schwarzhalskraniche, um zu sehen, ob sich die Schwarzhalskraniche normal bewegen, ob es kranke Tiere gibt, und ob sie von Menschen gestört werden. Seine Beobachtungen zeichnet er gut auf. Zugleich hebt er auch die Abfälle am Weg und in den Hochlandfeuchtgebieten auf.

Der Schwarzhalskranich ist eine auf dem Hochland aufwachsende und sich fortpflanzende Kranichart. Es handelt sich um einen am spätesten vom Menschen entdeckten und den einzigen auf dem Hochland lebenden seltenen Kranich. Zurzeit leben weltweit nur zirka 10.0000 Tiere dieser Art.

Während der Kontrollen lebt Ruke immer allein in einer einfachen Holzhütte am Blumensee und geht nur manchmal nach Hause, um einige Gebrauchsartikel abzuholen. Jeden Tag sieht er direkt Schwarzhalskraniche, sobald er die Tür öffnet. Weil er langfristig mit den Schwarzhalskranichen zusammenlebt, vertrauen sich er und die Schwarzhalskraniche wie Verwandte und Freunde. Wenn er jedes Jahr die zurückgekehrten Schwarzhalskraniche sieht, begrüßt er auf Tibetisch seine „alten Freunde“.

Die Schwarzhalskraniche verstecken sich auch nicht, wenn sie Ruke sehen. Ruke erzählt, 500 Meter vor seiner Holzhütte gebe es ein Nest von einem Schwarzhalskranichpaar. Im vergangenen Mai entdeckte er bei einer Kontrolle, dass das Nest nicht nur in der Nähe von seinem Wohnort, sondern auch nur zirka 15 Meter vom Holzsteig des Blumensees entfernt liegt. Einige Tage später bemerkte er überrascht, dass die Schwarzkraniche Eier gelegt hatten.

Ruke sorgte sich darum, dass die Kraniche durch die Störung der Touristen die Eier nicht normal ausbrüten konnten, und ging jeden Tag dorthin, bevor die Touristen dort waren, um zu verhindern, dass sich die Touristen und Viehhirten näherten. Er verließ den Ort erst, wenn alle Touristen gegangen waren. Nach mehr als 20 Tage langem Schutz sind die Jungkraniche geschlüpft.

„Am 12. März dieses Jahres ist das Schwarzhalskranichpaar zurückgeflogen. Ein halberwachsener Schwarzhalskranich wurde auch zurückgebracht“, sagt Ruke. Sie gehören zu den ersten in diesem Jahr von ihm entdeckten zurück zum Blumensee geflogenen Schwarzhalskranichen. Als er diese bekannten „alten Freunde“ sah, begrüßte er sie freundlich auf Tibetisch. „Hallo, Ake Qoilha“, was in der tibetischen Sprache Schwarzhalskranich bedeutet. „Seid ihr müde von der weiten Heimkehr?“

„Sobald die Schwarzhalskraniche zurückfliegen, kommen bald die anderen Zugvögel. Der Blumensee wird dann lebhaft“, so Ruke. Jedes Jahr von März bis November fliegen die Schwarzhalskraniche nach Zoigê zurück, bauen Nester und pflanzen sich fort. Seine Familie unterstützt nun seine Arbeit sehr. Manchmal kommt seine Frau, die in der Gemeinde Hongxing in Zoigê wohnt, um ihm beim Schutz der Schwarzhalskraniche zu helfen.

Quelle: Sichuan Daily

(Redakteur: Daniel Yang)

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