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Befreiter Leibeigner Dagar Badro: „Die Volksbefreiungsarmee hat mir zweimal ein neues Leben gegeben“

Datum: 13.05.2019, 09:47 Quelle: China Tibet Online

Der 85 Jahre alte Dagar Badro wurde im Jahr 1934 geboren und wohnt mittlerweile im Dorf Baiding im Wohngebiet Caigongtang im Bezirk Chengguan der Stadt Lhasa. Vor den demokratischen Reformen war er Leibeigener im Landgut Nanmu. Nach den demokratischen Reformen wurde ihm Boden und Haus zugeteilt. Heute lebt Dagar Badro mit seinem ältesten Sohn Qogdan zusammen. Vier Generationen leben in einem Haus und führen ein glückliches Leben.

Im Restaurant, dessen Besitzerin die älteste Enkelin von Dagar Badro ist, ist es voller Gäste. Als der alte Mann und seine Frau Medok die Journalisten sehen, begrüßen sie uns und bieten uns einen Platz an. Sie fordern den ältesten Sohn Qogdan auf, uns Tee und Süßigkeiten anzubieten. Er sagt: „Dieses Luft getrocknete Fleisch ist aus dem von uns selbst gezüchteten Yak-Fleisch hergestellt, und rein natürlich. Greifen Sie zu!“

Dagar Badros Haus ist geräumig. Selbst im Wohnzimmer sind einige Teetische aufgestellt. Über das Leben vor 60 Jahren sagt Dagar Badro: „Damals gab es in meiner Familie nur zwei Kinder, mich und meine jüngere Schwester. Ich bin das älteste Kind. Um die Schulden des Grundherrn zu bezahlen, wurde ich im Alter von acht Jahren ins Landgut als Leibeigener geschickt.“

„Eines Tages lief ein Yak weg zum Berg. Ich wollte mit einer Schleuder den Yak zurücktreiben. Unerwartet wurde der Stein ans Bein geschleudert, wodurch das Bein verletzt wurde. Um zu vermeiden, dass ich mit der Peitsche geschlagen werde, bin ich vom Landgut geflohen und begann, ein vierjähriges nomadenhaftes Leben zu führen. Im alten Tibet musste man da, wo man war, Steuern bezahlen. Während des Nomadenlebens musste ich am Tag im Kloster und auf dem Landgut arbeiten, um Steuern zu bezahlen, und in der Nacht im schäbigen, alten Zelt an der Straße übernachten. Mehrere Jahre später lernte ich auf dem Landgut Baiding meine heutige Frau Medok kennen.“

Dagar Badro sagt voller Emotionen, dass die Volksbefreiungsarmee (VBA) ihm zweimal ein neues Leben gegeben habe. Das erste Mal war ein Jahr vor den demokratischen Reformen. Damals war er in Lhasa als Träger tätig. Aus Versehen wurde er fast vom Sand lebendig begraben. Glücklicherweise entdeckte und rettete die VBA ihn rechtzeitig. Außerdem ließ die VBA ihn satt essen, gab ihm warme Kleidung und behandelte seine Verletzungen.

Das zweite Mal war die Befreiung der Leibeigenen. „Nach den demokratischen Reformen sind uns unter der Führung der VBA und des Arbeitsteams Boden zugeteilt worden. Damals hatte ich Angst, dass die Grundherren den Boden wieder zurückholen. Erst als ich gesehen habe, dass ein voller Kasten von Grundbriefen und Schuldscheinen verbrannt wurde, glaubte ich, dass wir Freiheit und ein neues Leben bekommen“, sagt Dagar Badro aufgeregt.

„Mit Boden wurde unser Leben besser. Durch das Projekt für sicheres Wohnen hat meine Familie ein neues Haus aufgebaut. Es gibt alles, wie Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Hof und Garage sowie drei Lager von Getreide. Heute besitzt meine Familie 180 Yaks und ein Pferd sowie Geländewagen, Traktor und Motorrad. Die Kinder sind auch gut und gehorsam. Manche Kinder von ihnen sind schon verheiratet. Der jüngste Enkel ist Student. Nun wohne ich mit dem Sohn Qogdan zusammen. Er ist im Dorf Experte fürs Reichwerden. Das Jahreseinkommen seiner Familie beträgt mehr als 200.000 Yuan. Das Leben ist extrem angenehm“, so der alte Mann mit einem Lächeln.

(Redakteur: Daniel Yang)

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