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Der Thangka-Meister Dampa Rabten

Datum: 15.05.2019, 09:38 Quelle: China Tibet Online

Dampa Rabten wurde in eine traditionelle tibetische bedeutende Kunstfamilie geboren. Sein Großvater Tsera war kaiserlicher Maler in der Amtszeit der 13. Dalai Lama und verstand sich gut auf Wandmalerei.

Sein Vater Kelzang Norbu hat von seinem Großvater die traditionelle tibetische Maltechnik gelernt und die lokale tibetische 100 Liang- und 20 Liang-Banknote entworfen. Der Stupa des 13. Dalai Lama im Potala-Palast und der Thron des Dalai Lama im neuen Palast Norbu Lingka sind auch von Dampa Rabtens Vater entworfen worden.

Dampa Rabten wurde 1941 geboren. Damals wohnte seine Familie auf der alten Straße gegenüber der Ruine Xidelin in der Altstadt. Mit sechs Jahren begann Dampa Rabten, eine Einklassenschule auf der Barkhor-Straße zu besuchen. Seine Leistungen waren immer gut. Mit elf Jahren begann sein Vater, ihn zu lehren, die buddhistischen Thangka-Bilder zu messen. Nach der Schule und dem Abendessen malte er eine Buddha-Figur. Ohne ein Bild zu schaffen, konnte er nicht ins Bett gehen. Üblicherweise haben die tibetischen Thangka-Meister Familientradition. Es ging nicht, dass man den Menschen, die keinen Familienangehörigen sind, die Maltechnik lehrt. Mit 15 Jahren wurde Dampa Rabten in die buddhistische Schule Denzinche im Kloster Sera, eins der drei großen Klöster von Lhasa, geschickt und ist zu einem kleinen Mönch geworden. Dort lernte er die buddhistischen Lehren und die Thangka-Theorie. Dampa Rabten und der spätere berühmte Gelehrte Professor Donggar waren in demselben Kloster. Er sagt, wenn er weiter im Kloster Sera bleibe, sei es möglich, den akademischen Grad Thoramba zu bekommen, selbst wenn er den Doktorgrad Lharamba Geshe nicht erhalten könne.

1959 fanden die demokratischen Reformen statt. Die alten Mönche durften im Kloster bleiben. Die jungen Mönche wurden überzeugt, in die irdische Welt zurückzukehren und an der Produktionsarbeit teilzunehmen. Der 18 Jahre alte Dampa Rabten verließ das Kloster und war als Arbeiter im Najin-Kraftwerk am östlichen Vorort von Lhasa tätig. Weil Dampa Rabten Kenntnisse meisterte und malen konnte, wurde er bald in die Rundfunkstation des Kraftwerks versetzt und war als Ansager tätig.

In den 1960er Jahren organisierte der Bauernhof der Produktionsabteilung des Tibet-Militärbezirks, wo Dampa Rabten arbeitete, Borax am See Serling Co in Nord-Tibet zu graben. Hier konnte Dampa Rabten wieder sein besonderes Können einbringen. Er war für das Malen und das Verfassen der Tafelzeitung zuständig.

1962 kam Dampa Rabten zum Bauernhof Nanggarze in Lhoka, gehörte noch zum System der Kriegsindustrie, wurde als „Tibets Arbeiterklasse der ersten Generation“ bezeichnet und durfte das vom Militär verteilte Abzeichen „Dem Volk dienen“ tragen. Anfang der „Kulturrevolution“ war Dampa Rabten als Lehrer in der Grundschule des Bauernhofs Nanggarze in Lhoka tätig und gab hauptsächlich Tibetisch-Unterricht und zusätzlich auch Malunterricht. Aber eine wichtigere politische Aufgabe war, das riesige Porträt vom Vorsitzenden Mao Zedong zu malen.

1980 wurde Dampa Rabten durch Prüfungen in ein Forschungsinstitut der damaligen Tibetischen Pädagogischen Universität (heute Tibet-Universität) versetzt. Dort gab es eine Gruppe, die für die Rettung des Epos „Gesar“ zuständig war. Dampa Rabten beschäftigte sich damit, Abbildungen für das geordnete und bald veröffentlichte „Gesar“ zu malen.

1985 wurde die Tibet-Universität gegründet. 1987 wurde das Fach Thangka in der Kunstabteilung eingerichtet. Bis dahin ist Dampa Rabten offiziell zum Thangka-Fach, mit dem er sich seit der Kindheit beschäftigt, zurückgekehrt. In jenem Jahr nahm er nur zwei Studenten auf: Ngazang und Bango. Es handelt sich um die älteste Berufsausbildung in der tibetischen Hochschulbildung. Er beschäftigt sich mit der Thangka-Bildung und malt selbst auch Thangka-Bilder. Seine Bilder waren damals alle feinen Werke, insbesondere sein Werk „Yamantaka“.

In der Tat betreibt Dampa Rabten seit 1980 eine Familien-Thangka-Schule im eigenen Zuhause und nimmt Schüler auf, die das Fach Thangka verbreiten wollen. Er sorgt sich sehr darum, dass die traditionelle Kunst Thangka verloren gegangen ist. Selbst sein Sohn Dainphun wollte am Anfang nicht Thangka lernen, sondern moderne Gemälde malen. Später wurde Dainphun von seinem Vater überzeugt und hat das Thangka-Malen sorgfältig gelernt. Dampa Rabtens Thangka-Schule ist immer kostenlos. Er hat seit mehr als 20 Jahren an der kostenlosen Bildung festgehalten und mehr als 300 Schüler ausgebildet. Die meisten von ihnen kommen aus den ländlichen Regionen und Viehzuchtgebieten. Manche Schüler kommen aus Japan, Südkorea, den USA und der Mongolei. Ein mongolischer Junge hat beide Hände verloren und kann nur mit den beiden Armen den Pinsel nehmen. Durch mehrjähriges Lernen kann er aber sehr gut malen. Viele Schüler, die Dampa Rabtens Schule der Thangka-Kunst absolviert haben, führen die Maßnahme ihres Lehrers weiter. Sie malen nicht nur selbst Thangka-Bilder, sondern richten auch Kunstschulen ein. So hat Dampa Rabten schon mehr als 1000 Schüler und Enkelschüler.

2009 trat Dampa Rabten mit 50-jährigem Dienstalter und als Doktorbetreuer von der Tibet-Universität in den Ruhestand. Dann wurde er wieder eingestellt. Seit 2016 nimmt er keinen Master- oder Doktorkandidaten mehr auf und genießt einen richtigen Ruhestand.
Sein Schüler Ngazang sagt, Dampa Rabten sei tugendhaft. Er habe sich mehr als 20 Jahre mit der kostenlosen Familienbildung beschäftigt. Seine eigenen Werke seien nie so teuer. Die Geldmittel seien ihm wirklich egal. Er halte die Schüler für seine eigenen Verwandten. Mittlerweile pilgere und lese er jeden Tag Sutren, als ob er zum Kloster Sera zurückkehrt.

Quelle: China Tibet Online

(Redakteur: Daniel Yang)

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