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Immaterieller Erbe Nyima Wangchug: Aushalten überr 60 Jahre zur Förderung des Chao-Tanzes

Datum: 18.06.2019, 09:26 Quelle: China Tibet Online

Er trug ein buntes Cho-Tanzkostüm, mit der rechten Hand schlug er auf die Trommel an der Hüfte, die schneeweißen Zöpfe drehten sich schnell im Takt der Trommelschläge… Am chinesischen Tag des kulturellen und natürlichen Erbes des Jahres 2019 hat der dieses Jahr 79-jährige Nyima Wangchug als „Zhuo-Ben“ (Vortänzer) zusammen mit Dutzenden jungen Tänzern den Jiuhe-Cho-Tanz aufgeführt. Nyima Wangchug hat den Cho-Tanz von den Feldern auf eine großen Bühnen gebracht.

Der Jiuhe-Cho-Tanz ist im Dorf Jiuhe der Gemeinde Xiashui des Kreises Chongye der Stadt Lhoka in Tibet entstanden und hat bis heute eine Geschichte von über 1000 Jahren. Er wird auch als „Hüftentrommeltanz“ bezeichnet. 2014 wurde er in die Liste des staatlichen, immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Nyima Wangchug gab an, dass seine Familienmitglieder vor der demokratischen Reform im Jahr 1959 Leibeigene gewesen seien. Im Alltag hätten sie außer dem Hüten des Viehs und dem Bestellen der Felder noch die Aufgabe gehabt, die aristokratische Familien mit der Aufführung des Cho-Tanzes zu unterhalten. Daher sei ihr Leben zu der Zeit sehr schwierig gewesen.

“Ich habe in der Kindheit angefangen, von meinem Vater den Cho-Tanz zu erlernen. Mittlerweile beschäftige ich mich damit schon seit über 60 Jahren“, sagte er. Nach seinen Erinnerungen musste die Gruppe des Cho-Tanzes bei großen Veranstaltungen des Klosters vom Anfang des Dorfes bis ins Kloster auf dem Berg und wieder zurück laufen. „Für den Hin- und Rückgang musste man mehrere Kilometer zurücklegen und man wurde so müde, dass man nach Luft schnappte.“

1992 hatte die Stadt Lhoka Vorbereitungen für das erste chinesische Yarlung-Kulturfestival der Tibeter getroffen. Dabei wurde der Cho-Tanz von den Ausrichtern ausgewählt und als einer der Schwerpunkte festgelegt. Nyima Wangchug sagte, dass der Cho-Tanz in diesem Jahr zum ersten Mal auf einer großen Bühne aufgeführt worden sei.

Im August 1992 hat Nyima Wangchug über 80 Dorfbewohner zu einer Gruppe organisiert und dann sind sie zusammen aufgetreten. Dadurch ist dieser alte Tanz, der sich lange Zeit auf dem Land versteckt hatte, ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Nyima Wangchug sagte gerührt: „Der Cho-Tanz wurde gerettet.“

2018 wurde Nyima Wangchug als staatlicher Erbe des immateriellen Kulturerbes ausgewählt. Zudem wurde im Dorf Jiuhe eine Lehrstätte des Tanzes eingerichtet. Desweiteren sind relevante Schutzkosten in den Staatshaushalt aufgenommen worden. „Die Zulagen für den Erben sowie die Zuschüsse zur Arbeit sind ein wesentlicher Bestandteile des Einkommens unserer Familie“, sagte Nyima Wangchug.

Er fügte hinzu, dass er bis heute schon mehr als 80 Schüler ausgebildet und sie in mehrere Gebiete geführt habe, wo sie aufgetreten seien.

Heute ist Nyima Wangchug schon alt. Außer bei besonders wichtigen Darbietungen bleibt er zu Hause, um seinen Lebensabend zu genießen. Seine Familie bereitet für ihn Buttertee, Tsampabrei und Hochlandgerstenschnaps, den er am liebsten trinkt,zu. 

(Redakteur: Daniel Yang)

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