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“Großer Hof und Kleinigkeiten“ der Barkhor-Straße

Datum: 30.08.2019, 09:00 Quelle: China Tibet Online

Im August herrscht in Tibet gerade die touristische Hochsaison. Der Jokhang-Tempel auf der Barkhor-Straße in der Stadt Lhasa empfängt jeden ankommenden Touristen und Gläubigen. Seit Jahrtausenden verweilen die Schritte der Menschen nur für einige kurze Augenblicke, außer das Tang—Tubo-Friedensmonument aus dem Jahr 823, das hart wie Stein ist und für die Ewigkeit dort  steht. Laut historischen Aufzeichnungen wurden die Konflikte zwischen der Dang-Dynastie und der Tubo-Monarchie eingestellt, und dieses Monument zum Beweis der Solidarität und Freundschaft zwischen den Völkern errichtet.

Heutzutage ereignen sich nach wie vor Geschichten der Solidarität zwischen den Völkern auf der Barkhor-Straße, an der der Jokhang-Tempel und das Tang—Tubo-Friedensmonument liegt, nach wie vor jeden Tag, und zwar in jedem Hof, in dem die Menschen leben.

Als einzige Einwohnergemeinschaft der nationalen Minderheiten befindet sich die Einwohnergemeinschaft Hebalin am südlichen Abschnitt der Barkhor-Straße. Dort gibt es zahlreiche Höfe, in denen bis zu zehn Ethnien, und zwar Tibeter, Hui-Chinesen, Han-Chinesen, die Bai, die Uiguren, etc. gemeinsam leben.

Der Hof Jiaba-Kangsang, der nur über 500 Meter von der Barkhor-Straße entfernt ist, gehört ebenfalls dazu. Anders als auf der belebten Barkhor-Straße ist das Leben im Hof still. Gegen Mittag wäscht eine Tibeterin in der Mitte des Hofes gerade Gemüse; kleine Jungen, die die Fremde gesehen haben, laufen fröhlich weg; der Friseursalon eines Han-Chinesen läuft sehr gut. Dieses vierstöckige Gebäude wurde 2016 renoviert. Die Anzahl der permanente Einwohner ist von vorher 44 Haushalten mit insgesamt 129 Personen auf 68 Haushalte mig insgesamt 214 Personen heute gestiegen. Die Bevölkerung ist gewachsen, während die Freundschaft zwischen den Ethnien ebenfalls stärker geworden ist.

Die 46-jährige Tsideji lebt seit mehr als 30 Jahren in diesem Hof. Sie hat von ihren Eltern gehört, dass der Hof vor 1959 eine Schule gewesen sei, die nur Aristokraten hätten besuchen dürfen. Dem normalen Volk sei der Zutritt verwehrt gewesen. Niemand habe gewusst, wie es hinter dem Tor ausgesehen habe. Nach der demokratischen Reform 1959 wurden Millionen von Leibeigenen befreit. Ihnen wurden Vieh, Ackerland und Häuser zugeteilt. Danach wurde das dicht geschlossene Tor des Hofes aufgemacht. Die Eltern von Tideji sind damals in den Hof eingezogen.

Tsideji sagte dem Reporter, dass sie im Hof schon Tibeter, Han-Chinesen und Hui-Chinesen als Nachbarn gehabt habe, als sie mit etwas über zehn Jahren hierher gezogen sei. Nach so vielen Jahren hat sich eine Umwandlung von Kerosin zu Gas, von manuellen Schwarzweißfernsehern zu LCD-Fernsehern, von Fahrrädern zu Autos und von zweistöckigen zu vierstöckigen Gebäuden vollzogen. Das Leben der Menschen wird von Tag zu Tag besser und die Beziehungen der Menschen werden von Tag zu Tag enger. Als der Reporter fragte, was Großartiges sie gemeinsam gemacht haben, dass sie besonders beeindruckt habe, sagte Tsideji lächelnd, dass sie bloß Geringfügiges dazu beigetragen habe.

Wenn Familien untereinander Konflikte haben, versuchen alle, sie gemeinsam beizulegen; wenn jemand Probleme bekommt, versuchen alle, ihm zu helfen; wenn die Kanalisation verstopft ist, versuchen alle, sie wieder freizumachen. Wenn eine Familie jemanden hat, der krank geworden ist, heiratet oder an der Hochschulaufnahmeprüfung teilnimmt, wissen alle ganz genau Bescheid. Dass man dann rechtzeitig Aufmerksamkeit schenkt oder Glückwünsche bekundet, ist unentbehrlich. Tsideji kann sich noch genau daran erinnern, wie die Nachbarn ihre Glückwünsche ausdrückten, als ihre Tochter von der Universität Wuhan aufgenommen wurde. Dabei hingen viele Khata als Glückwünsche am Hals der Tochter. Als davon die Rede war, wo die Tochter nach dem Abschluss arbeiten würde, meinte Tsdeji, dass ihre Tochter wieder hierher zu diesem Hof, mit all den engen Beziehungen zwischen den Ethnien, zurückkehren würde.

(Redakteur: Daniel Yang)

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