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Drei Wünsche des alten befreiten Leibeigenen Tashi

Datum: 26.09.2019, 09:39 Quelle: China Tibet Online

„Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange leben kann.“ Jeden Morgen nach dem Aufstehen trinkt er bei Musik eine Kanne Buttertee und isst ein bisschen Tsampa. Dann treibt er auf dem Fitness-Platz beim Dorfeingang Sport. So sieht das heutige Leben des früheren Leiters des Produktionsteams, Tashi, aus. Der alte Mann sitzt auf einem Korbstuhl und erzählt langsam seine eigene Geschichte.

Im Alter von acht Jahren: Mein größter Wunsch war es, nicht geschlagen zu werden

„Der Sohn der Leibeigenen war für immer Leibeigener, er hatte keine Wahl. Im Leben gab es nur Dunkelheit und Depression“, so Tashi.

Vor 1959 machten die Böden im Besitz von Beamten, Klöstern sowie Mönchen und Adligen der Oberschicht einen großen Anteil von 99,7 Prozent an den 220.000 Hektar Böden von Tibet aus. Die Familie des 14. Dalai Lama besaß in Tibet 27 Landgüter, 30 Weiden und mehr als 6000 Leibeigene. Die Leibeigenen waren die „sprechenden Zugtiere“. Tashi war einer davon.

Tashi wurde 1936 geboren. Seit seiner Kindheit war er Leibeigener. Er erinnert sich, dass er sich an keinem einzigen Tag satt essen konnte, endlose Arbeit machte und plötzlich schwer geschlagen wurde. Im Winter arbeitete er barfuß, weil es keine Stiefel und überall auf der Kleidung Flicken und Ölflecke gab. „Meine Mutter und ich wohnten in einem sehr kleinen Schuppen. Jeden Tag standen wir sehr früh zur Arbeit auf, kamen sehr spät zurück und arbeiteten Tag und Nacht. Ich hatte Angst davor, krank zu werden, denn ich wurde schwer vom Grundherrn geschlagen, wenn ich krank war.“

Er sagte: „Im Alter von acht Jahren war es mein größter Wunsch, nicht geschlagen zu werden.“

Im Alter von 23 Jahren: Ich hoffte, dass das Glück lang anhält

Im März 1959 führte das Dorf Kesong zuerst die demokratischen Reformen durch. Die Leibeigenen verbrannten die persönlichen Verträge mit den Grundherren. 59 Familien mit 302 Leibeigenen wurden eigene Böden, eigene Schafe und Rinder sowie ein eigenes Haus zugeteilt. Damals war Tashi 23 Jahre alt.

„Als ich den eigenen Boden und das eigene Haus bekam, hatte ich das Gefühl, dass alles nicht real war. Früher hatte ich immer für die anderen gearbeitet. Nun war das Glück so plötzlich gekommen, dass ich eine lange Zeit kein Sicherheitsgefühl hatte und befürchtete, dass das Haus und der Boden zurückgenommen werden.“ Tashi erinnert sich, dass er sich damals selbst fest gekniffen und die Schmerzen gefühlt hat. Es war also alles echt.

An einem Nachmittag im Juni hielt das Landgut Kesong eine Versammlung der Leibeigenen ab und wählte dabei die Mitglieder der Vorbereitungskommission der Gesellschaft für Landwirtschaft. Damals gab es solche Beschreibungen: Alle Menschen im Landgut, Mann und Frau, alt und jung, kommen von den Schuppen um das große Landgut, vom Pferdestall im Erdgeschoss und vom Yakstall im äußeren Hof und sitzen zusammen auf dem Grasland. Keiner dieser mehr als Hundert Menschen trägt vollständige Kleidung. Sie haben aber einen groben Pullover an, der so fransig wie ein Sack ist. Darauf gibt es entweder Flicken oder glänzende Ölflecke. Fast keine Frauen und Kinder tragen Stiefel und Schuhe. Sie sind alle barfuß.

„Wer ist als Leiter tätig? Darf ein Analphabet oder eine Frau der Leiter sein?“ „Alles geht, solange die Person gutherzig, gerecht und glaubwürdig ist. Wenn wir befreit werden, die Freiheit und ein gutes Leben haben möchten, wählen wir solche Menschen. Wir sind gerade von der Schlafsucht aufgewacht und brauchen die Kommunistische Partei und die von uns ausgewählten Menschen, die unsere Hände zum Gehen ziehen...“

1963 wurde der 27-jährige Tashi zum Leiter des Produktionsteams gewählt.

Um das Vertrauen der Landsleute nicht zu enttäuschen, arbeitete Tashi sehr fleißig. Unter seiner Führung trieben alle Ackerbau und arbeiteten. Er sagt: „Mein größter Wunsch war es, die Landsleute zu führen, den verteilten Acker gut zu bebauen und gemeinsam ein gutes Leben mit reicher Kleidung und Ernte zu haben.“ Durch mehrere Jahre Anstrengungen der Einwohner im ganzen Dorf belief sich das gesamte Wirtschaftseinkommen des Wohnviertels Kesong im Jahr 2018 auf 34,2747 Millionen Yuan und das Pro-Kopf-Einkommen auf fast 20.000 Yuan. Das gute Leben war wirklich gekommen.

Im Alter von 83 Jahren: Ich hoffe, dass mein Enkel so bald wie möglich arbeiten und einen Beitrag zur Entwicklung des Landes leisten kann

Obwohl der 83-jährige Tashi schon schwach auf den Beinen ist, lernt er noch und besucht den Partei-Unterricht. „Obwohl ich alt bin und kaum etwas auswendig lernen kann, will ich zuhören. Ich bin froh, wenn ich dort bin.“

„Ich habe nie daran gedacht, dass ich so lang leben kann. Vor den tibetischen demokratischen Reformen lebte ich jeden Tag mit Zittern und Zagen und wurde vom Grundherrn willkürlich ausgenutzt. Viele meiner Freunde starben an den Qualen, als sie nur wenig mehr als 20 Jahre alt waren. Damals lag die Lebenserwartung im Dorf nur bei etwas über 30 Jahren.“

2018 erreichte die Gesamtzahl der medizinischen Institutionen von Tibet 1548 und die der medizinischen Mitarbeiter 24.018. Die Lebenserwartung ist auch von 35,5 Jahren Anfang der friedlichen Befreiung auf 70,6 Jahren gestiegen.

Vor zwei Jahren wurden Straßen im Dorf angelegt. Dafür sollten zwei Zimmer von Tashis Haus besetzt werden. Tashi war damit ohne Zögern einverstanden. Er sagt: „Ich bin mit dem heutigen Leben sehr zufrieden. Die sieben Angehörigen meiner Familie wohnen in zwölf Zimmern. Es ist genug. Ich habe Freiheit, kann alles, was ich will, tun. Mein größter Wunsch ist es, dass mein Enkel so bald wie möglich arbeiten und einen Beitrag zur Entwicklung des Landes leisten kann.“

Quelle: youth.cn

(Redakteur: Daniel Yang)

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