Thema:

Befreiter Leibeigener Nyima Wangdu: „Ich will die Änderung Chinas erleben!“

Datum: 09.10.2019, 09:10 Quelle: China Tibet Online

Der Reporter ist ins Zuhause des 70-jährigen Nyima Wangdus in Nyingchi gegangen.

Der geräumige Hof ist einfach und sauber. Am schönen zweistöckigen Haus im tibetischen Stil parkten ein Geländewagen und ein Pickup. Die zwei Urenkel tummelten sich gerade im Hof.

„Vor der demokratischen Reform hatte meine Familie keinen Acker und wir waren immer Duiqiong. Ab meiner Geburt musste die ganze Familie im Hof des Dorfes ackern und wir hatten keine Freiheit“, sagte Nyima Wangdu nach seinen Erinnerungen.

„Die Arbeit von morgens bis abends wurde mit einer Schüssel Suppe wilden Gemüses und einem Löffel rauen Tsampa-Breis für jede Mahlzeit entlohnt. Ich war damals sehr jung und habe noch weniger zu Essen bekommen. Daher habe ich fast jeden Tag hungern müssen.“

„Meine Familie hatte kein Haus. Alle mussten in einer Baracke aus Ästen und Kieseln zusammengepfercht werden. Die Baracke war nicht mal besser als der Rinderstall des Leibeigenenherrn“, sagte Nyima Wangdu wütend. „Bei Regen im Sommer war überall Wasser in der Baracke. Im Winter war es noch schlimmer. Sie konnte gar nicht gegen Schneestürme oder Wind schützen. Nach einer Nacht waren der Schnee innerhalb und der außerhalb der Baracke gleich dick.“

„Als ich fünf war, hat mein Vater plötzlich Fieber bekommen. Jedoch hat der Herr ihn immer noch schwere Arbeit machen lassen. Sonst hätte ihm eine Tracht Prügel erteilt werden müssen. Auf diese Art und Weise hat er die Behandlung verpasst. Wenig später ist mein Vater gestorben.“ An dieser Stelle wurden seine Augen etwas feucht.

„Nach dem Tod meines Vaters hat meine Familie die wichtigste Arbeitskraft verloren. Dann hat der Leibeigenenherr begonnen, skrupellos bei meiner Familie unterschiedliche Steuern einzutreiben. Meine Familie musste oft wegen der verspäteten Steuerzahlung vor der Tür des Herrn knien.“

An einem Apriltag 1959 ist eine Gruppe Angehöriger der Volksbefreiungsarmee in die Gemeinde eingerückt. Danach hat im Dorf die Dorfbewohnerversammlung stattgefunden. Da wurde die Abschaffung der Leibeigenschaft erklärt. Zugleich wurden Acker und andere Vermögen unter den Haushalten verteilt. Erst in diesem Moment glaubte die Familie Nyima Wangdus wirklich, dass die Leibeigenschaft abgeschafft worden war.

„Meine Familie hat 8 Mu Acker und vier Yaks zugewiesen bekommen. Im nächsten Jahr konnte sich die Familie schon satt essen. Unser Leben wurde immer besser.“ Nach der Reform wurde Nyima Wangdu wie andere gleichaltrige Kinder des Dorfes ausgebildet.

1965 wurde er zur pädagogischen Schule Lhasas empfohlen. Nach dem Abschluss hat er sich voller Dankbarkeit dafür entscheiden heimzukehren und wurde zu einem Dorffunktionär.

Von 1972 bis 2008 hat Nyima Wangdu im Dorf gearbeitet. In diesen Jahren hat er alles sorgfältig und fleißig gemacht.

Heute hat seine Familie schon vier Generationen und sie wohnen in einem neuen Haus. Im letzten Jahr betrug das Jahreseinkommen seiner Familie über 150.000 Yuan. Der 70-jährige Nyima Wangdu muss jeden Tag das Dorf einige Male umrunden und unterhält sich mit Dorfbewohnern, wenn er welche trifft.

„Ich will noch einige Jahre leben, damit ich in Ostchina die neue Änderung des Vaterlands sehen kann“, sagte Nyima Wangdu aufgeregt.

Quelle: Chinetibetnews.cn

Redakteur: Krystal Zhang

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

微信截图_20191009091803.png 1.jpg W020190907602174640871.png
12345