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Tenzin Drolkar: Mit Bangdian webt man bunte Träume

Datum: 31.10.2019, 09:24 Quelle: China Tibet Online

Im Oktober hat die Verkaufsveranstaltung landwirtschaftlicher und nomadischer Produkte des zweiten Kulturtourismusfestivals des bunten Bangdians des Kreises Konggar des Autonomen Gebiets Tibet stattgefunden. Vor Ort hat Tenzin Drolkar selbst gemachte Bangdian (Schürze im tibetischen Stil) vermarktet. Vor dem nicht großen Stand standen Werbebilder der Genossenschaft und Zertifikate des Vertreters des staatlichen immateriellen Kulturerbes sowie des Erbes der Webtechniken von Kadian.

Die Genossenschaft von Tenzin Drolkar befindet sich in der Großgemeinde Jiedexiu. Sie hat den Ruf „Heimat Bangdians“ und gehört zu den acht historischen Gemeinden des Autonomen Gebiets Tibet. Die Werkhalle hat eine Fläche von über 6600 Quadratmetern und vier Produktionshallen. Überdies gibt es dort 45 Mitarbeiter und das Sachvermögen hat einen Wert von mehr als 1,5 Millionen Yuan. Ihre Produkte werden nach ganz Tibet und gar nach Nepal, Indien, Japan etc. verkauft. Die Genossenschaft hat ein Jahreseinkommen von über 1 Million Yuan. Daher bekommt jeder Mitarbeiter ein Monatseinkommen von über 2500 Yuan und die 45 Mitarbeiter kommen allesamt von armen Familien der Großgemeinde Jiedexiu. Flexible Arbeitszeiten sorgen dafür, dass sich diese Frauen sowohl um Senioren und Kinder kümmern, als auch Felder bestellen können. Heute sind sie alle von Armut befreit.

Die Gründung der Genossenschaft war um 2002 herum. Vor 2002 hat die Mutter Tenzin Drolkars, also Gari, zu Hause Bangdian gewoben und ihr Vater Kelzang hat Bangdian nach Lhasa verkauft. Zu dieser Zeit hatten sie nur ein geringes Einkommen. Ihr Vater konnte damals nicht gut gehen und vier Kinder mussten ernährt werden. Daher lebten sie in ärmlichen Verhältnissen. Um das Leben zu verbessern, haben 2002 Kelzang und Gari angefangen, 6 Arbeiterinnen aus ärmeren Verhältnissen des dortigen Ortes einzustellen, so dass sie im Hof von Kelzang Drolkar weben konnten. Das war der Anfang der Genossenschaft.

2007 haben Kelzang und Gari nach Überlegeungen ein Darlehen von 150.000 Yuan aufgenommen und selbst 50.000 Yuan aufgebracht, um die Produktion auszubauen. Dafür haben sie eine große Fläche alter Werkhallen gepachtet und nach und nach über 30 Dorfbewohner eingestellt und ihnen Webtechniken vermittelt. Was die Produkte angeht, verkauften sie früher nur Bangdian und nun haben sie Pulu, Teppiche etc., also insgesamt über 10 Warenkategorien. Die Produkte verkaufen sich immer besser. Innerhalb von zwei Jahren haben sie nicht nur alle Schulden abbezahlt, sondern auch genug Mittel zum Betrieb erwirtschaftet. Weiterhin haben sie angefangen, Gewinne zu erzielen.

2014 wurde Gari als Erbin des tibetischen Bangdians, das ein staatliches immaterielles Kulturerbes ist, und der Webtechniken von Kadian anerkannt. Mit 12 hat sie angefangen, von ihren Großeltern die Techniken zu lernen. Dann hat sie sie ihrer Tochter Tenzin Drolkar und mehreren jüngeren Menschen vermittelt.

Während die Genossenschaft ihre Absatzzahlen erhöht und traditionelle Techniken pflegt, strebt sie Innovation und Entwicklung an. 2019 hat sie einen Vertrag mit der Bekleidungsakademie geschlossen. Die Akademie übernahm das Design und die Genossenschaft die Produktion. Planmäßig werden über 200 Neuheiten gelauncht, die Jacken, Hosen, Anzüge, Brautkleider usw. umfassen, die viele Elemente von Bangdian enthalten. Aller Voraussicht nach werden sie Ende Oktober in Beijing und Lhasa durch Modeshows beworben.

Das bunte Bangdian hat den bunten Wohlstandstraum der Familie Tenzin Drolkar geschaffen und sorgt dafür, dass viele davon profitieren. Das Bangdian, das die Träume vieler Menschen trägt, wird Generation für Generation tradiert und mehr schöne Träume verwirklichen.

(Redakteur: Daniel Yang)

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