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Die „Cartoon-Welt“ der tibetischen Malerin Dedron

Datum: 08.11.2019, 09:59 Quelle: China Tibet Online

„Ich persönlich mag die Serie ‚Befreite Fische‘. Das Werk ‚Fische und Gawu-Kasten‘ erzählt eine sehr berührende Geschichte. Es wird erwähnt, dass einige Fische im Fluss einen Gawu-Kasten tragen, was den vom übermäßigen Einzug der Menschen verursachten Stress und die Belastungen demonstriert. Nur wenn man lernt aufzugeben, kann man sich entspannen, weil Gewinn und Verlust Brüder sind.“ Dies sagt die tibetische Malerin Dedron über den Zweck ihrer Werke, während sie ein Werk voll heller Farben und Cartoon-Fantasien vor ihr betrachtet.

Ihr Stil hat sich zufällig herausgebildet

Laut Dedron hat sich ihr Malstil zufällig herausgebildet. Als sie sich mit dem kreativen Schaffen zum Schulabschluss beschäftigte, stellte sie fest, dass Tibet nicht so mysteriös ist, wie man sagt. Viele Sitten und Gebräuche, die Geschichte, die Legenden und sogar manche Wertvorstellungen von Tibet haben in ihrem Gehirn eine Cartoon-Welt geschaffen. Deswegen hat sie seit dem kreativen Schaffen mit Absicht Cartoon-Figuren gemalt.

„Ich stellte fest, dass ich manche Kenntnisse über die Interpretationen und die Theorien der traditionellen Malerei besitze, aber keine Praxis habe. Deswegen begann ich, die Wandgemälde nachzumalen. Dadurch habe ich allmählich manche Inhalte in den Wandgemälden über den zweidimensionalen Raum verstanden, einschließlich der Kombination und der Verwendung der Farben. Von der Zeit kurz vor dem Abschluss bis zwei Jahre nach dem Abschluss habe ich immer die Guge-Wandgemälde sowie die Wandgemälde in den Klöstern Pelkhor Chöde und Shalu nachgemalt und mehr als 100 Bilder gemalt. Zwei Jahre nach dem Abschluss begann ich mit dem kreativen Schaffen. Ich habe meine Kenntnisse über die Verwendung und Fertigkeit der Farben von Wandgemälden in der Praxis angewendet, und es hat viel bei der Bildung meines eigenen Malstils geholfen.“

„Dann habe ich meine früheren Werke mit meinen heutigen Werken verglichen. Der Stil hat sich wirklich stark geändert. Am Anfang legte ich großen Wert auf die Darstellung mancher Menschenfiguren. Weil ich weiblich bin, schenkte ich Frauenthemen mehr Aufmerksamkeit.“ Damals hat Dedron eine Gruppe Werke namens „Schwester“ geschaffen, die die unterschiedlichen Rollen der Frauen in der Gesellschaft demonstriert.

Von Erforschung bis zur Rückkehr

Dedrons Meinung nach soll man nicht unbedingt Fotos zurückbringen, wenn man mit der Kamera reist. Das wichtige ist, dass man die Empfindungen zurückbringt, damit diese im späteren kreativen Schaffen verwendet werden. „Ich persönlich zeichne lieber schriftlich auf und gehe tatsächlich tief ins Leben. Zum Beispiel habe ich manchmal bei Landsleuten gewohnt und mich mit ihnen befreundet, um ihr Leben seit der Kindheit zu verstehen. Die Empfindungen über diese Erlebnisse schreibe ich ins Tagebuch und dann male ich langsam aufgrund der Kombination von diesen Einträgen und dem, was ich damals direkt gesehen habe.“

Bei der Teilnahme an der Asia Art Expo kam Dedron die Idee, ihr eigenes kreatives Schaffen mit der internationalen Gemeinschaft zu verbinden. Dann begann sie, aufgrund der Form des tibetischen Malens, im eigenen Malstil zu malen. „Ich habe mehr als zehn Werke über die Mona Lisa geschaffen. Sie sind im Westen sehr beliebt und von einigen Museen gesammelt worden. Dann habe ich auch Porträts von berühmten Persönlichkeiten sowie Werke, die ähnlich wie Leonardo da Vincis ‚Abendmahl Jesu‘ sind, geschaffen.“

Danach ist Dedrons Malstil wieder nach Tibet zurückgekehrt, um das gegenwärtige Leben der tibetischen Bevölkerung zu demonstrieren. Als Künstlerin der nationalen Minderheit meint Dedron, dass die Malereien über die Themen, einschließlich Tibet, der Publikation die Dinge mit positiver Energie zeigen sollen. „Es ist die soziale Verantwortung der künstlerischen Schöpfung, die eigenen Empfindungen des Malers durch seinen eigenen Malstil zu den Dingen voller positiver Energie zu verwandeln.“

Quelle: China Tibet Online

(Redakteur: Daniel Yang)

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