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【Reise nach Qamdo】Ngawang Yangkyi und ihre Arbeit auf dem Dorf

Datum: 03.01.2020, 14:40 Quelle: China Tibet Online

Ngawang Yangkyi wird von ihren Kollegen auch „Akyi“ genannt. Seit 2012 arbeitet sie als Beamtin in der Volksregierung der Gemeinde Sibda des chinesischen Autonomen Gebiets Tibet. Bis zum Jahr 2019 arbeitet und lebt sie in dieser Gemeinde schon sieben Jahre. 

7-jährige Arbeit bezeugt grundlegende Lebensveränderungen der Dorfbewohner.

„Damals war ich gerade mit meinem Studium fertig. Es dauerte mir sieben Stunden, alleine von dem Kreis Jomda hierherzukommen. In jener Zeit war das Dorf noch nicht mit Strom und Wasser ausgestattet, deswegen konnte man im Winter nur den durchgetrockneten Yakmist als Heizmittel verbrennen, um sich aufzuwärmen. Außerdem war es damals noch kaum möglich, auf dem Dorf duschen zu gehen. Man musste in den Kreis fahren, um eine Dusche dort zu nehmen. Manchmal konnte man alle einigen Monate erst einmal duschen gehen und stank aus diesem Grund nach Yakmist. Derzeit hatten wir alle einen kleinen Eimer, mit dem wir jeden Tag mittags oder nachmittags vereinbart zum Fluss gingen und an dessen Ufer Wasser holten. Das im kleinen Eimer enthaltene Wasser reichte uns dann den ganzen Tag für Reinigen und Trinken aus“, sagte Akyi.

Das arme und harte Leben auf dem Dorf bestärkte Akyi in ihrem Entschluss, den Dorfbewohnern dabei zu helfen, sie aus Armut und Elend zu befreien. Im Jahr 2016 fing Akyi an, amtlich für die präzise Armutsbekämpfung zuständig zu sein. Im Jahr 2018 waren Akyi und ihre Kollegen mit der Arbeit der Armutsbekämpfung am tätigsten. In dem ganzen Jahr hatten sie keinen freien Tag. Jeden Tag waren sie entweder im Büro am Arbeitsplatz oder auf dem Weg zu den Familien in Armut. Am beschäftigtesten arbeiteten Akyi und ihre Kollegen über einen Monat lang täglich rund um die Uhr. Oft mit Instant-Nudeln und Kaffee arbeiteten sie bis zur Morgendämmerung. Wenn die Schulglocke morgen früh zum Unterrichtsbeginn läutete, gingen sie erst ins WG-Zimmer zurück, um sich vier bis fünf Stunden von der Arbeit auszuruhen. Nach der Ruhezeit stellten sie sich schnell wieder auf die neue Arbeit ein.

Durch die Bemühungen aller Kader und Bevölkerung gewann die Gemeinde Sibda im Jahr 2018 erfolgreich den Kampf gegen die Armut. Heute verfügt die Gemeinde Sibda nicht nur schon lange über Wasser und Strom, sondern ist auch mit Mobilfunknetz 4G abgedeckt. Klimaanlagen und elektronische Heizgeräte sind in dieser Gemeinde auch keine neuen Dinge mehr. Jeden Tag braucht man nicht mehr zum Fluss zu gehen, um da Wasser zu holen. Nach der Eröffnung der neuen Straße zum Kreis Jomda verkürzt sich die Fahrtzeit dorthin um fünf Stunden. Im Vergleich zu vor sieben Jahren erlebt das Leben der Dorfbewohner große Veränderungen, darunter zählen die Einrichtung eines Kindergartens, die Renovierung der Gemeindeschule und die Verbesserung der Krankheitsbedingungen.

Regelmäßiger Besuch schafft eine Herzbrücke zu sozial schwachen Familien.

Um die Politik der Armutsbekämpfung unter der Bevölkerung zu popularisieren, muss Akyi die sozial schwachen Familien regelmäßig besuchen und bei ihnen Gegenbesuche machen. Mit der Zeit entwickeln sich die Beziehungen zwischen Akyi und den sozial schwachen Familien immer näher. Jetzt wird Akyi immer herzlich von diesen Familien empfangen, wenn sie bei ihnen Gegenbesuche macht.

Im Jahr 2018 wurde die zweite Gruppe der Umsiedlungshäuser für die Armutsbekämpfung in der Gemeinde Sibda gebaut. Nacheinander bekamen die berechtigten Dorfbewohner ihre Hausschlüssel und zogen ein. Bei der Schlüsselübergabe passierte etwas damals, was Akyi zum Lachen und Weinen brachte.

„Damals gab es ein altes Ehepaar, sie konnten bei der Schlüsseleinnahme gar nicht glauben, dass ihnen ein so gut gebautes Haus zuteilgeworden war. Obwohl ich es ihnen mehrmals erklärte, glaubten die beiden einfach nicht. Kaum hatte der alte Mann den Hausschlüssel bekommen, ließ er sich mit dem Motorrad nach Hause fahren. Mit dem von Zuhause geholten Hochlandgerstenmehl und der Kleidung kehrte er nach dem neuen Haus wieder zurück, wo er drei Tage lang alleine blieb. Nachher wurde er sich erst langsam bewusst, dass er das neue Haus wirklich als ihm gehörend besitzen konnte“, sagte Akyi. Eigentlich hatte das alte Ehepaar nicht viele Sachen ins neue Haus mitzubringen. Trotzdem mietete das alte Ehepaar beim Umzug einen großen Lastkraftwagen, nur um nach seinem neuen Haus die chinesische Nationalflagge vorm alten Haus und ihren Flaggenstock mit zu transportieren, der 20 cm im Durchmesser und ungefähr 2 – 3 m in der Länge maß. Nach dem Umzug steht dann die Nationalflagge immer weiter vor der Haustür.

Nach dem Umzug konnte sich das alte Ehepaar vor Freude nicht vom neuen Haus lassen. Aus Angst, das neue Haus zu verschmutzen, legten die beiden sofort eine Schicht Plastikfolie auf den Fußboden. Außerdem wurden auch die bereits im Haus ausgestatteten Möbel mit Plastikfolie bedeckt, damit sie vor der Sonne zu beschützen waren. Beim Besuch sahen Akyi und ihre Kollegen die bedeckende Plastikfolie überall im Haus. Nachdem sie dem alten Ehepaar mehrmals erklärt hatten, dass die Hausqualität zuverlässig war, bewohnten die beiden erst das neue Haus mit Vertrauen.

„Wenn wir sie jetzt besuchen, öffnen sie immer mit lächelndem und glücklichem Gesicht die Tür für uns und kochen sofort das Fleisch, das sie im Alltag nur ungern essen und gespart haben. Dazu sagen wir immer, sie müssen nicht so gastfreundlich sein, weil ihnen zu helfen unsere Arbeit ist und wir dazu verpflichtet sind. Dennoch empfangen sie uns immer mit großer Liebenswürdigkeit und betonen unentwegt, ,Dieses Fleisch lässt sich nicht verspeisen, weil wir es speziell für euch gespart haben!‘“.

„Vielleicht in vielen Jahren können alle ein wohlhabendes Leben führen. Wenn ich dann zu meinen Kindern sage, dass ihre Mutter damals ein mit der Armutsbekämpfung betrauter Kader war, können sie eventuell nicht mitkriegen, was für eine Arbeit ich heute ausübe. In meinen Augen ist meine Tätigkeit in der Geschichte beispiellos und ich bin sehr stolz darauf, ein für die Armutsbekämpfung eingesetzter Kader geworden sein zu können“, sagte Akyi am Ende des Interviews zu den Journalisten.

Quelle: China Tibet Online

Redakteur: Yifei Sui

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