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Heimgekehrter Tibeter Xiewen Genduo

Datum: 19.01.2020, 09:24 Quelle: China Tibet Online

Über der winterlichen “Sonnenstadt“ Lhasa gibt es ab und zu Wolken, die dafür sorgen, dass die topografischen Kämme der Berge in der Umgebung schwammig werden, aber dies hindert Xiewen Genduo nicht dran, im eigenen Wohnzimmer zu stehen und zum Potala-Palast zu schauen. Er hat schon früh seine Heimat verlassen. Unzählige Male hat er sich im Kopf seine Heimat vorgestellt. Schließlich hat er 2011 sein unbeständiges Leben beendet und ist in seine Heimat zurückgekehrt. Dann hat er sich in Lhasa niedergelassen. Nachdem er viele Städte und Landschaften zu sehen bekommen hatte, sagte er: Hier in Tibet ist es am besten, denn hier ist meine Heimat.

Was bedeutet das Zuhause?

Für Xiewen Genduo, der 1959 erst sieben Jahre alt war, war sein Zuhause dort, wo seine Eltern waren. Zu jeder Zeit war er längst als einer der vier großen Rinpoches des Klosters Qambaling anerkannt. Danach wurde er von seinen Eltern ins Ausland gebracht. Dadurch hat er mit seinem langen unbeständigen Leben begonnen.

Er ging und ging, während sich die Entfernung von zuhause immer mehr vergrößerte.

Er ist in Zürich in der Schweiz angekommen und wurde hier sesshaft. Nördlich der Alpen und südwestlich des Zürichsees ist die Stadt, die sich am meisten zum Wohnen eignet. „Aber ich vermisste oft meine Heimat.“ Sie ist im fernen Orient. Wenn er Heimweh hatte, konnte er nur Radio hören oder Zeitung lesen.

Endlich hat Xiewen Genduo eine Chance bekommen.

Im Hochsommer des Jahres 1984 ist er in die Heimat zurückgekehrt, die er vor vielen Jahren verlassen hatte. „Beim Erhalt der Einladung war ich aufgeregt und wollte zurückgehen, um zu schauen, wie sich Tibet verändert hat.“

Im alten Tibet gab es keine offizielle Straße und keine moderne Schule. Es war lediglich ein kleines Wasserkraftwerk vorhanden, das mit Unterbrechungen in Betrieb gesetzt werden konnte. 25 Jahre später konnte er seine Erinnerungen an die Heimat neu konfigurieren. Er wunderte sich über die Veränderung in Tibet.

In den 20 Jahren danach hat er immer wieder den Heimweg getreten. 2011 hat er sich zusammen mit seiner Frau in Lhasa niedergelassen und ihrem langwierigen unbeständigen Leben ein Ende bereitet.

Als Kind verließ man die Heimat und als Erwachsener kam man zurück. Der eigene Akzent bleibt unverändert, aber das Haar ist schon grau geworden.

Die Gesichter der Passanten, die Musik des Gorchom-Tanzes in Parks, der Potala-Palast… All das über Tibet sind endlich nicht mehr nur Fragmente im Radio oder auf Zeitungen.

“Dass ich sehen kann, dass es allen gut geht, freut mich am meisten.“ Seit einigen Jahren kommt er seinen Verpflichtungen als PKKCV-Mitglied nach. In Anbetracht der tatsächlichen Verhältnisse in Tibet in Kombination mit seinen Erlebnissen im Ausland hat er Anträge zur Krankenversicherung, dem Bildungswesen, dem Umweltschutz etc. eingereicht.

Im Mai 2019 hat er die über 380 von ihm selbst gesammelten Denkmäler relevanten Ämtern gespendet. Dies sorgt dafür, dass der Zweig des Rinpoches Genduo sowie die Denkmäler, Akten der Wirtschaft, der Politik usw. von Chamdo einen größeren Wert bekommen können.

Während er auf dem Sofa im eigenen Wohnzimmer saß, erzählte dieser heimgekehrte Tibeter, der äußerlich sehr einem westlichen Ausländer ähnelte, auf Tibetisch über seine Vergangenheit. Er meinte: „Wenn ich Tibet nicht verlassen hätte und hier aufgewachsen wäre, wäre es doch super.“

Gut ist, dass er nach einem langen unbeständigen Leben endlich heimgekehrt ist. Das kann ihn am meisten glücklich machen.

(Redakteur: Daniel Yang)

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