Thema:

Thangka-Maler der Post-2000er-Generation

Datum: 20.01.2020, 09:20 Quelle: China Tibet Online

Das Bild zeigt die Anfang 2000 geborene Thangka-Malerin Gengjie, die im Maleratelier im ersten Stockwerk der Verbreitungs- und Übungsbasis der Thangka-Kunst „Teguo“ im Kreis Ngawa ein Thangka-Bild malt.

Im Maleratelier im ersten Stockwerk der Verbreitungs- und Übungsbasis der Thangka-Kunst „Teguo“ im Kreis Ngawa sitzt die Anfang 2000 geborene Thangka-Malerin Gengjie. Sie hält in der linken Hand die Schüssel, in der rechten Hand den Pinsel und malt sorgfältig auf der Malerleinwand vor ihr. Die Kontur eines grünen Olivenzweigs taucht allmählich auf.

Im Unterschied zu streng nach dem „Messsutra“ geschaffenen Thangka-Bildern malt Gengjie mit den traditionellen Malfertigkeiten der Thangka-Schule Gula Pandit eine durch die blaue Erde fliegende weiße Taube mit einem Olivenzweig im Schnabel.

„Neben diesem Thangka-Bild, das für den Weltfrieden steht, plane ich, im nächsten Semester einen fahrenden Hochgeschwindigkeitszug zu malen.“ Gengjie klemmt den Pinsel einfach hinter das Ohr und bringt die Werke der Abschlussprüfung für dieses Semester von ihr und ihren Schulfreunden her. Unter den Bildern gibt es einfältige Riesenpandas, Guan Yu mit seinem breiten Schwert in der Hand, die Gorchom tanzenden Mädchen, die Yaks hütenden Viehhirten und sogar auch die Hauptrollen in den 2019 vorgeführten Filmen.

Als einzigartige tibetische Malkunst blickt Thangka auf eine Geschichte von tausend Jahren zurück. Die Inhalte umfassen viele Bereiche wie Geschichte, Politik, Kultur und das soziale Leben. Es wird als die „Enzyklopädie der tibetischen Kultur“ bezeichnet.

Laut Gengjie gehört das Bild, mit dem sie sich derzeit beschäftigt, zu den künstlerischen Thangka-Werken. Die Schüler haben das Format der künstlerischen Thangka-Werke verkleinert, um sie einfacher mitbringen zu können. Zugleich haben sie aufgrund ihrer Erlebnisse und Empfindungen die Themen reichhaltig gemacht. Diese realistischen Thangka-Bilder voller liebevoller Fürsorge sind bei den Touristen sehr beliebt.

Sonam Drolma lernt seit 2016 in der Verbreitungs- und Übungsbasis der Thangka-Kunst „Teguo“. In den ersten zwei Jahren hat sie mehr als 3000 Zeichnungen von Buddha-Figuren nachgemalt und dann die Grundprüfung bestanden. Die Anfang 2000 geborene junge Frau sagt ernsthaft, dass ihr Lehrer Tebuge im Alter von 18 Jahren mit nur einer Pinsellinie in einem kleinen Heft die Zeichnung von 23 Figuren, darunter 18 Arhats, malen konnte. Sie müsse noch weiter fleißig üben.

„Die Schaffung von vielen Thangka-Werken dauert ein halbes Jahr bis zu mehreren Jahren. Das Thangka-Malen ist eine Übung und man muss die Einsamkeit aushalten.“ Sonam Drolma plant, nach dem Abschluss in ihre Heimat, die Gemeinde Tangke im Kreis Zoigê, zurückzukehren. Der Ort ist bekannt für die erste Biegung des Gelben Flusses mit mehreren Biegungen. Sie will mit Thangka die unterschiedlichen schönen Landschaften des Gelben Flusses mit mehreren Biegungen aufzeichnen.

In der Schule der Thangka-Kunst „Shangshung“ im Kreis Ngawa malt der Anfang 2000 geborene tibetische Zehua mithilfe eines älteren Mitlehrlings auf einem Stein das Thangka-Bild vom Yak, der als „Boot auf dem Hochland“ bezeichnet wird. Zehua teilt mit, er habe mehrmals in anderen Regionen an Symposien der Thangka-Kunst teilgenommen. Die jungen Maler diskutierten meistens darüber, wie man die tausendjährige Thangka-Kunst in der Innovation weitergeben soll.

„Die Träger und Inhalte von Thangka können innoviert werden. Jede Schule hat ein eigenes Verhältnis und eine eigene Größe der Buddha-Figuren, die nicht verändert werden können.“ Zehua sagt, seine Schulfreunde und er versuchen, mit den Fertigkeiten der traditionellen chinesischen Malerei und des europäischen Gemäldes die Landschaften hinter den Buddha-Figuren zu malen. Trotzdem finden alle Innovationen auf Basis der ausgezeichneten Thangka-Fertigkeiten statt.

Mittlerweile gibt es im Kreis Ngawa insgesamt drei Basen und Schulen, in denen sich Thangka verbreitet. Sie nehmen die Kinder aus den alten Bauern- und Viehhirtenfamilien kostenlos auf. Immer mehr junge Tibeter beschäftigen sich mit dem Thangka-Malen. Der von Tebuge, dem Verbreiter der Thangka-Schule Gula Pandit der 7. Generation, geschaffene Thangka-Lehrstoff ist bis Ende 2019 achtmal veröffentlicht worden.

„Früher wurden die Fertigkeiten der verschiedenen Thangka-Schulen nicht außerhalb der Schule verbreitet. Vom Lehrstoff war mit keinem Wort die Rede.“ Tebuge holt ein altes Buch namens „Einführung der Mode-Malerei“, das er vor 30 Jahren mit dem Geld für das Mittagessen gekauft hat. Es handelt sich um ein Mallehrbuch, das damals selten zu sehen war. Bevor er zum Lehrer ging, malte er jeden Tag nach. Im leeren Feld auf jeder Seite des Buches gibt es Zeichnungen.

Der Meinung des mehr als 50 Jahren alten Verbreiters des immateriellen Kulturerbes Thangka nach gerieten viele Thangka-Schulen wegen der konservativen Verbreitungsweise in die Schwierigkeit, verloren zu gehen. Die Teilnahme der Post-2000er-Generation bringt der Thangka-Verbreitung eine neue Chance. In Tebuges Erinnerung kam ein Traktor der Marke Dongfanghong in sein Dorf, als er 14 Jahre war. Er malte einen Traktor auf der Haustür und wurde von seiner Mutter geschlagen, weil damals alle diese Innovation nicht aufnahmen. „Nun malt man alles, was man will. Die tausend Jahre alte Thangka-Kunst kommt in die goldene Zeit.“

(Redakteur: Daniel Yang)

MeistgelesenMehr>>

Geschichte TibetsMehr>>

W020200110327517711748.jpg W020200112429636819494.jpg
12345